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Saturday 6th of June 2020
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Wie man sich auf den Tod vorbereiten sollte

Wie man sich auf den Tod vorbereiten sollte

Es wird von Jaafar as-Sadiq (A) von seinem Vater berichtet, dass er sagte: “Jesus sagte gewöhnlich: ‘Was hält euch im Hinblick auf das Entsetzen, das ihr nicht kennt, wenn euch (der Tod) widerfährt, davon ab, euch darauf vorzubereiten, bevor er euch so plötzlich ereilt?’” Wir wollen uns in diesem Hadith mit zwei Dingen befassen:

Erster Teil: “..euch darauf vorzubereiten..”:

  • Was heißt das? Auf was soll man sich vorbereiten?
  • Wie kann man sich darauf vorbereiten?
  • Wozu sollte man sich überhaupt darauf vorbereiten?

Zweiter Teil:

“..plötzlich ereilt..”:

  • Was hat das zu bedeuten?
  • Wie kann ich das verhindern?

______________________________________________

Erster Teil:

Jesus (a.) versucht hier auf die Geschehnisse nach dem Tod anzuspielen. Wie wir aus dem Quran und aus der Sunnah wissen, kommt man nachdem Tod in die Todeszwischenphase (Barzakh). Wenn man in dieser Todeszwischenphase ist, ist alles zu spät. Zu dieser Zeit, kann man weder seine Sünden bereuen, noch gute Taten verrichten - die Zeit ist abgelaufen. Wir wissen alle, dass das Leben im Diesseits begrenzt ist, und das Leben aus vielen Prüfungen besteht. Wir wurden erschaffen, um Allah swt zu dienen, und aus diesem Grunde, müssen wir auch die Zeit im Diesseits gut nutzen. Man kann das Leben nach dem Tod, mit einer Reise vergleichen. Wenn wir auf eine Reise gehen, bereiten wir uns dann nicht darauf vor? Packen wir nicht unsere Sachen? Verabschieden wir uns nicht von unseren Freunden und Verwandten? Das gleiche müssen wir jetzt im Diesseits machen, bevor wir die Reise nach dem Tod antreten müssen. Es wäre dumm die Reise unvorbereitet anzutreten. Wie kann man sich also am besten darauf vorbereiten? Unumstritten, ist es logisch, dass wir uns am besten darauf vorbereiten können, indem wir unsere Pflichten erfüllen und gute Taten verrichten. Das Gebet z.B. bedeutet viel mehr, als nur Allah swt anzubeten. Das Gebet reinigt den Körper von Sünden, und man fühlt sich danach einfach wohler, und man ist natürlich vor dem Teufel sicher, denn der Teufel hasst nichts mehr, als das Gebet, bzw. dass überhaupt Allah swt gedient wird und die Pflichten erfüllt werden. Man muss sich vor Augen halten, dass wen man nicht betet, es der Teufel ist, der das einflüstert. Wir dürfen jedoch nicht auf den Teufel hören, denn er führt uns nur auf den falschen Weg. Wir müssen uns auf den wahren Weg, dem Weg der Anbetung Allahs konzentrieren, dem Weg der Liebe zur Ahlulbayt (a.). Das ist der wahre Weg. Das ist der einzige Weg, der ins Paradies führt.

Zweiter Teil:

Hier wird einem noch einmal klar gemacht, dass man nicht selbst sagen kann, wann man bereit ist für die Reise. Die Reise kann jede Minute beginnen, und deshalb muss man auch immer darauf vorbereitet sein. Das ist der Grund, wieso gesagt wird, man solle seine Sünde jetzt bereuen und nicht später. Denn was ist, wenn es kein Später mehr gibt? Im Quran steht: “Allah gehören wir und zu ihm ist die Rückkehr.” Wann uns die Seele genommen wird, und wir zu Allah swt zurückkehren, dass weiß nur der Allmächtige. Unsere Aufgabe ist es aber auch nicht, auszurechnen, wie lange wir noch Leben. Unsere Aufgabe ist es, Allah swt zu dienen, und uns auf unsere Religion zu konzentrieren. Unsere Aufgabe ist es, uns für das Jensseits vorzubereiten und uns nicht nur andauernd mit dem Diesseits zu beschäftigen. Allah swt sagt in seinem glorreichen Buch:

[38:3] Wieviele Generationen haben Wir vor ihnen vernichtend bestraft! Sie flehten Uns dann um Hilfe an, als es zu spät war.

