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Sunday 7th of June 2020
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Sehenswert sind auch die großen Marmorblöcke und wertvollen Steinbecken im Gebetsraum, insbesondere das Steinbecken welches unter der Westkante der großen Kuppel liegt und aus dem Jahre 1095 nach der Hidschra stammt.

Sehenswert sind auch die großen Marmorblöcke und wertvollen Steinbecken im Gebetsraum, insbesondere das Steinbecken welches unter der Westkante der großen Kuppel liegt und aus dem Jahre 1095 nach der Hidschra stammt.

Unseren heutigen Beitrag über die Moscheen der Welt beginnen wir mit den Worten von Frau Kawari Nakata aus Japan. Sie hat sich eingehend über den Islam informiert und ist Muslimin geworden. Frau Nakata beschreibt ihren ersten Besuch einer Moscheen wie folgt:

"Ich ging in die Moschee. Es war mir, als betrete ich eine unbekannte andere Welt. Aber eine wunderliche Ruhe erfüllte mich. Es herrschte eine besondere spirituelle Atmosphäre, welche die stille Umgebung angenehm bereicherte. Ich fühlte mich von dieser Spiritualität angezogen und setzte langsam Schritt vor Schritt. Es war als ob mich eine Stimme rief und mir die frohe Nachricht brachte: Du wirst bald die Wahrheit erfahren ."

In diesem Teil unserer Reihe ‚Moscheen der Welt' wollen wir Sie mit den verschiedenen Bauelementen, die alle Moscheen aufweisen, vertraut machen.
Die Moscheen in der islamischen Welt bzw. auch die in nicht-muslimischen Ländern weisen abgesehen von ihren der jeweiligen Kultur und Bedingungen des Landes entsprechenden architektonischen Eigenheiten, mehrere Gemeinsamkeiten auf.

Mihrab, Mimbar, Minarett und Kuppel sind die charakteristischen Bauelemente der Moscheen.

Eines der Bauelemente in einer Moschee, ist also der Mihrab. Das Wort Mihrab stammt von dem arabischen Wort "Harb". Harb bedeutet Krieg und zwar ist der Krieg gegen Satan, den inneren Feind des Menschen, nämlich seine Triebgelüste, gemeint. Der Mihrab ist eine Einbuchtung in der Moscheewand. Diese zeigt in die Richtung, in der die Gläubigen beten sollen, nämlich in Richtung Mekka. Im Laufe der Zeit wurde diese Wandnische zum Ort wo der Gebetsimam beim Gemeinschaftsgebet steht.

Seit wann genau der Mihrab zum Bauelement in Moscheen wurde ist unklar. Historische Dokumente berichten von einem ersten Mihrab im Jahre 662 . Es heißt, dass die Muslime ihren ersten einfachen Mihrab an der Stelle errichteten wo der Prophet zum Gebet gestanden hat und sich in Anbetung vor Gott niederbeugte und mit der Stirn die Erde berührte. Diesen Mihrab gibt es noch. Er wurde später mit Offenbarungsworten aus dem Koran verziert.

Einen Mihrab gibt es heute fast in allen Moscheen. Aber die große Al-Haram-Moschee in Mekka, in deren Richtung alle Muslime auf der Welt beten, weil dort die Kaabeh steht, hat keinen Mihrab.

Ein weiteres Bauelement der Moscheen ist der Mimbar. Mimbar ist eine Art erhöhter Rednerstuhl, von dem zu den Versammelten gesprochen wird. Mehrere Stufen führen zu der erhöhten Sitzfläche, sodass von dort aus der Redner gut zu sehen und seine Stimme für alle hörbar ist. Der erste Mimbar wurde in der Ghoba-Moschee durch eine kleine steinere Erhöhung errichtet, die der Prophet des Islams, salawatollah aleih, bestieg um zu den Anwesenden in der Moschee zu sprechen. In der Prophetenmoschee in Medina sprach er angelehnt an eine Dattelpalme oder von einer kleinen Plattform aus, die entweder aus Stein oder aus Lehm war, zu den Menschen. Sieben Jahre nach der Hidschra wurde ein kleiner Mimbar, ähnlich dem heutigen für den Propheten errichtet. Er diente als Grundentwurf für alle Mimbars, die danach ein Teil der Moscheen wurden.

