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Saturday 6th of June 2020
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Bahnbrecher der Annäherung 2



Mahmmud Schaltut

Mahmmud Schaltut war ein islamischer Rechtsgelehrter, Absolvent, Dozent und Rektor der Al-Azhar-Universität 1959-1963.
Mahmmud Schaltut wurde 1893 in Minyat Bani Mansur in Unterägypten geboren. In jungen Jahren lernte und später lehrte er an der Al-Azhar-Universität in Kairo. Er setzte sich seit 1924 gegen den Widerstand der meist konservaativen Gelehrten für die Reformierung dieser Universität ein. 1958 wurde er Rektor [scheich] der Al-Azhar-Universität. In dieser Funktion förderte er die Modernisierung der Azhar entsprechend dem Gesetz über deren Entwicklung aus dem Jahre 1961 und trug dadurch auch zu ihrer erhöhten internationalen Wirkung bei. Gleichzeitig förderte er die Annäherung zwischen Sunniten und Schiiten. In islamischen Kreisen als Weltberühmt gilt sein Rechtsurteil [fatwa], das die Rechtsschule der Dschafariten als den vier sunnitischen Rechtsschulen gleichwertige Rechtsschule anerkannt hat. Weniger bekannt ist, dass im gleichen Rechtsurteil [fatwa] der freie Wechsel zwischen den fünf Rechtsschulen erlaubt wird, was selbst innerhalb der vier sunnitischen Rechtsschulen vorher nicht möglich war.
Der Text des Rechtsurteils [fatwa] war eine Reaktion auf die Frage:
"Manche glauben, dass es für einen Muslim zur korrekten Erfüllung seines Gottesdienstes notwendig ist, sich einer der vier bekannten (sunnitischen) Rechtsschulen anzuschließen, wobei die Schia und die Zaidiya nicht dazu gehören. Stimmt seine Exzellens mit dieser Meinung überein und verbieten Sie beispielsweise die Rechtsschule der Zwölfer-Schia?"
Die Antwort lautete:
1. Der Islam verlangt von einem Muslim nicht die Befolgung einer bestimmten Gruppe. Vielmehr sagen wir: Jeder Muslim hat das Recht einer Rechtsschule zu folgen, die korrekt übermittelt wurde und dessen Rechtsurteile [fatwa] in ihren Büchern zusammengestellt ist. Und jeder, der solch einer Gruppe folgt darf zu einer anderen wechseln und es soll kein Delikt für ihn sein, wenn er es tut.
2. Die dschafaritische Rechtsschule, die auch bekannt ist als Zwölfer-Schia ist eine Rechtsschule, die im Gottesdienst zu befolgen genau so religiös akzeptabel ist, wie die Befolgung der anderen sunnitischen Rechtsschulen.
Muslime müssen das wissen und sind verpflichtet, ungerechte Vorurteile gegenüber irgendeiner Rechtsschule zu unterlassen, zumal die Religion ALLAHs und das islamisches Recht [scharia] nie auf eine bestimmte Rechtsschule begrenzt wurde. Alle Rechtsgelehrten [mudschtahid] werden vom allmächtigen ALLAH akzeptiert, und jemandem der nicht (selbst) Rechtsgelehrten [mudschtahid] ist, ist es erlaubt, sie nachzuahmen und das zu praktizieren, was sie in ihrer islamischen Rechtswissenschaft festlegen und es gibt keinen Unterschied dabei bezüglich Gottesdienst und den Riten."
Es ist davon auszugehen, dass Scheich Schaltut bei seinen Recherchen für dieses Rechtsurteil [fatwa] beeinflusst war von einem seiner Vorgänger im Amt des Rektors namens Salim al-Bischri, der maßgeblich an dem Werk "Die Konsultation [al-muradschaat]" mitgewirkt hatte.
Unter Schaltuts Werken sind neben Arbeiten zum Heiligen Qur'an, unter anderem einer Auslegung [tafsir], besitzen eine aufgeschlossene wie traditionsgemäße Einführung in den Islam.