Genau darauf versucht Jesus (a.) anzuspielen. Wenn man Tod ist, ist es zu spät um irgendetwas zu machen. Dann ist es zu spät um zu bereuen. Dann ist es zu spät um zu beten. Dann ist es zu spät um gute Taten zu verrichten. Wir müssen unsere Zeit hier und jetzt nutzen. Jede verlorene Minute können wir nach dem Tod sehr bereuen.

Das Diesseits als Trainingslager vor dem Tod

Amir al Mumineen, ‘Ali ibn Abi Taleb (a.) sagt in Nahj-ul-Balagha:

  • “Wahrlich, hat diese Welt den Rücken gekehrt und sich verabschiedet, und das Jenseits ist herangekommen und ragt hervor durch sein Heraufziehen. Höret! Heute ist das Trainingslager, und morgen findet das Rennen statt.”

Imam Ali (a.) benutzt hier einen sehr schönen Vergleich. Er vergleicht das Diesseits mit einem Trainingslager und die Zeit nach dem Tode, als ein Rennen. Das Diesseits als Trainingslaer zu bezeichnen, passt perfekt, denn Allah swt hat uns erschaffen, um ihm im Diesseits zu dienen. Wir sind hier um diese Zeit sinnvoll zu nutzen. Um zu trainieren, um uns auf das Jensseits vorzubereiten. Nur mit guten Taten, können wir uns darauf vorbereiten. Wenn man gut trainiert hat, so wird man genügend Ausdauer haben, um beim Rennen keine Probleme zu haben. Tut man das aber nicht, so wird man schon bald Probleme mit der Ausdauer bekommen. Genau so ist es mit unseren Taten. Wenn man vorgesorgt hat für das Jenseits, mit guten Taten, so wird man vor Allah swt mit diesen Taten glänzen können. Wenn man aber keine guten Taten vollzogen hat, so wird man Probleme kriegen. Was unser Ziel sein sollte, sagt Imam Ali (a.) im zweiten Abschnitt.

  • “Der Preis dafür ist das Paradies, während das letztenendliche Ziel der Verlierenden das Feuer ist. Ist da niemand, der von seinen Sünden Reue nimmt vor dem Tod?”

Imam Ali (a.) sagt ganz klar und deutlich, dass derjenige, der sich anstregend im Diesseits und ein gläubiger Mensch ist, ins Paradies kommt. Genau das ist auch der Lohn, wenn man gut trainiert hat. Man hat genügend Ausdauer und schafft es das Rennen zu gewinnen. Jedoch diejenigen, die nicht trainiert haben, diejenigen, die keine guten Taten vorzeigen können, deren Ziel wird die Hölle sein. Imam Ali (a.) benutzt hier bewusst zwei verschiedene Wörter. Er sagt nicht “Der Preis für die Verlierenden ist das Feuer”. Denn wenn man einen Preis kriegt, so ist das etwas positives. Etwas, worüber man sich freut. Aber die Hölle ist wahrlich nichts schönes.

  • “Höret! Ist da keiner, der Gutes für sich tut vor dem Tage seines Unglücks? Wahrlich, ihr befindet euch in den Tagen der eitlen Hoffnungen, nach denen der Termin des Todes steht. Wer während der Tage seiner Hoffnung handelt, bevor seine Zeit abgelaufen ist, dem haben seine Taten Nutzen gebracht, und der Termin seines Todes wird ihm nicht schaden.”

Hier weisst Imam Ali (a.) nochmal daraufhin, dass wir in der Zeit sind, in der wir noch geprüft werden! Wir sind noch nicht fertig. Wir sind immernoch während der Prüfung. Außerdem weisst er (a.) daraufhin, dass wir unsere Zeit nutzen müssen, bevor unsere Zeit abgelaufen ist. Jeden Moment, könnte es der letzte Atemzug sein. Sind wir dann wirklich bereit, vor Allah swt zu stehen? Wenn wir das wirklich sind, so wird uns versprochen, dass der Termin unseres Todes, uns nicht schaden wird.

  • “Wer aber in den Tagen seiner Hoffnung träge ist, bevor seine Frist abgelaufen ist, dessen Taten haben Verlust gebracht und der Termin seines Todes wird ihm Schaden bringen.”

Sind wir das allerdings nicht. So sagt uns Imam Ali (a.) dass uns der Termin unseres Todes sehr schaden wird, da wir keine guten Taten vorzeigen können. Wir wurden geprüft und sind durchgefallen.

