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Sunday 31st of May 2020
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Der Hadsch erinnert an die Stellung der Frau

 

 

Der Hadschpilger soll die wichtigen Positionen, die eine Frau mit ihren aufrichtigen Gefühlen einnimmt würdigen... Die Rituale und Regeln des Hadsches sind dergestalt, dass sie die Gleichstellung aller Menschen, ungeachtet der Herkunft widerspiegeln. Alle sollen die Hadschgebote durchführen und sich von materiellen Dingen befreien, um Gottes Nähe zu suchen und ein anderer Mensch zu werden.

Bei den Hadschritualen tritt auch die Rolle der Frau in den Vordergrund. Die Erinnerung an Frauen, die Sinnbild des Glaubens und der Erkenntnis waren, ist eng mit dem Hadsch verknüpft.

Die Kaaba in Mekka, Anbetungsstätte des Einen Gottes, wurde zum ersten Mal von Adam a.s. errichtet. Prophet Abraham a.s. baute sie erneut auf. Doch hat sich vor ihm seine Frau Hadschar, die Mutter von Ismael a.s. auf besondere Weise in der Geschichte von Mekka verewigt. Eines der Rituale zum Hadsch, welche Abraham auf Gottes Geheiß einführte, erinnert direkt an die Größe dieser Frau. Es erinnert an die Ausdauer und den Glauben der Gemahlin Abrahams. Prophet Abraham hatte Hadschar auf Geheiß Gottes mit ihrem kleinen Ismael in der trockenen Ebene, wo heute die Kaaba steht, alleine zurückgelassen. Hadschar war in Hoffnung auf Gottes Hilfe auf die Suche nach Wasser für ihr Kind Ismael gegangen. Sie war unermüdlich zwischen den Bergen Safa und Marwa hin und her gelaufen, bis ihre Mühe mit der Quelle Zamzam belohnt wurde. In Erinnerung an ihre Ausdauer zieht der breite Pilgerstrom während des Hadschrituals „Sai“ zwischen diesen beiden Anhöhen mehrmals hin und her.

Die Pilger sollen daran erinnert werden, dass der Mensch bei Prüfungen des Lebens nicht aufgeben und auf Gott vertrauen soll. So wie es Hadschar getan hat. Abraham und Hadschar sind vortreffliche Vorbilder für die Gläubigen.

In dem Vers 4 der Sure 60 heißt es: In Abraham und denen, die mit ihm waren, habt ihr doch ein schönes Beispiel. .. 

Hadschar ist auch ein gutes Beispiel für die Ergebenheit in Gottes Anweisung. Als Hadschar davon erfuhr, dass Gott Abraham angewiesen hatte, ihren Sohn Ismael zu opfern, machte sich Satan mit seinen Einflüsterungen ans Werk. Er raunte Hadschar zu: „Abraham will Ismael töten.“ Hadschar fragte: „Gibt es denn jemanden auf der Welt, der seinen Sohn tötet?“Satan wieder: „Er sagt, es ist Gottes Anweisung!“

Da antwortete Hadschar: „Wenn es Gottes Befehl ist, muss er ihn durchführen! Ich bin mit dem zufrieden, womit Gott zufrieden ist.“

Diese mit Glauben und Gottergebenheit erfüllten Worte der Hadschar haben ihr einen hohen Platz verliehen..

Das Grab der Hadschar und Ismaels liegt zusammen mit den Gräbern mehrerer Propheten dicht neben der Kaaba und zwar auf einem halbkreisförmigen Platz, der sich Hidschr Ismael nennt. Die Pilger, die das Haus Gottes umkreisen, ziehen auch an diesem Hidschr Ismael vorbei.

Die Erinnerung an Hadschar, welche aus tiefer Überzeugung alle göttlichen Anweisungen akzeptierte, bleibt auf diese Weise verewigt. Sie war auch die erste Frau, die die Kaaba mit einem Schleier versah, um sie zu würdigen. 

Im Islam können Frauen genauso wie Männer für alle Menschen zu einem Vorbild werden. Im Heiligen Koran heißt es im Vers 11 der Sure 66 : „Und ein Beispiel für die Gläubigen hat Gott in der Frau des Pharao aufgestellt. Damals als sie sagte: Herr! Baue mir bei dir im Paradies ein Haus und errette mich von Pharao und seinem Tun und vom Volk der Frevler.“

Im nächsten Vers wird Maria, die Mutter Jesu a.s. wegen ihrer besonderer Eigenschaften allen Gläubigen, ob Mann oder Frau , als Vorbild vorgestellt. 

