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Friday 5th of June 2020
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seelisches Gleichgewicht-2

Gemäß islamischer Weltanschauung kommt jeder Mensch mit einem seelischen Urgrund auf die Welt. Das heißt die Zuneigung zu Gott wird ihm mitgegeben. Die Seele weist auf Gott. Darin sind sich alle Menschen gleich. Sie bringen alle innerlich den Drang zu Wahrheit und den Drang zur Vervollkommnung mit. Der Ursprung des Menschen ist göttlich und daher hat er das Bedürfnis Gott anzubeten. Dieses Bedürfnis bleibt in ihm bestehen, auch wenn er es später vielleicht nicht mehr definieren kann. Wenn er dieses Bedürfnis übergeht, so erleidet seine seelische Gesundheit Schaden. Andererseits festigt der Glaube an Gott und die Treue zum Glauben die seelische Gesundheit des Menschen. Viele Menschen haben selber die Erfahrung gemacht: Wenn ein Not leidender Mensch alleine und ohne Hoffnung darauf, das andere ihre körperlichen und seelischen Schmerzen lindern können, keinen Ausweg mehr weiß, gibt es immer noch einen inneren Drang in seiner Seele. Innerlich sehnt er sich nach einer überirdischen Macht. Und er bittet diese überirdische Macht um Hilfe. Er bittet Gott, ihm aus dieser schrecklichen Situation herauszuhelfen.

Das Gefühl, nirgendwo Zuflucht zu finden und das Gefühl dass nichts mehr nützt, ist Hauptursache der meisten seelischen Störungen. Und umgekehrt ist der Glaube an einen mächtigen Helfer und Beschützer, von dem alles Gute kommt, der stärkste Faktor, um Melancholie und Sorge in inneren Frieden und Zuversicht umzuwandeln. Die Methode einer göttlichen Religion wie dem Islam zur Erreichung seelischer Gesundheit besteht in dem ständigen Kontakt zwischen dem menschlichen Geist und Gott. Es gibt dem Menschen einen großen Trost daran zu glauben, dass Gott existiert, dass er über die Dinge herrscht und die ganze Welt überschaut. Gläubige beschreiben ihre Beziehung zu Gott, dem Herrn der Welten, als eine Beziehung zu einem sehr nahen lieben Freund. Sie sind der Überzeugung dass sie durch Vertrauen in Gott, die Folgen negativer Ereignisse, auf die sie keinen Einfluss haben, mindern können.

Der amerikanische Arzt und Chirurg Ernest Adlfer sagt:
„Aufgrund zahlreicher Erfahrungen bin ich zu dem Ergebnis gelangt, dass ich ab nun den Körper eines Patienten durch chirurgische und medizinische Mittel und seine Seele durch Stärkung der Glaubenskraft heilen soll." Forschungsergebnisse zeigen, dass es in den Ärztepraxen der amerikanischen Städte eine beachtliche Zahl von Patienten gibt, die keine äußeren Zeichen einer körperlichen Erkrankung aufweisen und die Ärzte die wichtigsten Gründe für ihre Erkrankung darin erkennen, dass diese Patienten sündhaftes tun, hasserfüllt sind und keine Nachsicht üben, sich ängstigen oder das Gefühl haben, gescheitert zu sein, oder dass sie deprimiert sind.

Viele Psychologen und Psychiater greifen heute auf Lösungen zurück, die die Religion zur Wahrung der seelischen Gesundheit vorlegt. Sie sind überzeugt, dass der Glaube an Gott eine außerordentliche Kraft hervorruft. Dieser Glaube gibt dem Menschen eine spirituelle Macht und stützt ihn bei der Erduldung der Schwierigkeiten des Lebens. Ein Mensch, der an den überirdischen Ursprung glaubt, verliert in dem Auf und Ab des Lebens nicht die Hoffnung und kann die Ängste, die aus dem modernen Leben entspringen, überwinden.

Der religiöse Glaube ist ein wichtiges Lebenskapital. Viele nutzen dieses großartige Geschenk und erleben wahres Glück und inneren Frieden. Sie sind der Meinung, dass nicht nur ihre seelische Gesundheit sondern sogar die körperliche und sogar eine hohe Lebenserwartung auf diesen Glauben zurückgehen, der ihnen Freude am Leben Hoffnung und Dynamik verleiht. Jung schreibt in seinem Buch „Psychologie und Religion":
„Diejenigen, die diese Erfahrung (die Erfahrung des Glaubens) in ihrem Leben gemacht haben, können sich als Eigentümer eines kostbaren Edelsteins betrachten, denn der Glaube ist die Quelle des Lebens, der Entwicklung, Dynamik und des Schönen."
Der iranische Denker Schahid Ostad Motahari sagt:
„Religiöse Menschen sind um so mehr vor seelischen Erkrankungen sicher, desto stärker und fester ihr Glaube ist. Die Zuversicht ist eine der Wirkungen des religiösen Glaubens im Menschen. Der religiöse Glauben lässt die Sorge über den Verlauf dieser Welt im Menschen schwinden und ersetzt diese Sorge durch Zuversicht.

