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Tuesday 1st of December 2020
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Nun möchten wir noch über ein weiteres architektonisches Element der Moscheen sprechen.

Nun möchten wir noch über ein weiteres architektonisches Element der Moscheen sprechen. Wir sagten bereits, dass in der islamischen Moscheen-Architektur verschiedene Bauteile herausgearbeitet wurden, wie die Kuppel, die Minarette und die großen Eywane - Vorterrassen. Letztere sind meist besonders kunstvoll gestaltet, während die eigentlichen Gebetsräume sehr einfach sind. Kunstvoll ausgeschmückt sind auch die Torbögen und Wölbungen. Kunstvolle Inschriften schmücken sie und die Wandflächen und sind zumeist aus Kachelwerk gestaltet. Doch auch aus einfachen geometrischen Grundformen entwickelte großartige Muster dienen zur Ausschmückung der Flächen. In jeder Stadt und in jedem Dorf sind die Moscheen wie ein kleines anschauliches Museum für die Kunst gläubiger Muslime, die mit ihrem Werk andeutungsweise an die unvorstellbare Herrlichkeit Gottes erinnnern wollen.
Wir werden nun noch kurz etwas über ein weiteres Bauelement, nämlich die Kuppel, berichten.

Die Kuppel ist ein typischer Bauteil der Moscheen. Kuppeln hat es auch schon vor dem Bau von Moscheen gegeben. Doch durch die Verwendung von Kuppeln in Moscheen gewannen sie eine symbolische Bedeutung. Die Kuppeln der Moscheen sollen an die Unendlichkeit des Universums erinnern und an die Verbindung zur spirituellen Welt. Architektonisch läßt sich die Kuppel als halbkugelige Dachform beschreiben. Sie ist mit einer umgestürzten Schale zu vergleichen, die durch eine weiche Krümmung nach oben hin schmäler wird. Der iranische Forscher Hussein Erfani interpretiert die Krümmung der Kuppel als Zeichen der Gottesdemut. In seinem Buch mit dem Titel: ‚Der Mehrab der Teheraner Moscheen' schreibt er:

Die Bogenlinie hat eine besondere tiefgehende Bedetung in der islamischen Architektur. Die Biegung, die in der Struktur vieler Bauteile von Moscheen, wie in den Moscheenkuppeln zu sehen ist, symbolisiert eine wertvolle Haltung des Menschen und ist ein Zeichen für seine Demut gegenüber Gott. Genau wie die Umlaufbahnen der Planeten um die Sonne oder auch die des Mondes um die Erde oder die Bahnen der Elektronen um den Atomkern, einer gebogenen Linie folgen und dies ein Zeichen für die Unterwerfung der Schöpfung gegenüber der göttlichen Macht sein kann, ist die Krümmung der Moscheenkuppel ein Zeichen für die Gottergebenheit ihrer Erbauer.

Moscheenkuppeln sind oftmals in den schönsten Farben und mit wertvollen Kachelmosaiken verziert. Daher gilt die Kuppel als eines der schönsten Elemente der Moscheenarchitektur.

In diesem Teil geht es nun weiter mit der Beschreibung der Moschee des Propheten in Medina.

Das auffälligste an der Moschee des Propheten in Medina ist ihre große grüne Kuppel. Diese Kuppel wurde 1837 errichtet. Sie wölbt sich über dem Grabschrein des Propheten des Islams. Als der Prophet noch lebte, hatte die Annabimoschee drei Eingangspforten. Jede hatte einen Namen, die eine hieß Bab-e-Jibrail, nämlich Tor Gabriels, die zweite Bab-er-rahman, nämlich Tor der Barmherzigkeit und die dritte Bab-e-Aatekeh. Heute ist die Zahl der Eingangstore zur Prophetenmoschee in Medina um ein Vielfaches größer, denn sie wird täglich von vielen Pilgern aufgesucht. Zur Hadschzeit ist die Pilgerzahl unüberschaubar groß.

In der Moschee des Propheten erinnern heute noch Stellen an den Beginn des Islams. Eine dieser Stellen ist der Eywane Sofeh. Es ist eine Plattform mit einer Fläche von 96 Quadratmetern, die 30 cm höher als ihre Umgebung liegt. In diesem Teil der Prophetenmoschee haben einmal viele Muslime aus Mekka gelebt, die keine Unterkunft in Medina hatten. Sie waren in Mekka von den Götzenanbetern und Gottesleugnern unter Druck gesetzt worden und hatten dort alles stehen und liegen lassen, und sind zur Wahrung ihres Glaubens nach Medina gekommen. Weil sie auf der Sofeh-terrasse lebten, wurden sie die Sofeh-Leute genannt . Die Chronisten berichten von 70 bis 100 Menschen, die an dieser Stelle der Moschee lebten. Noch heute erinnert dieser Teil der Moschee an diese opferbereiten Muslime, die alle Schwierigkeiten auf sich nahmen, aber nicht bereit waren, ihren Glauben aufzugeben. Daher suchen die Pilger, die zur Moschee des Propheten in Medina kommen gerne auch diese Stelle auf.