Sayyid Qutb- ein Drehpunkt der Einheit

Sayyid Qutb, ein Führer der Ichwan al-Muslimun (Muslimbruderschaft), hat auf die muslimische und arabische Jugend seit der späten sechziger Jahren einen grundlegenden Einfluss gehabt.
 In den letzten Jahren hatten ihn westliche Schriftsteller den einflussreichsten muslimischen Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts neben Sayyid Maududi genannt.
Diejenigen Werke Qutbs, die vor 1951 erschienen, sind mehr moralisch geprägt. Vor allem die Bekanntschaft mit Maududi machten ihn zu einem Revolutionär, wobei Maududis Gedanken, vor allem der, dass der Islam ein kompletter Lebensweg ist und dass es die höchste Verantwortung eines jeden Muslims sei, Allahs Gesetze auf der Welt zu vertreten, eine sehr wichtige Rolle spielte. Sein zweijähriger Aufenthalt in den USA (1948 – 1950) öffnete ihm die Augen für die Fehler der westlichen Kultur und nichtislamischer Ideologien.
Nach seiner Rückkehr nach Ägypten gab er seine Arbeit im Erziehungsdirektorium auf und widmete sich ganz der Idee, das politische System von Grund auf zu verändern. Ichwan wurde ideologisch wichtig, als Sayyid Qutb im Gefängnis an einem Buch schrieb, in welchem er Schahid Hasan al-Bannas Traum von der Errichtung eines islamischen Staates in einem von Grund auf islamisierten Ägypten überdachte. Sayyid Qutb schlug vor, dass eine revolutionäre Vorhut zuerst einen islamischen Staat gründen und dann die ägyptische Gesellschaft, welche auf arabische nationale Ideologien abgewichen war, islamisieren solle.
Seine ununterbrochenen elf Jahre hinter Gefängnismauern hatten ihm die Möglichkeit gegeben zu bestätigen, auf was er durch Maududis Werke aufmerksam gemacht worden war und das war es gewesen, was die verweltlichten Anhänger Nassirs davon überzeugte, ihn aufgrund von falschen Beschuldigungen schließlich zum Tod zu verurteilen.
Neben dem Propheten Mohammad (SA) haben auch zwei Zeitgenossen, das heißt mein Vater, Imam Hasan al-Banna und der Märtyrer Sayyid Qutb, einen großen Einfluss auf mich gehabt. Die ersten beiden islamischen Bücher, welche ich als Jugendlicher gelesen hatte, waren „Dirasat Islamija“ (Islamische Studien) und Al -adala Al -idschtima’iyya Fi-l-Islam (Soziale Gerechtigkeit im Islam), beide von Sayyid Qutb. Obwohl ich Sayyid Qutb niemals getroffen oder gesehen hatte, kannte ich ihn, wie die meisten anderen Muslime, die sich mit islamischen Werken beschäftigen, durch seine vielen Bücher, wie die soeben erwähnten, seinen großartigen Qur’ankommentar, „Fi zilal-al-Qur’an“ (Im Schatten des Qur’an) und andere Bücher.
Sayyid Qutb war am 8. Oktober 1906 in dem ägyptischen Dorf Muscha, das zum Stadtbezirk von Quaha in der Provinz Assiut gehört, geboren worden. Er wurde 1912 in der Grundschule in Muscha eingeschult und beendete sie 1918. Aufgrund der Revolution im Jahre 1919 konnte er zwei Jahre lang nicht die Schule besuchen. Sein Vater hieß Hadsch Qutb, Sohn des Ibrahim, und war in seinem Dorf eine bekannte religiöse Person gewesen. Seine Mutter war ebenso eine religiöse Frau aus einer angesehenen Familie. Sie kümmerte sich um ihn und seine zwei jüngeren Schwestern Hamida und Amina sowie um den jüngeren Bruder Muhammad. Nach seiner Grundschulzeit in Muscha zog Sayyid Qutb 1920, als er vierzehn Jahre alt war, zur Weiterbildung nach Kairo, wo er bei seinem Onkel, Ahmad Husain Osman lebte. Es soll angemerkt werden, dass er mit zehn Jahren, als er noch in seinem Dorf lebte, den Qur’an auswendig gelernt hatte. Sein Vater starb, als er in Kairo lebte. Daher überzeugte er seine Mutter, nach Kairo zu ziehen, wo sie 1940 verstarb. Nach dem Tod seiner Mutter drückte er seine Einsamkeit in verschiedenen Artikeln aus (z.B. in „Ummi, meine Mutter“), welche in dem Buch „Atatiaf Al arbaa“ (Die vier Lichter), welches er mit seinen Schwestern und seinem Bruder schrieb, veröffentlicht wurden.
In Kairo schloss er seine Schulzeit mit dem Gymnasium ab und immatrikulierte sich 1929 in der pädagogischen Hochschule „Darul Ulum“. 1939 schloss er das Studium als Arabischlehrer mit dem Bachelor of Arts ab, danach trat er dem Bildungsministerium bei. Nach etwa sechs Jahren verließ er das Bildungsministerium als ein Lehrer und arbeitete als freier Schriftsteller. Ein Grund, weshalb er seine Lehrertätigkeit aufgegeben hatte, war, dass er mit den Ansichten des Bildungsministeriums und einiger Kollegen, welche seine Bildungsphilosophie und seinen Umgang mit der literarischen Kunst kritisierten, nicht einverstanden war.
Von 1939 bis 1951 konnte ein offensichtlicher Wechsel in seinen Schriften über die islamische Ideologie bemerkt werden. Er schrieb verschiedene Artikel über den künstlerischen Ausdruck des Qur’an sowie zwei Bücher mit dem Titel „Ausdruck des Qur’an“ und „Szene aus dem Tag des Gerichts“. 1948 wurde sein Buch „Soziale Gerechtigkeit im Islam“ veröffentlicht, worin er darlegte, dass wahre soziale Gerechtigkeit nur im Islam realisiert werden kann. Im November 1948 ging er in die USA, um Erziehungswissenschaften zu studieren. Er pendelte zweieinhalb Jahre zwischen Washington D.C. und Kalifornien, wobei ihm das materialistische Verhalten in der Literatur und das Fehlen der Spiritualität auffiel. 1950 brach er seinen Aufenthalt in den USA ab und kehrte nach Ägypten zurück. Sayyid Qutb nahm seine Tätigkeit als Lehrer und Inspektor im Bildungsministerium wieder auf, bevor er diese Ämter im Oktober 1952 erneut niederlegte- wieder aufgrund seiner wiederholten philosophischen Uneinigkeit mit dem Bildungsministerium und Kollegen.
Von 1951 bis 1965 war er Mitglied der Ichwan (Muslim-Bruderschaft). Er hatte klare Vorstellungen von den Irrtümern vieler vorherrschender sozialer und politisch- ökonomischer Ungerechtigkeiten und die Notwendigkeit einer islamischen Reform. Qutb wurde Hauptredakteur der Zeitschrift der Ichwan. Während dieser Periode erschienen verschiedene seiner Bücher über islamische Ideologie und den Islam als ein kompletter Lebensweg. Qutb wurde inhaftiert, als der Muslim-Bruderschaft 1954 Versuche zum Regierungssturz vorgeworfen wurden. Sein Urteil lautete: 15 Jahre Haft mit schwerer Zwangsarbeit. Er verblieb im Jara-Gefängnis für etwa zehn Jahre. Aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes waren ihm durch die Intervention des irakischen Präsidenten Abd us Sallam Arif die restlichen Jahre der Haftzeit erlassen worden.
1965 veröffentlichte er sein berühmtes Buch „ma'alim fi-t-tariq“ (Meilensteine), welches zu seiner erneuten Verhaftung führte, weil man ihn der Verschwörung gegen den ägyptischen Präsidenten Abdul Nasser anklagte. Nach der Verhandlung war er aufgrund vieler Auszüge aus seinem Buch „Meilensteine“ schnell zum Tod verurteilt worden. Es gab Proteste auf der Welt und in verschiedenen muslimischen Ländern, bei denen der Aufruf an den Präsidenten Abdul Nasser erging, Sayyid Qutb zu begnadigen. Trotz vieler Demonstrationen und Ablehnung in verschiedenen muslimischen Ländern wurde Sayyid Qutb am 29. August 1966 hingerichtet. Er hinterließ 24 Bücher, einschließlich verschiedener Romane, diverse Werke über Literaturkritik, über Erwachsenen- und Kindererziehung und verschiedene religiöse Bücher sowie einen dreißigbändigen Qu’ankommentar.
Sayyid Qutb wird immer aufgrund seines Vermächtnisses hinsichtlich der klaren Definition der grundlegenden Gedanken in Bezug auf die Einheit und Souveränität Gottes, dem klaren Unterschied zwischen reinem Glauben und dem offenen und versteckten Verbinden Allahs mit Teilhabern (Schirk) und der einzigen Hoffnung für die Errettung der Menschheit in Erinnerung bleiben. Als Sayyid Qutb hingerichtet wurde, hat er gelächelt, wodurch er seiner Überzeugung von dem schönen Leben, welches ihn im Paradies erwartete, Ausdruck gab- ein Leben, welches er mit Sicherheit zu Recht verdiente.
Er vertrat die Idee eines panislamischen Staates, der ausschließlich von der Scharia verwaltet werden sollte, als eine Idee, deren Zeit in einer Epoche betont nationaler Ideologien gekommen war. Er sagte:
„Heutzutage wächst die ganze Welt in großen ideologischen Formationen, welche sich in Doktrinen und Glaubensrichtungen ausdrücken, zusammen. Islamische Einheit anzustreben entspricht jedoch viel mehr dem Geiste der Zeit, in welcher wir leben.“