In den Augen eines Menschen, der glaubt und Gotterkenntnis besitzt, ist diese Welt keine Ansammlung von blinden seelenlosen Gesetzen und Elementen, sondern ein zielgerichtetes sinnvolles Ganzes.
Der bewusste Gottesanbeter sieht sich einer Daseinswelt gegenüber, die von einer allwissenden Willenskraft beherrscht wird.
Wenn wir Gott nicht sehen, so wirkt das Dasein unerklärlich und befremdend auf den Menschen. Wer nicht an die Existenz Gottes glaubt, verliert sich automatisch in der Sinnlosigkeit und spürt große Leere in sich. Dieses üble Gefühl erobert sein Denken, seine Gefühle und sein Verhalten.
Aber jemand, der an den Herrn der Welten glaubt, gelangt dadurch zu einer positiven Einstellung gegenüber der Daseinsordnung und der Gesetze, die in ihr herrschen.
In den kommenden Beiträgen werden wir weiter über die Wirkung des Gottglaubens auf das Denken, Fühlen und Verhalten des Menschen sprechen. Wir schließen mit den Worten eines Psychotherapeuten namens Breel der gesagt hat:
„Der Glaube ist das beste Heilmittel gegen Ängste und Sorgen. Zwischen uns und Gott existiert eine unauflösbare Verbindung. Wenn wir uns Gott, dem Erhabenen unterwerfen, werden alle unsere Wünsche in Erfüllung gehen."

  Heute muss mehr denn je an die positive Wirkung der Religion bei seelischen Problemen gedacht werden. Viele Gelehrte glauben an diese positive Wirkung.
In dem dieswöchigen Beitrag möchten wir darüber sprechen, wie sich der religiöse Glauben auf die Einstellung des Menschen zum Dasein auswirkt.
Aus der Sicht des Islams hilft die positive Einstellung eines Muslims bei der Vorbeugung gegen seelische Störungen. Der Islam sagt: „Die Gesundheit der Psyche erfordert ein gesundes Denken."
Die Art und Weise wie Menschen über das Leben denken wirkt sich weitgehend auf ihr Verhalten aus. Einige Psychologen heben gerade die Denkweise des Menschen hervor und sagen: „Jeder entscheidet selber darüber, wie er das Leben sieht. Die positive bzw. negative Lebenseinstellung hat mit dem Denken des Menschen zu tun!" Antony Robins schreibt in seinem Buch „In Richtung Glück": „Normalerweise stimmen unsere eigenen Vorstellungen von Ereignissen nicht mit deren Realität überein, sondern die Ereignisse passieren erst den Filter unserer Überzeugungen, Interpretationen und Wertvorstellungen, bevor sie von unserem Geist notiert werden. Wir müssen also realistisch sein und unsere Vorstellungen auf eine Weise formen, dass sie uns dauernd in den seelischen Zustand versetzen, der uns die meiste Energie gibt."

Nicht nur Islamkenner sondern auch die meisten Psychologen sind der Überzeugung, dass der Glaube an Gott zu einer positiven Sichtweise des Menschen führt. Ein gesunder gläubiger Mensch führt die Entstehung der Welt auf eine einzige Quelle zurück, auf Gott. Gott hat nicht nur die Welt erschaffen sondern verwaltet sie. Er ist Ausdruck der Allmacht und Liebe und wir können ihm vertrauen. Er hat den Menschen den richtigen Weg gezeigt. Wenn also ein Mensch diesen Weg wählt, wird Gott ihm Erfolg bescheren. Der gläubige Mensch ist sich Gottes Beistand gewiss, wenn er rechtschaffen handelt. Aus seiner Sicht tut Gott, obwohl er zu allem mächtig ist, niemandem ein Unrecht an, er hört auf die Gebete seiner Diener und ist ihnen sehr nahe. Er nimmt ihre Reue entgegen und ist gütig. Gott ist die quelle alles Guten und alles Schöne auf der Welt.

Einem Menschen mit einer solchen Sichtweise, wie wir sie eben beschrieben haben, wird die Welt niemals zwecklos vorkommen. Die Welt ist für einen solchen Menschen ein Ort des Schaffens und Mühens und der richtigen Nutzung. Er weiß, dass Gott ihn immer sieht. bittere und schöne Ereignisse bringen ihn nicht seelisch aus dem Gleichgewicht. In den dunkelsten Momenten seines Lebens fühlt er sich nicht einsam sondern weiß Gott an seiner Seite. Mit einer solchen Gewissheit im Herzen sagt der Mensch: „Ich bin mir nicht selber überlassen worden und meine Anstrengungen im Leben werden nie ergebnislos sein". Mit seiner positiven Einstellung und seinem Optimismus hinsichtlich der Zukunft, schafft ein solcher Mensch die notwendigen Grundlagen für seine seelisch-geistige Gesundheit.
Der US-Psychologe William James sagt:
„Der Glauben ist eine Kraft, die im Leben der Menschen vorhanden sein muss, um ihnen zu helfen. Das Fehlen von Glauben ist eine Alarmglocke, die vor der Niederlage des Menschen gegenüber den Härten des Lebens warnt."
Psychotherapeuten sagen: „Das richtige rationale Erkennen der Vorkommnisse des Lebens gehört zu den richtigen Wegen um ihnen zu begegnen. Wenn unsere Vorstellungen und Erwartungen vom Leben, der Realität gerecht werden und frei von falschen Vorstellungen und Einbildung sind, wird uns nie die Resignation überwältigen."

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