Auch andere Säulen in der Prophetenmoschee ziehen die Pilger besonders an. Zunächst hatte die Propheten-moschee nur 6 Säulen, erst mit dem Ausbau der Moschee wurden es immer mehr. Die 6 Pfeiler aus der Zeit des Propheten erinnern jeder an ein bestimmtes Ereignis in der Geschichte des Islams und sie tragen wegen ihrer Vorgeschichte eine besondere Bezeichnung. Zum Beispiel erinnert einer der Pfeiler daran, dass der Prophet dort abends zu Gott betete. Auf Arabisch wird sie die Taschahod-Säule genannt. An eine andere Säule, die auf Arabisch Hananeh-Säule heißt, pflegte der Prophet sich anzulehnen, wenn er eine Ansprache hielt, war also der Mimbar des Propheten, der sich in der Nähe des Ortes befand, wo er täglich betete.

Wieder eine andere Säule in der Prophetenmoschee in Medina, an der es für die Pilger besonders gut sein soll, ihr Gebet zu verrichten, erhielt den Namen Towbeh-Säule. Sie wird aber auch Abi-Lobabeh genannt. Towbeh bedeutet wahrhaftiges Bereuen. Es gibt verschiedene Überlieferungen dafür wie die Säule zu dieser Bezeichnung kam. Die meisten berichten von einem Mann namens Abu Lobabeh Ansari.

Es heißt, dass die Benennung der Abi Lobabeh - bzw. Towbeh-Säule auf folgendes Geschehen zurückgeht:

Einige Muslime hatten sich den Muslimen, die in den Tabukkrieg zogen, nicht angeschlossen. Doch als sie erfuhren, dass die, die ohne rechten Grund, nicht an diesem Kampf teilgenommen hatten, von Gott in neuen Offenbarungsworten getadelt wurden, gerieten sie in große Besorgnis. Einer dieser Muslime hieß Abu Lobabeh. Er ging reuevoll in die Prophetenmoschee und band sich an einen der Pfeiler fest. Davon erfuhr der Prophet nach seiner Rückkehr aus dem Kampf. Die Leute berichteten ihm: Lobabeh hat geschworen, so lange an dem Pfeiler festgebunden zu bleiben, bis der Prophet kommt und ihn losbindet. Der Prophet antwortete: Und ich habe geschworen, dies nicht zu tun, es sei denn Gott erlaubt es mir.

Daraufhin wurden dem Propheten die Worte geoffenbart, die heute im Koranvers 102, in der Sure 9 stehen:

‚Und andre haben ihre Sünden bekannt; sie vermischten eine rechtschaffene Handlung mit einer anderen bösen. Vielleicht daß Allah sich wieder zu ihnen kehrt; siehe Allah ist verzeihend und barmherzig.

Da suchte Hasrate Mohammad, salawatollah aleih, Abu Lobabeh in der Moschee auf, um ihm zu verkünden, dass Gott die Reue der Sünder akzeptiert. Und er band ihn von dem Pfeiler los. Aus Dankbarkeit verschenkte Abu Lobabeh sein ganzen Vermögen an den Propheten und sagte: ‚ Dies sind die Besitztümer, an denen ich so sehr hing, dass ich nicht am Djihad teilgenommen habe. Nimm sie alle von mir an und verschenke sie auf dem Wege Gottes.'

Der Prophet des Islams nahm auf Geheiß Gottes nur einen Teil des Vermögens Abu Lobabehs entgegen.

Danach sah man den Propheten manchmal neben diesem Pfeiler, dem Towbeh-Pfeiler, zusätzliche Gebete verrichten.

Seither halten die Muslime diese Stelle in der Prophetenmoschee besonders in Ehren und richten gerne neben dieser Säule ihre Bittgebete an ihren Schöpfer und Erhalter.

Nun wollen wir noch ein weiteres Element in der architektonischen Konstruktion von Moscheen betrachten, uns zwar das Minarett.

Das Minarett ist eine Art hoher Turm, von dem aus die Muslime zum Gebet aufgerufen werden. Das Aufrufen zum Gebet hat im Islam einen hohen Wert. Deshalb wird auch der Gebetsrufer, der Muezzin, von den Muslimen besonders geachtet. Der erste Muezzin in der Geschichte des Islams ist Belal Habaschi gewesen, ein dunkelhäutiger Sklave, den der Prophet freigekauft hatte. Belal Habaschi rief von der höchsten Stelle in der Stadt aus, zum Gebet auf. Da der Azzan - der Gebetsruf von einer hohen Stelle aus erfolgen muss, damit alle ihn hören, kamen die Muslime auf den Gedanken neben der Moschee oder in ihrer Nähe eine Stelle zu errichten, die höher als die Moschee liegt. Auf diese Weise entstand ein neuer Bauteil der Moschee: Das Minarett.

Anfangs waren die Minarette sehr einfach. Mit der Zeit wurden sie immer schöner gestaltet und ihre Form wurde vielfältiger. Das erste Minarett, das den Minaretten heutiger Zeit gleicht, ist laut geschichtlichen Aufzeichnungen das Minarett der Hauptmoschee von Basreh gewesen. Heute haben die Minarette vieler Moscheen aufgrund des technischen Fortschrittes ihre eigentliche Funktion verloren und besitzen nur noch symbolischen Charakter. Doch sind sie weiter fester Bestandteil des Moscheenbaus geblieben und sind schmuckvoller Repräsentant der islamischen Bauweise.

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