  • “Höret! Handelt in den Zeiten eurer Sehnsüchte, wie in den Zeiten des Schreckens. Wahrlich, ich habe niemanden schlafen sehen, der das Paradies begehrt und ich habe niemanden schlafen sehen, der dem Feuer zu entkommen sucht.”

Nun, Imam Ali (a.) sagt uns jetzt nun auch noch, wie wir uns vorbereiten können. Wenn wir davor sind eine Sünde zu begehen, so sollten wir im klaren sein, dass wir jeden Moment sterben könnten. Wir sollten im Kopf behalten, dass Allah swt uns immer sieht. Wir sehen Ihn nicht, aber Er, erhaben ist Er, sieht uns! Abgesehen davon, weist er nochmal daraufhin, dass wir die Nacht mit dem Gebet vollbringen sollten, wie es in den anderen Ahadith über das Salat al Layl, auch steht.

  • “Höret! Euch wurde befohlen, abzureisen, und ihr wurdet darauf hingewiesen, wie ihr euch rüsten sollt.”

Hier benutzt Imam Ali (a.) das gleiche Beispiel, dass ich zuvor genannt hatte. Nachdem Tod werden wir auf eine Reise geschickt, entweder man ist ausgerüstet und hat sich im Diesseits vorbereitet, oder man wird es im Jenseits bereuen.

Die Erinnerung an den Tod, als Befreiung von den weltlichen Fesseln

Ein Mann fragte den Propheten (s.): “Rate mir was bei Allah zum Vorteil ist.” Da sagte er (s.): “Vermehre die Erinnerung an den Tod, denn sie befreit Dich von weltlichen Fesseln; übe Dich in Dankbarkeit, denn wahrlich, sie weitet die Gnade, vermehre Deine bittgebte, denn Du weisst nicht, wann sie angenommen werden…

Wir wollen uns in diesem Hadith mit einer Sache näher beschäftigen:

- “Vermehre die Erinnerung an den Tod, denn sie befreit Dich von weltlichen Fesseln..”:

  • Was sind das für Fesseln?
  • Wie kann ich mich davon befreien?

______________________________

Der Prophet (s.) rät uns, die Erinnerung an den Tod zu vermehren, um uns von den weltlichen Fesseln zu befreien. Jedoch was bedeutet das genau? Dazu möchten wir uns gleich noch einen Hadith anschauen:

Der Prophet (s.) sagte: “Die Liebe zum Diesseits ist der Anfang aller Verfehlungen.”

Wir merken schon, irgendwie scheint wirklich etwas dran zu sein. Machen wir uns mal Gedanken darüber. Wieso könnte es so problematisch sein, das Diesseits zu lieben? Der Grund ist ganz einfach. Wenn man anfängt das Diesseits vor dem Jensseits zu bevorzugen, so wird man sich nicht mehr auf seine guten Taten und seine Pflichten konzentrieren. Wenn man das Diesseits mehr liebt, als das Jensseits, so wird man eher einen Film anschauen, als zu beten. Wieso? Weil mir das Diesseits wichtiger geworden ist. Wenn man sich wirklich volkommen auf das Diesseits fixiert, anstatt auf das was danach ist, so wird man sich von Gott nur entfernen.

Das ist auch der Grund, wieso die Gläubigen nach dem Jensseits streben. Das Diesseits besteht aus vielen Prüfungen und schwierigen Situationen, in denen man getestet wird. Wenn man sich aber vor Augen hält, dass der Tag kommen wird, an dem der Todesengel einem die Seele nehmen wird, so wird man sich doch eher Gedanken darüber machen, ob ich jetzt wirklich Alkohol trinke oder nicht. Oder ob man doch nicht zuerst betet, bevor man seinen Spaß hat.

Aus diesem Grund, ist es wichtig, dass wir uns immer vor Augen halten, dass die Zeit kommen wird, in der wir für alles zur Rechenschaft gezogen werden. Wie sagte Imam Khomeini (q.s.) so schön: “Bedenkt, dass alles was ihr tut, in Anwesenheit von Allah swt geschieht.”

Auch wenn wir Allah swt nicht mit unseren Augen sehen, Er (erhaben ist Er) sieht uns. Egal was wir tun, die Engel sitzen auf unseren Schultern und notieren das.

Gedenkt Allahs meine Geschwister, auf das Allah swt uns unsere Sünden vergeben möge.


source : http://quran.al-shia.org
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