Viele dieser Mimbars wurden berühmt. Darunter zum Beispiel der Mimbar von Kairouan in Tunesien oder der in der Moschee von Cordoba, heutiges Spanien, wobei der Mimbar in Kairouan einer der ältesten ist. Einige datieren ihn in das 9. Jahrhundert nach Christus und die Zeit als bereits die Abbassidenkalifen herrschten, nämlich 8. bis 13. Jahrhundert nach Christus. Andere meinen, dass dieser Mimbar in Kairouan schon im 7. oder 8. Jahrhundert erbaut worden ist, als die Ommayyiden die Macht über das Islamische Reich hatten.

Damit haben wir Ihnen also zwei wichtige Bauteile von Moscheen, nämlich den Mimbar und den Mihrab vorgestellt. Im nächsten Beitrag werden wir noch weitere Bauelemente von Moscheen beschreiben. Nun aber möchten wir uns der schönen Moschee im spanischen Cordoba zuwenden.

Die Moschee in Cordoba ist einer der größten und schönsten Moscheen auf der Welt. Sie stammt aus der islamischen Ära in Spanien. Diese Moschee hat schon viele Menschen, die sich privat oder beruflich für historische Bauwerke interessieren auf sich aufmerksam gemacht. Einige Sachkundige sagen diese Moschee spiegele Beginn und Ende des arabisch-andalusischen Architekturstils in dieser Region wieder. Diese Moschee wurde in mehreren Bauphasen zu verschiedenen Zeitabschnitten vergrößert. Mit dem Bau wurde zur Zeit Abdorahman, des Ersten im 8. Jahrhundert nach Christus begonnen . Unter Abdo rahman dem Zweiten (9. Jhrdt. N. Chr.) und Al Hakam dem Zweiten (10. Jhrdt n. Chr.) wurde sie restauriert und bekam weitere Verzierungen. Schließlich wurden noch einmal und zwar auf Anweisung von Al Mansur, Ende des 10. Jhrdts n. Chr. die letzten Restaurierungsarbeiten der islamischen Ära vorgenommen.

Die Freitagsmoschee von Cordoba ist bekannt für ihre doppelten Torbögengänge, die schönen Steinsäulen mit ihren Kapitellen, den hohen Mauerzinnen, das Stuckwerk, die Keramikfußböden und das Kachelwerk, die Vergoldungen und Glasmosaike des Mihrabs und der Zentralkuppel. Der architektonische Entwurf der Moschee von Cordoba ist eine Anlehnung an den Baustil anderer Moscheen, wie der Moschee in Damaskus, in Kairouan, Tunesien, und der Moscheen anderer islamischer Länder wie Iran oder der Moschee in Konstantinopel, in der Türkei. Sie ist zu einer internationalen Sehenswürdigkeit geworden. Jahrhunderte nach ihrer Errichtung, wird sie immer noch täglich von vielen Touristen besichtigt.

Die wichtigste Heilige Stadt der Muslime ist Mekka,und die zweitwichtigste Medina. Laut Überlieferung gelten auch in Medina besondere Vorschriften. Zum Beispiel dürfen keine Bäume und Pflanzen ausgerissen oder das Zweigwerk der Bäume beschnitten werden. Die Jagd von wilden Tieren ist verboten. Jeder Muslim, der dieses Gebiet betritt genießt Immunität und darf von Niemandem angegriffen werden. In Medina ist es wie in Mekka verboten Krieg zu führen und Nicht-Muslimen ist es nicht erlaubt, dieses Gebiet zu betreten. Medina hat ihre Stellung als Heilige Stadt der Moschee zu verdanken, die hier steht, nämlich der Masdsched-Annabi .

