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Friday 7th of August 2020
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Die Sitten der Hadschreise

Der Hadsch ist eine religiöse Pflicht mit vielen verschiedenen Aspekten. Einer dieser Aspekte ist der spirituelle. Er gilt als Seele dieses großen Gottesdienstes und verhilft den Pilgern zur Stärkung ihres islamischen Verhaltens. Der Hadsch kann Ausgangspunkt für eine Wandlung in Gesinnung und Moral sein. Gott hat, gütig und weise wie er ist, die spirituelle Reise des Hadsches so gestaltet, dass die Pilger zu seinem Hause in Mekka
Die Sitten der Hadschreise

Der Hadsch ist eine religiöse Pflicht mit vielen verschiedenen Aspekten. Einer dieser Aspekte ist der spirituelle.

Er gilt als Seele dieses großen Gottesdienstes und verhilft den Pilgern zur Stärkung ihres islamischen Verhaltens. Der Hadsch kann Ausgangspunkt für eine Wandlung in Gesinnung und Moral sein.
 Gott hat, gütig und weise wie er ist, die spirituelle Reise des Hadsches so gestaltet, dass die Pilger zu seinem Hause in Mekka eine ausgezeichnete Gelegenheit finden auf ihr Verhalten zu achten und seelisch Fortschritte zu machen.
Vor Aufbruch in das Land der Offenbarung auf der arabischen Halbinsel bedarf der Pilger verschiedener materieller und immaterieller Vorbereitungen. Wenn der Mensch mit voller Kenntnis seinen Hadsch durchführt, wird er von Sünden befreit und voller guter Eigenschaften aus Mekka zurückgehen und dies ist das kostbarste Mitbringsel von der Hadschreise.
Der Pilger zum Hause Gottes, soll sein Herz von allem, was nicht auf Gott gerichtet ist, befreien. Sein ganzes Denken und Fühlen soll darum kreisen, Gott näher zu kommen und ihn zufrieden zustellen. Beim Hadsch begeben wir uns in die Audienz Gottes. Wenn wir das Heiligtum Gottes betreten, müssen wir das Gewand der Gottergebenheit tragen.
In den islamischen Lehren steht über besondere Bräuche für die Hadschreise geschrieben. Der Pilger zum Hause Gottes in Mekka, zur Kaabeh, muss vor seiner Reise die religionsrechtlichen Steuerbeiträge leisten, wie die anfallende Chums und Zakat-steuer. Auf diese Weise reinigt er sein Eigentum von dem, was anderen zusteht. Ebenso hat er alle Schulden zu begleichen. Auch wenn er anderen ein Recht schuldet, muss er diesem Rechtsanspruch nachkommen und wenn er mit jemandem zerstritten ist, sollte er sich mit ihm versöhnen.
Vor der Hadschreise ist es Brauch, sich von den anderen zu verabschieden und sie um Verzeihung für eventuelles Fehlverhalten zu bitten. Der Pilger muss seinen Verwandten, Freunden und Bekannten Bescheid sagen, dass er sich nach Mekka begibt. Das hat vorteilhafte Wirkungen. Das freundliche Verhalten des Pilgers zu den anderen vertreibt deren eventuellen Groll. Indem der Pilger erreicht, dass die anderen mit ihm zufrieden sind
nähert er sich dem Zustand, in dem Gott mit ihm zufrieden ist.
 
Wer sich auf den Weg in das Land der Heiligkeiten begibt, sollte seinen Körper vorher reinigen. Deshalb ist das Qusl, die rituelle Ganzwaschung ebenso eine Hadschsitte. Diese Ganzwaschung sollte der Pilger vor Antreten der Reise vornehmen, und auch wenn er sich in das Pilgergewand kleidet oder bevor er die Umkreisung der Kaabeh beginnt.
Die Reinwaschung des Körpers wirkt erfrischend auf Geist und Seele. Es gehört auch zu den guten Umgangssitten, sauber zu sein.
Ein weiterer Brauch vor Antritt der Hadschreise ist das Gebet, sind Bitten und Lobpreisen Gottes. Die Pilger zum Hause Gottes sollten die erleuchtenden Augenblicke der Hadschreise alle schätzen und so oft sie können, beten, Gott preisen und Friedensgrüße für den Propheten und seine Familie entsenden. Dadurch richtet sich ihre Seele verstärkt auf Gott und findet die Bereitschaft, den Segen des Hadsches in sich aufzunehmen.
Der Pilger zum Hause Gottes und zur Ruhestätte des Propheten (aleihe salam) muss als Mitglied der riesigen Pilgermenge besondere Umgangsformen beachten. Imam Sadeq aleihe salam nennt einige davon und sagt:
„Gehe gut mit deinen Mitreisenden um. Beachte die Zeiten für das Pflichtgebet und beachte das, was dir in Bezug auf Sitte, Geduld, Dankbarkeit, Freundlichkeit und Großzügigkeit zur Pflicht gemacht wurde."
 