Allama Sayyid Muhammad Husain Tabatabai


Allama Sayyid Muhammad Husain Tabatabai war einer der größten Gelehrten [faqih] des Islam im 20. Jh. n.Chr. und vor allem bekannt für sein Lebenswerk al-Mizan.

 

Er wurde 1892 n.Chr. in Täbriz in einer Gelehrtenfamilie geboren. Im Alter von fünf Jahren verlor er seine Mutter. Sein Vormund gab ihn und seinen jüngeren Bruder in die Obhut eines Dieners und eines Hausmädchens. Kurz nach dem Tod des Vaters wurden sie in die Grundschule eingeschult und besuchten dann die Hauptschule. Schließlich wurde ihre Schuldbildung einem Tutor anvertraut, der Hausbesuche machte; auf diese Weise lernten sie sechs Jahre lang persisch und grundlegende Schulfächer.

1918 n . Chr. begann er mit dem Theologie und Arabischstudium. Sieben Jahre lang studierte er Grammatik, Rhetorik, Rechtsprechung, Rechtsprinzipien, Logik [mantiq], Philosophie und Theologie. 1925 n.Chr. reiste er nach Nadschaf, um den Unterricht von Ayatollah Scheich Muhammad Husain Esfahani zu besuchen. Unter seiner Führung nahm er sechs Jahre an einen Kurs der Rechtsprinzipien teil, und vier Jahre an einen Kurs in Rechtsprechung.

Etwa sieben Jahre lang studierte er Rechtsprechung bei Ayatollah Muhammad Hussein Naini und führte unter seiner Leitung einen Kurs über die Prinzipien des Gesetzes durch. Er studierte Rechtsprechung auch bei Ayatollah Hudschat Kuhkanari.

Im Bereich der Philosophie hatte er das große Glück, bei den angesehensten Philosophen jener Zeit, Sayyid Hussein Badkubi, studieren zu dürfen. Im Verlauf der sechs Jahre, in denen sein Studium andauerte, studierte er Sabzawaris Monzuma, Mulla Sadras Asfar und Masahir Ibn Sinas Sifa, Ibn Tarkas Tamhid, und Ibn Muskuyas Achlaq. Aus dem großen Interesse, das Sayyid Badkubi seiner Erziehung beimaß, um seine Begeisterung für die Philosophie mit einer Bekanntschaft mit einem rigorosen Denkstil zu unterstützen, wies er ihn an, Mathematik zu studieren. Um dieser Anweisung gerecht zu werden, besuchte er den Unterricht von Sayyid Abulghasem Hunsari einem großen Mathematiker. Bei ihm studierte er auch analytisches logisches Denken und alle Bereiche der traditionellen Mathematik.

Aufgrund von Schwierigkeiten hinsichtlich der Finanzierung seines Lebensunterhalts war er gezwungen im Jahre 1935 in seinem Geburtsort Täbriz zurückzukehren. Dort lebte er gut zehn Jahre, die er als eine Zeit der spirituellen Leere ansah, denn er wurde durch das unvermeidbare Engagement und sozialen Kontakte, die mit dem Verdienen des Lebensunterhalts durch Landwirtschaft einhergingen, von Lehre und Nachdenken weitgehend abgehalten.

1946 ließ er diese Situation hinter sich und siedelte nach Qum über, wo er seine Lehrtätigkeit wieder aufnahm. In Qum begann er zu unterrichten, indem er sich auf die Auslegung [tafsir] des Heiligen Qur'an, die traditionelle islamische Philosophie und die Theosophie konzentrierte, die dort seit vielen Jahren nicht mehr gelehrt worden war. Seine interessante Persönlichkeit und geistige Erscheinung zogen bald einige der intelligentesten und kompetentesten Studenten an, so dass die Lehren von Mulla Sadra allmählich wieder zu einem Eckpfeiler des traditionellen Lehrplans wurden. Zu seinen bekanntesten Schülern gehörten Ayatollah Seyyid Mohammed Hosseini Beheschti und Ayatollah Morteza Motahhari.