Die Bedeutung der Annabi-Moschee - oder Moschee des Propheten - geht auf den Beginn des Islams zurück. Im ersten Jahr nach der Emigration des Propheten von Mekka nach Medina gab dieser Anweisung für den Bau der Moschee. Sie war damals nur 1050 qm groß und sehr schlicht und einfach gestaltet: mit Mauern aus sonnengetrockneten Ziegeln, das Dach aus Gezweig, Blättern und Palmenfasern, gestützt von Stämmen der Dattelpalmen und der Boden ausgelegt mit einfachen Matten aus Pflanzenfasern.

Diese einfaches Bauwerk, bei dessen Errichtung der Prophet persönlich mithalf, wurde zum Zentrum der islamischen Regierung und Ausgangspunkt der Verbreitung des Islams. In dieser Moschee hielt der Prophet seine Ansprachen. Dort grenzte er den Islam von Gottes-leugnung und -verleugnung ab und erklärte alle Werte, die auf Unwissenheit oder ethnischem Stolz beruhten und die Bräuche, die gegen die Moral verstoßen, die sozialen Ungerechtigkeiten und alles was gegen die Werte der Religon Gottes verstieß, für null und nichtig. Viele wichtige Anweisungen und Entschlüsse des Propheten sind in dieser Moschee in Medina erfolgt. Daher erinnert die Annabi-Moschee in Medina an viele wichtige Ereignisse in der Frühgeschichte des Islams. Im 7. Jahr nach der Hidschra des Propheten von Mekka nach Medina ließ Prophet Mohammad, salawatolla aleih, die Moschee auf über 2000 Quadratmeter erweitern, denn die Zahl der Muslime hatte inzwischen erheblich zugenommen. Seitdem hat diese Moschee noch viele Erweiterungen erfahren. Heute beträgt ihre Fläche über 360 Tausend Quadratmeter. Sie hat 10 Minarette mit einer Gesamthöhe von 105 Metern.

Zu Beginn lag das Haus des Propheten direkt neben der Annabi-Moschee. Hier wurde Prophet Mohammad, salawatollah aleih, nach seinem Verscheiden beigesetzt. Seit einer späteren Erweiterung liegt nun das Grab des Propheten in der Moschee.
Die Prophetenmoschee kann daher heute in zwei Abschnitte eingeteilt werden, den älteren Teil, der aus der Zeit des Propheten stammt und den Gebäudetrakt , der sich auf der Nordseite dem alten Moscheeteil anschließt.

Nicht nur das Haus des Propheten wurde Bestandteil der Annabimoschee in Medina, sondern auch das Haus seiner Tochter, der geehrten Fatemeh-Zahra. Der Gesandte Gottes liebte seine Tochter und ihren Gemahl, Imam Ali sehr. Ihr Haus lag direkt neben dem seinen. So konnte er sie auf dem Rückweg nach Hause immer besuchen. Anfangs besaßen alle Häuser, die neben der Moschee erbaut worden waren, eine Tür, die in die Moschee führte. Doch wenig später bat der Prophet auf Geheiß Gottes alle Muslime, die direkt neben der Moschee wohnten, die Tür in ihrem Haus, die zur Moschee führte zu verriegeln. Das Haus Imam Alis und der Prophetentochter Fatemeh waren von dieser Regelung ausgenommen.

Zu Lebzeiten des Gottgesandten gab es in der Annabi-Moschee in Medina noch keinen Mihrab (Gebetsnische). Aber der Prophet betete immer an derselben Stelle in der Moschee. Später, nachdem Hasrate Mohammad verstorben war, wurde diese Stelle zum Mihrab der Annabi-Moschee bestimmt.

Weitere Einzelheiten über die Annabi-Moschee in Medina bringen wir in einem anderen Teil dieser Reihe.

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