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Saturday 30th of May 2020
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MANGELNDES GOTTVERTRAUEN

 

Ein weiteres wichtiges Thema, das die Klugheit des Menschen verschleiert, ist das mangelnde Gottvertrauen, oder, anders ausgedrückt, das nicht vorhandene Vertrauen in Allah und in die, für den Menschen selbst geschaffenen Fügung. Ein Mensch von mangelndem Gottvertrauen hat vergessen, dass Allah über endlose Klugheit verfügt und jedes Ereignis im Universum und jedes Wesen unter Seiner Kontrolle steht. Deshalb ist der Mensch auch hier – ebenso wie bei allen anderen Faktoren, die die Klugheit verhüllen – nicht in der Lage die Ereignisse von einem gesunden Blickwinkel aus zu beurteilen und kann somit die Tatsachen nicht voll erkennen.

Doch Allah ist der Beobachter und Schützer aller Wesen. Aber auch wenn diese ein Bewußtsein haben und dies vergessen, so erschuf Allah jedes Ereignis aufgrund einer bestimmten Fügung, mit der die Menschen geprüft werden. Jedes Ereignis, das dem Menschen im Laufe seines Lebens begegnet, wurde von Allah mit einer besonderen Gunst und zu einem besonderen Nutzen erschaffen. Allah warnte die Menschen folgendermaßen:

Und Allahs ist das Verborgene der Himmel und der Erde. Und alle Dinge gehen auf Ihn zurück. Darum diene Ihm und vertraue auf Ihn, Dein Herr ist nicht achtlos dessen, was ihr tut. (Sure Hud, 123)

... Aber vielleicht verabscheut ihr etwas, das gut für euch ist. Und vielleicht liebt ihr etwas, das schlecht für euch ist. Allah weiß, ihr aber wisst (es) nicht. (Sureal-Baqara, 216)

Ein Mensch mit Gottvertrauen ist also ein Mensch, der Allah in diesen Versen glaubt und begreift, dass sich hinter jedem Ereignis auf jeden Fall ein Nutzen und eine Wohltat für ihn verbirgt. Auch wenn dieser Mensch auf den ersten Blick einer Situation gegenübersteht, die zu seinem Nachteil scheint, so weiß er doch, dass ihm diese auf Erden und im Jenseits von Nutzen ist und handelt in diesem Bewußtsein. Da er die Ereignisse nicht mit mangelndem Gottvertrauen bewertet, sind Urteilsvermögen und Entscheidungsfähigkeit sehr stark, so dass er kluge Werturteile fällen kann. Ein Mensch mit mangelndem Gottvertrauen vergisst dagegen, dass Allah die Ereignisse für ihn selbst schuf und entfernt sich völlig von der Klugheit.

Den Unterschied zwischen diesen beiden Menschen können wir folgendermaßen darlegen. Nehmen wir an, der Besitzer einer Fabrik beobachtet den Ausbruch eines Feuers in seinem Unternehmen; wenn er nicht denkt, dass dieses Ereignis - wie groß der Verlust auch immer erscheinen mag - einen Nutzen für ihn hat, dann mangelt es ihm an Gottvertrauen. Ein Mensch ohne Gottvertrauen kann aber weder richtig denken, noch durch kluges Handeln die richtigen Maßnahmen treffen. Befindet er sich nicht in einem ruhigen und gemäßigten Seelenzustand, dann kann dies der Grund für einen großen Brand sein, der zu Beginn vielleicht hätte gelöscht werden können. Panik und Bestürzung, Schreien und Weinen halten nur von klugen Maßnahmen wie Feuerlöschen, Retten von Gegenstände und Rufen der Feuerwehr ab und lassen Zeit verlieren. Werden nach dem Brand nicht Maßnahmen ergriffen, die eine Wiederholung verhindern und die Fabrik besser gegen ein Feuer absichern, dann vergeudet man seine Zeit nur mit nutzlosen Gedanken wie “wie konnte das geschehen”, “wenn es doch nicht geschehen wäre” oder “hätte ich es doch bloß anders gemacht”.

Ein Mensch mit Gottvertrauen dagegen wird niemals von Hoffnungsloskeit oder Trauer befallen, auch dann nicht, wenn sein gesamter Besitz verloren geht. Er weiß, dass die von Allah gegebene und von Ihm wieder genommene Wohltat erschaffen wurde, um zu prüfen, ob der Mensch über Gottvertrauen verfügt oder nicht. Dank dieses offenen Bewußtsein bemüht er sich innerhalb kürzester Zeit und mit den klügsten Maßnahmen um die Beseitigung des Schadens. Er verliert keine Zeit mit Panik, traurigen oder hoffnungslosen Gedanken und törichten Handlungen. Ohne Zeitverlust macht er sich daran, wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen, die eine Wiederholung des Ereignisses verhindern und bemüht sich den Schaden zu ersetzen.

Sprechen wir ihn auf den verlorenen Besitz an, dann weiß er, dass Allah der einzige Besitzer von Reichtum ist und sein Inneres ist entspannt und ruhig. Er vertraut mit seinem ganzen Herzen auf Allah und betet darum, das Er ihm eine bessere Wohltat erweist, als die Verlorene und freut sich über das Wissen, dass er für sein Gottvertrauen im Jenseits ein Vielfaches der Wohltaten erhalten wird.

 


source : الشیعه
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