Er unternahm häufig Reisen nach Teheran, wo er junge Iraner mit moderner Bildung unterrichtete, denn nach dem Zweiten Weltkrieg, als der Marxismus in Mode kam, war er der einzige Religionswissenschaftler, der die philosophische Basis des Kommunismus studierte und aus traditioneller Sicht eine Antwort auf den dialektischen Materialismus gab. Es fanden regelmäßige Sitzungen statt, die von einer ausgewählten Gruppe Iraner und in der Herbstzeit von Henri Corbin besucht wurden und in denen die grundlegendsten und drängendsten geistigen und rationalen Probleme diskutiert wurden. Dabei wurden nicht nur die klassischen Texte Göttlicher Weisheit und der Gnosis studiert, sondern auch vergleichende Gnosis, wobei die heiligen Texte der Hauptreligionen wie die Upanischaden, das Johannesevangelium usw. diskutiert und mit dem Sufismus und den gnostischen Doktrinen des Islam verglichen wurden.

Zusätzlich zu einem anspruchsvollen Programm von Unterricht und Lehre hat Allama Tabataba'i zahlreiche Schriften verfasst, die seine große Bedeutung in und für die islamische Welt und die islamischen Wissenschaften bezeugen. Sein bedeutendstes Werk ist seine Auslegung [tafsir] des Heiligen Qur'an mit dem Titel Al-Mizan.

Seine Schüler waren:

1 . Sayyid Jalaledin Aschtiani

2 . Dr. Golamhossein Ebrahimi Dinani

3 . Ahmad Ahmadi

4 . Sayyid Mohammad Ali Abtahi

5 . Sayyid Mohammad Bagher Abtahi

6 . Ali Ahmadi Miangi

7 . Jahya Ansari

8 . Scheikh Abbas Izadi

9 . Ebrahim Amini

10 . Sayyid Mohammad Hosseini Beheschti

11 .Abdollah Javadi Amoli

12. Hassan Hassanzade Amoli

13 . Sayyid Mahdi Rohani

14 . Ezedin Zangani

15 .Mohammad Sadeghi Tehrani

16 . Imam Musa Sadr

17 . Sayyid Mohammad Hossein Kalezari

18 . Mohammad Taghi Mesbah Yazdi

19 . Mohammad Mofateh

20 . Morteza Motahari

21 . Naser Makarem Schirazi

22 . Hossein Nuri Hamedani

23 . Sayyid Yahya Yasrebi
Sayyid Muhammad Baqir al-Sadr


Sayyid Muhammad Baqir al-Sadr wurde 1936 in Kazimein geboren. Er war ein Vorbild der Nachahmung und einer der größten Gelehrten des Irak im 20. Jh. n.Chr.. Aufgrund seiner besonderen Verbundenheit zu Imam Khomeini wurde er am 8.4.1980 zusammen mit seiner Schwester Bintulhuda von Saddam ermordet.

Muhammad Baqir al-Sadr ist Sayyid aus einer sehr bekannten Gelehrtenfamilie.

1958 führte General Qasem im Irak einen Militärputsch gegen den Briten eingesetzten König durch. Zu der Zeit waren die schiitischen Gelehrten in der Religions-Hochschule gespalten zwischen traditionellen Gelehrten, die politischer Betätigung vollkommen abgeneigt waren, und anderen, die sich dafür einsetzten, dass sich auch die Geistlichen politisch betätigten. Diese organisierten sich in der "Vereinigung der Gelehrten" [dschamaat al-ulama] in Nadschaf, um gegen die antireligiösen Tendenzen in der Gesellschaft vorzugehen. Zu der Zeit war Muhammad Baqir al-Sadr noch ein sehr junger Gelehrter, und er wurde noch nicht als ein offizielles Mitglied anerkannt. Er konnte jedoch über seinen Schwiegervater Scheich Murtadha al-Yasin, der ein führendes Mitglied dieser "Vereinigung der Gelehrten" war, sowie durch seinen Bruder Ismail al-Sadr einen gewissen Einfluss auf die Gruppe ausüben. Schon bald entstand ein Konflikt zwischen der "Vereinigung der Gelehrten" und dem Qasem-Regime, als Ayatollah Muhsin al-Hakim ein religiöses Rechtsurteil erließ, in dem Kommunismus mit Atheismus gleichsetzte wurde und er Muslimen verbot, der kommunistischen Partei beizutreten oder sie zu unterstützen.

1959 gab Ayatollah al-Sadr sein erstes philosophisches Werk "Unsere Philosophie [falsafatuna] heraus, mit unter anderem einer Kritik am Kommunismus. Sein zweites Werk "Unsere Wirtschaft" [iqtisaduna] kritisierte die wirtschaftliche Theorie des Kommunismus und Kapitalismus, und so wollte er das Argument der Kommunisten und der Säkularisten entkräften, dass der Islam keine Antworten und Lösungen auf die wirtschaftlichen Probleme des modernen Menschen habe. Damit wollte er auch zeigen, dass der Islam sehr wohl ein Konzept für die Wirtschaft hat. Er war auch der erste Gelehrte, der ein wirtschaftliches Konzept auf der Basis des Islam formulierte. "Unsere Wirtschaft" [iqtisaduna] gilt als eines der umfangreichsten islamischen Werke zum Thema.

Ayatollah al-Sadr gründete in der Zeit zusammen mit anderen Gelehrten die Dawa-Partei (Einladungs-Partei), und wurde ihr Oberhaupt. Ihr Ziel war, aufrichtige und aktive Muslime zu organisieren und später das korrupte Regime zu stürzen und einen islamischen Staat zu errichten.