Aber die Kaaba in Mekka erinnert auch daran, wie sie damals die angehende Mutter Imam Alis einließ. Fatima Binte Assad hatte an der Kaaba zu Gott gebetet, dass er ihr die Geburt erleichtere. Und wie Augenzeugen berichten, öffnete sich daraufhin plötzlich die Mauer des Gotteshauses und Fatima Binte Assad konnte das Innere der Kaaba betreten. Hinter ihr schloss sich die Mauer wieder. Drei Tage später trat Fatima Binte Assad mit ihrem Kind auf dem Arm aus der gleiche Mauerspalte wieder aus der Kaaba hervor.

Dieses historische Ereignis gereicht den Frauen zur Ehre. Eine Ehre, an die der Hadsch mit seiner Umkreisung der Kaaba erinnert.

Nachdem der Prophet den Islam zu verkünden begonnen hatte, traten noch andere Frauen im direkten und indirekten Zusammenhang mit dem Hadsch in Erscheinung. Chadischeh, die Gemahlin des Propheten war die einzige Frau, die in den schweren Anfangszeiten des Islams neben dem Propheten und Ali gegenüber der Kaaba das Gebet verrichtete. Diese drei Großen führten die neue Kultur vor Augen, die einen Gegensatz zu der herrschenden mit Götzenanbetung vermischten Kultur bildete. In dieser Kultur standen Mann und Frau Seite an Seite gegenüber dem Hause Gottes.

Diese vorbereitenden Schritte für die Einführung der besonderen islamischen Rituale war die Grundlage für die späteren Hadschzeremonien.

Der Treueschwur, den die gläubigen Frauen während des Hadsches dem Propheten leisteten, zählt ebenso zu den wichtigen Beispielen dafür, wie die Wertstellung der Frau beim Hadsch zur Geltung kommt. Als der Prophet sein zweites Bündnis mit den Muslimen aus Medina in Mekka abschloss, befanden sich unter der 73-köpfigen Karawane aus Medina auch mehrer Frauen. Sie Frauen trafen sich am Abend des 13. des Hadschmonates Zi-Hadscheh in Mena mit dem Propheten und schlossen das Bündnis Biat-ul Nisa mit ihm. Durch dieses Bündnis wurde die Teilnahme der Frauen am Hadsch, welche bis dahin keine allgemeine Gültigkeit hatte, offiziell besiegelt.

Danach haben die Frauen zusammen mit den Männern dem Propheten am Hause Gottes – der Kaaba - den Treueid geschworen. 

Das letzte Ritual für die Hadschpilger ist das Tawaf Nisa - Diese Umkreisung der Kaabah zum Schluss der Hadsch wurden also nach den Frauen benannt. Nisa bedeutet „Frauen“. Dr. Hischmatallah Qanbari, ein iranischer Universitätsdozent sagt: „Der erzieherische Mindestaspekt der Nisa-Umkreisung ist der , dass der Hadschpilger vier hohe Stufen, welche Gott der Frau gab, würdigt und ihre menschlichen Gefühle lobt: Als erstes die Stufe der Mutter! 

Eine Mutter ist das Sinnbild für Güte, Liebe, und grenzenlose Opferbereitschaft. Und wenn von der Mutter die Rede ist und von den Rechten der Eltern so erinnert die Religion Gottes daran, dass die Rechte der Mutter als erstes zu beachten sind.

Die Mutter ist der zentrale Halt für die Erziehung. Sie ist ein Segen, den Gott schickt.

Zweitens nimmt die Frau einen besonderen Platz als Schwester ein. Ihre Liebe zum Bruder ist groß.

Drittens ist der Platz der Frau als Ehefrau zu ehren und dieser Platz ist von großer Wichtigkeit.

Viertens: die Stellung der Frau als Tochter!

Eine Tochter hegt besondere Liebe zu ihren Eltern.

Ja, und der Hadschpilger soll diese wichtigen Positionen, die eine Frau mit ihren aufrichtigen Gefühlen einnimmt würdigen. 

In Frauenfragen unterscheidet sich der Islam in der Art, wie er ihren Wert und ihre Würde bewahrt, und dabei handelt es sich nicht um eine Benachteiligung der Frau.

Die Atmosphäre des Hadsches regt die Frauen zur Beteiligung am gesellschaftlichen Leben an.

Der Hadsch ist ein wichtiger einflussreicher Faktor für die Wiederbelebung der Kultur des Korans zwecks Herstellung der Rechte der Frauen und Entfaltung ihrer Fähigkeiten.

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