Wer das Heiligtum Gottes in Mekka betreten und sich an der Kaabeh einfinden möchte, muss die Vorbedingungen kennen und die entsprechenden Bräuche einhalten und sich die Bedeutung dieses Ortes bewusst machen. Er soll nicht sofort in die Al-Haram-Moschee
hineineilen, sondern respektvoll erst ein wenig an ihrem Tor stehen bleiben. Er soll die Herrlichkeit des Gastgebers, des Gütigen Gottes, würdigen. Imam Sadeq sagt:
„Betritt die Al-Haram-Moschee barfüßig und demütig. Strecke deine Hände in Richtung der Kaabeh aus und sage:
‚O Gott, an diesem Platz und zu Beginn meines Rituals, bitte ich dich, meine Reue anzunehmen, meine Fehler zu verzeihen, und mir die schwere Last der Sünde von den Schultern zu nehmen.'"
Die Hadschpilger sollen auf dieser schönen Reise versuchen würdige Reisegefährten füreinander zu sein. Während der Zeremonie sollen sie aufeinander Rücksicht nehmen, besonders auf alte und kranke Pilger. Die Hadschreise ist nicht einfach, aber das hat Gott in seiner Weisheit so gewollt. Er will die gläubigen Menschen auf die Probe stellen. Deshalb müssen wir auf dieser für Geist und Seele so ertragreichen Reise Geduld üben. Aggressivität ist zu meiden. Wir müssen die anderen höflich behandeln, Nachsicht üben und ihnen helfen. Das sind alles Moralsitten des Hadsches.
Über das Verhalten auf Reisen sagt der Prophet des Islams:
„Wer jemandem hilft, der auf Reisen ist, dem löst Gott seine Probleme und dem gewährt er im Leben und im Danach Zuflucht. Er befreit ihn auch von dem Kummer bei der Auferweckung der Toten."
 
Den Pilgern wird empfohlen, auf der Hadschreise großherzig zu sein. Darüber sagt der Prophet des Islams: „Spendet auf der Hadschreise den anderen von eurem rechtmäßigen Eigentum." Auch ist es eine gute Reisesitte gemeinsam zu speisen. Diese Sitte lässt Reisende näher Bekanntschaft schließen und wirkt sich positiv auf ihr Verhalten aus. Die Beachtung hygienischer Punkte ist auch eine wichtige Angelegenheit beim Hadsch denn hunderttausende Menschen nehmen an der Hadschzeremonie teil. Die Beachtung der Hygiene und Gesundheit wird ohnehin immer von der islamischen Lehre hervorgehoben. Außerdem sollten die Pilger kein Essen verschwenden oder zuviel Nahrung zu sich nehmen. Denn ein Übermaß an Nahrung ist Ursache für viele Krankheiten, schwächt Körper und Geist und vermindert die Freude am Gott-Dienen.
Der Islam hält auch Maßstäbe für die Wahl der Reisegefährten bereit. Ein guter Reisegefährte muss zuverlässig, aufrichtig und freundlich sein. Die Pilger zum Hause Gottes sollten Reisegefährten, die schwach im Glauben sind, meiden. Der Prophet s.a.s. hat gesagt:
„Die beste Gesellschaft bietet euch jemand, der euch an Gott erinnert, wenn ihr ihn sieht, der euer Wissen vermehrt, wenn er spricht und der euch durch sein Tun anspornt, nach dem jenseitigen Glück zu streben."
Ein würdiger Reisegefährte auf der Hadschfahrt wird den geistig-seelischen Gewinn dieses Gottdienens vervielfachen.
Eine schöne Reisesitte ist das Mitbringen von Geschenken. Imam Sadeq aleihe salam sagt: „Jeder von euch, der auf Reisen war, soll, so weit es in seinen Kräften steht, für seine Familie Geschenke mitbringen."
Dies gilt natürlich auch für die Hadschreise. Am besten sind Hadschgeschenke, die an diese spirituelle Reise und an das Haus Gottes und die gesegnten Stätten in Mekka und Medina erinnern. Das allerschönste Hadsch-Mitbringsel ist natürlich die Wandlung des Menschen und sind das würdige Verhalten und die guten Sitten, die er auf dieser Reise erlernt hat. Diese sind ein kostbares Kapital für jeden.


source : irib
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