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Friday 29th of May 2020
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Der Gottesdienst von Zain-ul-'Abidin (ع)

 


Zum Zeitpunkt des Gottedienstes übermannte Imam Zain-ul-'Abidin (ع) für gewöhnlich eine solche Furcht, dass seine Gesichtsfarbe gelb (blass) wurde. Dieser Zustand überdauerte vom Anfang bis zum Ende. Zum Zeitpunkt der rituellen Waschung (Wudhu') trat derselbe Zustand ein. Einst fragte jemand nach dem Grund dafür. Der Imam (ع) antwortete: "In diesem Augenblick stehe ich vor einem glorreichen und göttlichen Herrscher, Welcher der Schöpfer aller Welten ist, und in Dessen Hände die Belohnung und Bestrafung jedes Geschöpfes liegt. Was ist so überraschend an meinem Zustand, der ein solcher ist aufgrund der Furcht vor Ihm?"

Einst ging er, um die Pilgerfahrt zu vollziehen. Als er den Punkt erreichte, an dem sich die Pilger die rituelle Bekleidung anlegen, war er im Begriff, die Talbiya (Labbaik) zu rezitieren und legte sich die Kleidung an, als seine Gesichtsfarbe plötzlich eine Veränderung aufzeigte und sein Körper schrecklich zu zittern begann. Schließlich konnte er nicht einmal "Labbaik" aussprechen. Die Menschen fragten ihn, warum er die Talbiya nicht rezitierte. Er erwiderte:
"Ich fürchtete mich davor, Labbaik (hier bin ich zu deinen Diensten) zu sagen, damit Allah nicht sagen kann: La-Labbaik (Ich nicht zu deinen)." Indem er dies sagte, weinte er so sehr, dass er das Bewusstsein verlor. Er verrichtete alle Gottesdienste in diesem furchtsamen Zustand. Imam Zain-ul-'Abidin (ع) verrichtete für gewöhnlich insgesamt 1000 Rak'at (Gebetsabschnitte) in 24 Stunden, und in jedem Gebet zitterte er stark.

Imam Muhammad al-Baqir (
ع) sagte, dass wenn immer sein verehrter Vater eine Großzügigkeit von Allah erwähnte, er eine Niederwerfung aus Dankbarkeit verrichtete und wann immer er einen Vers aus dem Qur'an rezitierte, war sein Zustand für gewöhnlich so, dass - egal, ob er eine verpflichtende Niederwerfung oder eine empfohlene enthielt - er diese ausnahmslos verrichtete. Wenn er Erleichterung von einer bestimmten Erschwernis ersuchte, verrichtete er eine Niederwerfung. Er vollzog nach den Pflichtgebeten für gewöhnlich Niederwerfungen. Die Zeichen seiner übermäßigen Niederwerfungen waren auf seiner Stirn sichtbar. Deshalb erhielt er den Titel "Sajjad" (jemand, der sich oft niederwirft). Er war solcher Aufrichtigkeit und Demut, dass es einst ein Feuer in seinem Haus gab und er zu diesem Zeitpunkt in der Niederwerfung verweilte. Die Menschen schrien: "Feuer! Feuer!", doch er hob seinen Kopf von dieser Niederwerfung nicht. Schlussendlich brachte man das Feuer unter Kontrolle. Jemand fragte ihn: "Du hast nicht einmal bemerkt, dass Feuer ausgebrochen ist? Was hat dich das alles nicht wahrnehmen lassen?" "Das Feuer des Jenseits", erwiderte der Imam.

Einst fiel Imam Muhammad al-Baqir (
ع) in einen Brunnen. Imam Zain-ul-'Abidin (ع) verrichtete gerade das Gebet. Die Mutter von Imam al-Baqir (ع) schrie: "Oh Sohn des Gesandten Allah's! Unser Sohn ist in den Brunnen gefallen." Doch wie es seine Gewohnheit war, war er in sein Gebet versunken. Als er das Gebet beendet hatte, kam er zum Brunnen, streckte seine Hand hinein, zog Imam al-Baqir (ع) heraus und sagte zu seiner Frau: "Wenn ich Allah gegenüber nachlässig geworden wäre, würde Er mir diesen Jungen nicht gesund und wohlbehalten zurückgeben."

Nachdem die Hälfte der Nacht vergangen war, pflegte er, zu seinem eigenen Gebetsraum zu gehen und demütige Gebete laut zu rezitieren:
"O mein Herr! Die Angst, Dich am Tage der Versammlung zu treffen, hat mir nicht erlaubt, in meinem Bett zu bleiben. Und Schlaf enfernt sich von meinen Augen." Indem er dies sagte, legte er seine Wangen auf den Boden und weinte so stark, dass der Boden durch seine Tränen nass wurde. Als seine Familienmitglieder dies sahen, versammelten sie sich um ihn herum, doch er schenkte ihnen keine Aufmerksamkeit. Er fuhr fort, in derselben klagenden Weise zu weinen und zu flehen.

"Oh mein Herr! Hier will ich nicht ruhen, doch an dem Tage, an dem ich in Deine Gegenwart gerufen werde, schaue bitte mit einem Blick der Barmherzigkeit auf mich."

Tawus Yamani überliefert, dass Imam Zain-ul-'Abidin (
ع) während der Pilgerzeit seine Wangen auf dem Boden in der Nähe des schwarzen Steins reibend und Bittgebete an seinen Herrn rezitierend gesehen wurde.

"O mein Gott! Dein Diener ist zu Deinem Haus gekommen. Dein Verarmter ist zu Deinem Haus gekommen. Dein Bettler ist zu Deinem Haus gekommen. Dein Verteidiger ist zu Deinem Haus gekommen."

Der Imam pflegte zu sagen, dass es drei verschiedene Arten von Anbetung der Menschen im Diesseits gibt: Die erste Art ist die Anbetung aus Furcht. Das ist die der Sklaven. Die zweite Art ist die Anbetung für den Lohn - dies ist die Anbetung der Händler. Die dritte Art ist die Anbetung aus Dankbarkeit. Dies ist die wahre Anbetung der Diener Allah's.

Er unterzog seinen Körper größter Buße. Eines Tages fragte ihn Imam al-Baqir (
ع), warum er solch eine schwere Buße betrieb. Er erwiderte: "Weißt du nicht, dass ich göttliche Nähe erreichen will?"

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