1960 kehrte er an die Religions-Hochschule in Nadschaf zurück. Einige seiner Gegner initiierten damals eine Kampagne gegen ihn, und behaupteten, dass seine politischen Aktivitäten schädlich für das Überleben der Religions-Hochschule seien. Sie übten so viel Druck auf ihn aus, dass er seine politischen Aktivitäten aufgab. 1962 zog er sich von Al-Da'wa zurück und lehrte fortan bis 1980 an der Religions-Hochschule in Nadschaf. Er blieb jedoch mit der Da'wa Partei weiter in Kontakt, wie einige ihrer Mitglieder berichtet hatten.

Ayatollah Sadrs Bemühungen um Reformen richteten sich nun auf die Religions-Hochschule selbst. Er strebte danach, den Lehrplan vielseitiger zu gestalten als die traditionelle Lehre. Er half beim Aufbau des Usul al-Din-Hochschule in Bagdad und stellte dessen Lehrpläne auf. Er schrieb drei Lehrbücher über den Heiligen Qur'an, die islamische Rechtswissenschaft und über islamische Wirtschaft für die Studenten im ersten und zweiten Studienjahr. Jedoch scheiterten seine Reformbemühungen in der Religions-Hochschule am Widerstand sowohl der traditionell orientierten Studenten als auch der Gelehrten.

1964-1968 war eine Art goldenes Zeitalter für den Islam im Irak, da die Baath-Partei Qasem stürzte und auch in sich und auch mit anderen Gruppierungen zerstritten war. So konnte die Dawa-Partei in den Universitäten und unter den Intellektuellen ihre Mitgliederzahl steigern. Viele neue religiöse Zentren wurden gegründet, die Gelehrten aus Kazimein und Bagdad organisierten sich ähnlich wie damals die "Vereinigung der Gelehrten" und die die Organisation nannte sich "Lebens vereinigung der Gelehrten in Bagdad und Kazimein" [hayat dschmaat al-ulama fi bagdad wa-l kazimiyya].

Am 16. Juli 1968 kam die Baath-Partei an die Macht und es gab eine neue Phase der Unterdrückung des Islams. Der erste Schritt zur Repression der Schiiten war, dass die Regierung einige Schulen schloss und es wurde ein Gesetzt erlassen, das die irakischen Studenten der Religions-Hochschule dazu zwang, den bewaffneten Kräften des Staates beizutreten, wovon sie vorher befreit waren. Ayatollah Sadr ging in den Libanon, um den Widerstand aus dem Ausland zu organisieren. Dazu nahm er Kontakt auf mit dem Büro des schiitischen Hohen Rats auf, der von seinem Vetter Sayyid Musa as-Sadr geleitet wurde. Musa as-Sadr schickte Telegramme zu den Oberhäuptern der islamischen Staaten und machte sie darin auf die Repressionen der irakischen Regierung gegen die Gelehrten in Nadschaf aufmerksam. Einige wenige gaben "moralische" Unterstützung aber niemand handelte.

Nach seiner Rückkehr in den Irak hielt Ayatollah Sadr zusammen mit den bekannten Geistlichen Mahdi al Hakim und Muhsin al-Hakim ein offizielles Treffen im Mausoleum von Imam Ali (a.) ab, wo er das irakische Regime verurteilte . Er hatte auch vor, eine Massendemonstration in Kerbela abzuhalten, aber die Regierung klagte Mahdi al-Hakim an, angeblich mit Hilfe der USA und Israel einen Putsch zu planen, und das trieb die schiitischen Oberhäupter in die Defensive. Mahdi al-Hakim wurde ausgewiesen, und Muhsin al-Hakim zog sich nach Nadschaf zurück, wo er einige Monate später starb. Danach intensivierte das Ba'ath-Regime seine Unterdrückung der Schiiten an der Religions-Hochschule. Da die Mehrheit ihrer Studenten ausländischer Herkunft waren, wurden sie ausgewiesen, und die irakischen Studenten wurden überwacht. Das fürhte Chaos in die Hawza.

Damals überzeugte Ayatollah Sadr das damalige bekannteste Vorbild der Nachahmung im Land Ayatollah Abul-Qasim Chui dass er einen religiösen Erlass [Hukm] veröffetnlichen sollte, welches den Studenten der Religions-Hochschule dazu verpflichtet, ihre Studien fortzusetzen. Das Baath-Regime scheute die Konfrontation mit Ayatollah Khui, der als unpolitisch galt, und vertagte seine Deportationspolitik. Dafür versuchte die irakische Regierung, die Dawa-Partei niederzuschlagen, indem sie viele ihrer Mitglieder verhaftete. Diese Verhaftungen resultierten in einem öffentlichen Aufschrei der religiösen Gelehrten, darunter Ayatollah Abul-Qasim Khui, Imam Khomeini und Ayatollah Sadr. Ayatollah Sadr gab dann ein religiöses Rechtsurteil heraus, dass Studenten und Gelehrte der Religions-Hochschule nicht Mitglied einer politischen Partei sein durften, da er dem Regime keinen Vorwand liefern wollte, Gelehrte der Religions-Hochschule hinzurichten. Ayatollah Sadr selber wurde erstmals in Bagdad verhört, aber zunächst wieder freigelassen. Kurze Zeit später 1975 brachte er sein eigenes religiöses Regelwerk [risala] mit dem Titel "Fatawa al-Wadhiha" heraus. Einige Jahre zuvor, 1971, wurde ihm in vergleichsweise jung Jahren der Titel eines Vorbildes der Nachahmung zugesprochen

Damals kam er auch in direkten Kontakt mit Imam Khomeini, da der Schah von Iran Imam Khomeini nach Nadschaf ins Exil schickte. Fortan sollte er Sadrs Vorbild sein.

Anfang 1977 leitete das Baath-Regime die schwersten Repressionen gegen die Schiiten ein, als es die jährlichen Trauerzeremonien zu Aschura verbot. Das Regime hatte dieses seit 1970 versucht, vor allem in Nadschaf und Kerbela. 1977 war aber das Regime fest entschlossen, jegliche Mittel anzuwenden, um die traditionellen Prozessionen zu unterbinden, da sie diese als Hindernis auf dem Weg zur Säkularisierung betrachtete. Dieses Verbot rief 1977 Unruhen in Nadschaf hervor, und die Schiiten, leisteten Widerstand, etwa 30000 Menschen begannen ihre Prozession von Nadschaf nach Kerbela und trugen Spruchbänder, auf denen viele Verse aus dem Heiligen Qur'an standen. Angesichts dieses Widerstandes bot die Regierung den Demonstranten an, das Prozessionsverbot aufzuheben, wenn die Leute aufhören würden, Parolen gegen die Regierung zu skandieren. Aber die Stimmung war so sehr gegen die Regierung, dass die Menschen nicht bereit waren, diesen Kompromiss einzugehen. Da setzte das Regime Panzer, Hubschrauber und Kampfflugzeuge ein, um den Weg nach Kerbela abzuschneiden. Hunderte von Demonstranten schafften es, nach Kerbela zu gelangen, weil viele Offiziere für die Demonstranten Sympathie empfanden und sich weigerten, auf sie zu schießen. Daraufhin setzte das Regime die Sicherheitstruppen und die Polizeikräfte ein, damit sie die Prozession in den Straßen von Kerbela aufhalten und so viele Demonstranten wie möglich zu verhaften sollten. Hunderte von Demonstranten wurden verhaftet und viele verletzt. Sieben wurden zum Tode verurteilt und fünfzehn zu lebenslanger Haft. Dieses Ereignis führte zu Spaltung innerhalb der Baath-Partei, aber die Fraktion, die von Saddam angeführt wurde, setzte sich durch und enthob die Kritiker der Repressionen ihrer Ämter. Das Regime vermutete Ajatullah Sadr hinter den Demonstrationen, da sie so gut organisiert waren, und Organisation war eine große Stärke von ihm. Er wurde verhaftet und in Bagdad verhört, aber auf Verlangen des Volkes wurde er freigelassen, da die Regierung keine neuen Unruhen durch die Religions-Hochschule provozieren wollte.

Die Führer der Baath-Partei hatten angenommen, dass ihre repressiven Maßnahmen 1977 der religiösen Opposition auf Jahre ein Ende gesetzt hätte, aber die beginnende Islamische Revolution im Iran 1978 brachten neuen Schwung in die Bewegung. Imam Khomeini hatte die letzten 14 Jahre in Nadschaf gelebt. Die voranschreitende Islamische Revolution im Iran zeigte den Aktivisten, dass ein Unterdrücker-Regime, dass durch westliche Geheimdienste unterstützt wurde, besiegt werden konnte, und dass die islamische Ideologie in der Lage war, die Massen dazu zu führen, den erträumten Islamischen Staat zu errichten. Ajatullah Sadr schickte eine umfangreiche Botschaft an das iranischen Volk, während Imam Khomeini von Saddam abgeschoben wurde und in Paris weilte. Inder Botschaft erklärte er seine Unterstützung und pries die Islamische Revolution.

Nachdem Imam Khomeini nach Iran zurückgekehrt war, schickte Ayatollah Sadr seinen engsten Schüler Mahmud al-Haschimi in den Iran als seinen Vertreter. Beide Aktionen wertete das Baath-Regime als Provokation und versuchte die Araber im Iran gegen Imam Khomeini aufzuhetzen. Aber Ayatollah Sadr forderte sie im Gegenteil dazu auf, Imam Khomeini und der Führung der islamischen Revolution zu gehorchen, da die Islamische Republik den Staat repräsentierte, den Prophet Muhammad (s.) begründet hatte, in dem verschiedenen Nationalitäten und ethnische Gruppen in Frieden leben konnten. Er sagte: "Verschmelzt euch mit Imam Khomeini, so wie er sich mit dem Islam verschmolzen hat."

Ayatollah Sadr gab dann sechs Schriften über die Gründung eines Islamischen Staates heraus. Eine davon handelte von der religiösen Basis, die eine islamische Republik formte. Er beschrieb die Struktur eines Islamischen Staates und die Funktionen der einzelnen Abteilungen seiner Regierung. Sein kühnster Schritt gegen die irakische Regierung war, dass er ein religiöses Rechtsurteil erließ, die es Muslimen verbot, in der Baath-Partei oder in ihren Tochter-Organisationen tätig zu sein. Dieser Schritt war so gefährlich, dass viele von Ajatollah Sadrs Vertretern in verschiedenen irakischen Städten zögerten, sie zu publizieren, da sie sowohl um ihre eigene Sicherheit fürchteten als auch um das Leben Ayatollah Sadrs. Um sein religiöses Rechtsurteil bekannt zu machen, ermutigte er seine Studenten, während seiner Lehrveranstaltungen in der Religions-Hochschule Fragen zu stellen, ob es erlaubt sei, in der Baath-Partei aktiv zu sein. Danach erwartete das Volk schwerste Repressionen gegen Ayatollah Sadr, aber das Regime verhielt sich zunächst abwartend.

Dann sandte Imam Khomeini eine Botschaft zu Ayatollah Sadr und riet ihm, in der Religions-Hochschule zu bleiben und den Irak nicht zu verlassen, und Ayatollah Sadr hatte auch nie die Absicht gehabt, das Land zu verlassen, obwohl er wusste, dass ihm Verfolgung oder gar der Tod drohten. Imam Khomeinis Botschaft und Sadrs Antwort wurden von Millionen im Irak gehört, und sie lösten eine Welle von Demonstrationen aus in vielen Städten im Irak, für Ayatollah Sadr und als Unterstützung Imam Chomeinis, die turbulentesten davon in Nadschaf, und viele Demonstranten wollten auch von Ayatollah Sadr empfangen werden. Da Ayatollah Sadr um das Leben seiner Anhänger fürchtete, bat er sie, die Demonstrationen einzustellen. Er sagte zu einigen der Dawa-Mitglieder, dass das Regime sich nur ruhig verhielt, weil es etwas Schlimmeres plante, quasi die Ruhe vor dem Sturm, und er wies daher seine Anhänger zu Vorsicht an.

Dann schlug das Regime zu. Ayatollah Sadrs Vertreter und Hunderte von den Dawa-Mitgliedern wurden verhaftet oder hingerichtet. Dann wurde Ayatollah Sadr selbst verhaftet und nach Bagdad verschleppt. Seine Schwester Amina al-Sadr, auch bekannt als Bint al-Huda, ging zu dem Mausoleum von Imam Ali (a.) und hielt eine feurige Rede, in der sie die Leute zu Demonstrationen und Unterstützung ihres Oberhauptes Ayatollah Sadrs aufrief, ganz nach dem Vorbild Zainab bint Alis (a.). Als die Nachricht über seine Verhaftung sich verbreitete, gab es viele Unruhen in Bagdad, Basra, Kerbela und anderen irakischen Städten. Der Basra von Nadschaf wurde geschlossen, und es gab Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Unruhen wurden so stark, dass das Regime Ayatullah Sadr am nächsten Tag freilassen musste. Das Ausmaß der Unruhen machten der irakischen Regierung deutlich, wie viele Anhänger Ayatollah Sadr in der Bevölkerung hatte, und was für eine Bedrohung er für das Fortbestehen des Baath-Regimes war.

Es gab immer wieder Massenverhaftungen, Folterungen und mindestens 238 Hinrichtungen, und keinerlei Proteste aus der Westlichen Welt, es wurde dort nicht einmal gemeldet. Ayatollah Sadr selbst wurde unter Hausarrest (1979-1980) gestellt, und das Regime versuchte, ihn zu zwingen, sich öffentlich gegen die Islamische Revolution auszusprechen und das Volk dazu aufzufordern, die irakische Politik gegen die junge Islamische Republik Iran zu unterstützen. Er weigerte sich, das zu tun.

Daraufhin schickte das Regime einen anderen Vermittler, Scheich Isa al-Khaqani, um ihn aufzufordern, nur eine von den fünf Bedingungen zu erfüllen, um sein Leben zu retten. Er sollte entweder aufhören,

1. Imam Khomeini zu unterstützen,

2. öffentlich für die Politik der Regierung sich aussprechen,

3. ein religiöses Rechtsurteil erlassen, die die Aktivität in der Dawa - Partei verbot,

4. das religiöse Rechtsurteil widerrufen, in welcher er Aktivitäten in der Baath-Partei für Muslime verboten hatte,

5. oder einer arabischen Zeitung ein Interview geben, dass er mit dem irakischen Regime verbunden war.

Daraufhin sagte Ayatollah Sadr, dass seine Tage ohnehin gezählt wären, und er entschloss sich, all diese Bedingungen nicht zu akzeptieren, in Erwartung Märtyrer zu werden. Er sagte zu al-Khaqani. "Das Einzige, was sich in meinem Leben erreichen wollte, ist, die Errichtung einer islamischen Regierung auf der Welt zu ermöglichen. Da sie unter der Führung Imam Khomeinis zustande gekommen ist, macht es keinen Unterschied für mich, ob ich am leben bin oder tot, da sich mein Traum und meine Hoffungen erfüllt haben, Gott sei Dank." Einige islamische Gruppen griffen Tarek Aziz an und töteten seine Leibwächter. Der neue Präsident Saddam schwor Rache, und im März 1980 wurde ein Gesetz verabschiedet, dass alle früheren oder gegenwärtigen Mitglieder der Dawa-Partei zum Tode verurteilt werden sollten. So blieb keine Möglichkeit mehr, das Leben Ayatollah Sadrs zu retten.

Während seines Hausarrests schmuggelte er drei Botschaften nach draußen, in denen er die Iraker zum Widerstand gegen das Regime aufforderte. In einer der Botschaften hieß es: "Jeder Muslim im Irak und jeder Iraker im Ausland ist verpflichtet, alles in seiner Macht Stehende zu tun, sich anzustrengen und dafür zu kämpfen, dass dieser Alptraum aus dem geliebten Irak verschwindet, selbst wenn es ihn das Leben kostet, um sich von dieser unmenschlichen Bande zu befreien und um eine rechtschaffene, einheitliche und ehrenwerte Regierung zu gründen, die auf dem Islam basiert."

Die Sicherheitskräfte kamen zu Ayatollah Sadr und seiner Schwester am 5. April 1980, verhafteten sie und brachten sie ins Hauptquartier des Nationalen Sicherheitsdienstes in Bagdad. Drei Tage später wurde Ayatollah Sadrs Leichnam zu seinem Onkel Muhammad Sadiq al-Sadr gebracht und geheim begraben. Über den Verbleib seiner Schwester Bint al-Huda ist nichts Genaueres bekannt, aber es ist höchstwahrscheinlich, dass auch sie hingerichtet wurde.

Zwei Wochen später verurteilte Imam Khomeini die Hinrichtung von Ayatollah Sadr und rief das irakische Volk und die bewaffneten Kräfte zum Sturz des Baath-Regimes auf. Das nutzte Saddam als einen der Vorwände für den Irak-Iran-Krieg.

Sadrs Hinrichtung rief keine großen Proteste in der Westliche Welt hervor, da Ayatollah Sadr offen Imam Khomeini unterstützt hatte. Sein Name ist aber in der islamischen Welt so legendär, dass viele seiner späteren Verwandten von der Bekanntheit profitieren.

Er ist auch bekannt als "der fünfte Märtyrer". Der Titel geht auf die Auflistung der Fünf Märtyrer zurück.









Ayatollah Schahid Morteza Motahari auf einen Blick


Ayatollah Morteza Motahari, geboren 1920, empfing seine theologische Grundausbildung von seinem Vater,
 
 
 
Scheich Mohammad Hossein, in seiner Heimatstadt Fariman , die in der Provinz khorasan liegt. Mit zwölf Jahren trat er in das Zentrum für Islamische Erziehung in Maschhad ein und setzte dort seine Ausbildung fünf Jahre lang fort. Danach begab er sich nach Qom, dem großen Zentrum für islamische Erziehung. Dort blieb er fünfzehn Jahre lang und beendete seine Ausbildung in islamischem Glauben und Rechtslehre unter der Leitung des berühmten Philosophen Allameh Mohammad Hossein Tabatabai, unter Imam Khomeini und unter anderen angesehenen Wissenschaftlern. Anschließend zog er nach Teheran
Während seiner Ausbildung spürte Motahari, dass die Kommunisten die heilige Religion des Islam verändern und seinen Geist durch das Beimischen ihrer atheistischen Ansichten zur islamischen Philosophie und das Interpretieren der koranischen Verse auf eine materialistische Weise zerstören wollten. Nicht nur der Kommunismus erregte die Aufmerksamkeit Motaharis. Er schrieb auch eine Exegese des Qur’an sowie Bücher über Philosophie, Ethik, Soziologie, Geschichte und andere Gebiete. In seinen Werken hatte er zum Ziel, den Einwänden, die gegen den Islam erhoben wurden, entgegenzutreten, die Unzulänglichkeiten der anderen Geisteslehren zu beweisen und die Größe des Islam zu offenbaren. Er glaubte, dass es, um den Irrtum des Marxismus und ähnlicher Ideologien zu beweisen, nötig war, diese Ideologien nicht nur auf schulischer Manier zu kritisieren, sondern auch das wirkliche Bild des Islam darzustellen
Ayatollah Motahari schrieb seit seinen Studententagen bis 1979, dem Jahr seiner Ermordung, unermüdlich und ununterbrochen an seinen Werken. Er war einer der vielseitigsten islamischen Gelehrten und fruchtbarsten Schriftsteller der jüngsten Zeit, fest verwurzelt in der traditionellen Lernweise und verliebt in deren Vertretern. Er war ein islamischer Denker, der in sich eine strenge, philosophische Schule aufgenommen hatte. Viele seiner Werke sind sowohl im Iran als auch außerhalb veröffentlicht worden
Für die Vertreter einiger anderer islamischer Richtungen, Forquan, war die Tätigkeit Motaharis unerträglich gewesen, weshalb sie sich entschlossen hatten, Motahari aus der Szene zu schaffen. Schließlich waren sie am ersten Mai 1979 erfolgreich gewesen. Als diese traurige Nachricht Imam Khomeini mitgeteilt wurde, sagte dieser: „Ich bin eines meiner lieben Söhne beraubt worden. Ich beklage jemanden, welcher die Frucht meines Lebens gewesen ist“
Ayatollah Motahari ist eine beliebte Gestalt in den religiösen Kreisen Irans gewesen. Er hatte die Stelle des Ordinarius an der Fakultät für Theologie und Islamisches Lernen an der Universität Teheran inne. Zur Zeit seiner Ermordung war er der Präsident des Verfassungsrates der Islamischen Republik Irans und ein Mitglied des Revolutionsrates gewesen.
Islamische Einheit
In einer seiner berühmten Artikel mit dem Titel „Ghadir und seine Relevanz für die islamische Einheit“ hatte Motahari folgendes zu sagen: „Das berühmte Buch ,Al-Ghadir‘ hat in der islamischen Welt eine riesige Welle augelöst. Islamische Denker haben aus verschiedenen Perspektiven, wie Literatur, Geschichte, Theologie, der traditionellen Lehre, Exegese (Tafsir) und Soziologie, Licht auf dieses Buch geworfen. Aus der soziologischen Sicht können wir uns mit dem Problem der islamischen Einheit befassen.
In diesem Überblick über die islamische Einheit wird das Problem aus soziologischer Sicht behandelt. Zeitgenössische islamische Denker und Reformer vertreten die Ansicht, dass die Einheit und Solidarität der Muslime die höchste islamische Erfordernis an der gegenwärtigen Kreuzung ist, wo die Gegner weite Schneisen in die islamische Einheit geschlagen und zu verschiedenen Wegen und Mitteln Zuflucht genommen haben, um die alten Meinungsverschiedenheiten zu verbreiten und neue zu schaffen. Wir sind uns dessen bewusst, dass die islamische Einheit und Brüderlichkeit im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit des Heiligen Gesetzgebers des Islams steht und im Moment das höchste Ziel ist, welches von dieser göttlichen Religion verfolgt wird, so wie es im Qur’an, der „Sunnah“ und der Geschichte des Islam verfestigt ist
Es gibt viele wertvolle Bücher, die von diesem großen Professor, dem Märtyrer Morteza Motahari, geschrieben worden sind. Hier ist eine Liste einiger seiner Werke.
Göttliche Justiz
Widerwille gegen und Attraktion für Imam Ali - as
Ein Kommentar des Nahj-ul Balaqah
Dastan-e Rastan
Wie sich Iran und Islam gegenseitig dienen - zwei Bände
Islamische Bewegeungen im letzten Jahrhundert
Imam Mahdis (ATF) Revolution aus der Sicht der Geschichtsphilosophie
Die Grundlagen von Philosophie und Realismus
Zehn Wörter
Zwanzig Wörter
Philosophische Aufsätze
Weltblick
Auferstehung und Prophezeihung
Mensch und Glaube
Mensch und Würde
Die Rechte der Frau im Islam
Das Problem der Verschleierung
Der illiterate Prophet
Das Ende der Prophezeihung
Der unsichtbare Trost im Leben des Menschen
Die Sonne der Religion geht niemals unter
Gründe des Materialismus


source : الشیعه
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