Deutsch
Wednesday 3rd of June 2020
  570
  0
  0

Religion, Religiosität

Religion, Religiosität

 

Nun zur religiösen Situation der Menschheit vor dem Erscheinen Imaam Mahdis (a). Aus Riwaayaat wissen wir, dass in jener Zeit von Islam und Koran sozusagen nur noch der Name geblieben sein wird. Ebenfalls werden die Muslime mehr oder weniger nur noch dem Namen nach Muslime sein, wie ja auch die Moscheen dann nicht mehr als Ort der Ermahnung und Rechtleitung fungieren. Etliche der Rechtsgelehrten, der "fuqahaa", aber werden die schlimmsten "fuqahaa" sein, die die Welt je erlebte. Die Welt, das Erdenrund wird zu einem Raum werden, auf dem die Religion Gottes gegen wertlose Billigware verschachert wird.

 

a) Islam und Muslime

Islam bedeutet Hingebung in den Willen Gottes bzw., sich den göttlichen Geboten zu fügen. Der Islam, als optimalste und vollständigste aller Religionen, garantiert der Menschheit Glück in dieser und jener Welt, und das, was dieses Glück erreichen läßt und von Wert ist, ist das Befolgen der islamischen bzw. koranischen Weisungen.

Gegen Ende aller Zeiten aber wird alles wie auf den Kopf gestellt sein. Vom Islam wird nichts bleiben als sein Name. Der Koran wird zwar noch in der Gesellschaft vorhanden sein, doch lediglich in Form  geschriebener Zeilen. Die Muslime sind dann lediglich namenshalber noch Muslime, denn Islam und islamisches Verhalten sind ihnen abhanden gekommen.

Prophet Muhammad (s) informierte:

„Eine Zeit wird für meine Gemeinde anbrechen, in der vom Islam nichts geblieben sein wird als nur sein Name und vom Koran lediglich geschriebene Buchstaben. Die Muslime werden zwar noch "Muslime" genannt, doch ist ihnen der Islam fremder als irgendeinem anderen...“[1]

Von Imaam Ssaadiq (a) ist dieses Wort:

"Bald schon wird eine Zeit kommen, in der die Menschen von Gott nichts mehr wissen und "Tawhid" ihnen unbekannt ist, bis dass "Dadschdschaal"[2]  bezwungen und vertrieben wird.[3]

 

b) Moscheen

Die Moschee ist ein Ort der Anbetung Gottes, der Rechtleitung der Menschen und Aufklärung über die göttliche Religion.

Zu Beginn des Islam wurden sogar wichtige Regierungsbelange in der Moschee geregelt. In ihr besprach man einen bevorstehenden Dschihaad und fand der Mensch zu geistig-geistlichen Höhen.

Doch gegen Ende der Zeiten verlieren die Moscheen ihren eigentlichen Sinn, denn religiöse Belehrung, Aufklärung und Rechtleitung werden dann nicht mehr gefragt sein. Obwohl die Zahl der Moscheen als auch ihre Pracht und Schönheit zunimmt, werden sie leer, ohne Muslime, dastehen.

Der Gesandte Gottes informierte:

"Prachtvoll werden die Moscheen in jener Zeit sein, doch Führung und Rechtleitung wird es in ihnen nicht mehr geben..."[4]

 

c) "Fuqahaa", Rechtsgelehrte

Die islamischen Gelehrten und Wissenschaftler sind Hüter der Religion Gottes auf Erden.

Ihnen obliegt es, den Menschen den richtigen Weg zu zeigen, und unermüdlich sind sie darum bestrebt, religiöse Weisungen aus den religionsrechtlichen Quellen herauszuarbeiten (Fiqh) und darüber zu informieren.

Gegen Ende der Zeiten aber wird auch dies nicht mehr zutreffen. In jenen Tagen werden etliche der Fuqahaa, die geistlichen Rechtsgelehrten, die schlimmsten aller Rechtsgelehrten (Fuqahaa) sein.

Diesbezüglich sagte der Gesandte Gottes (s):

"Fuqahaa wird es dann geben, die die schlimmsten Fuqahaa unter dem Himmel sind. Verwirrung wird von ihnen ausgehen und zu ihnen (einem Bumerang gleich) zurückkehren."[5]

Möglicherweise sind mit diesen Fuqahaa abhängige Hofgeistliche gemeint, die die Verbrechen tyrannischer und eigensüchtiger Herrscher zu rechtfertigen und ihnen ein islamisches Aussehen zu geben suchen. Jene, die bereit sind, sich mit jedwedem Gewalttäter und Kriminellen zu arrangieren. Ähnlich wie es die Hofprediger der von der Wahabi-Sekte abhängigen Herrscher taten, die den Kampf gegen die USA und Israel als Verstoß gegen das Religionsrecht verstehen. Sie, die angesichts der israelischen Verbrechen schweigen und den Massenmord der Wahabis an Pilgern zum Hause Gottes (Ka`ba) unter Hinzuziehung von Koranvers und Riwaayat rechtfertigten.

Man kann wirklich sagen: Die ärgsten Fuqahaa sind diejenigen, die Intrigen und Verwirrung verursachen.

 

d) Die Religion vereinsamt

Ein weiteres Zeichen, welches das Ende der Zeiten ankündigt ist, dass die Religion Gottes verlassen wird.

Eines Tages ging Imaam Hussain (a) zu Amir al mu`minaan Ali (a), der inmitten einer Gruppe saß und sagte:

"Hussain ist euer Führer. Der Gesandte Gottes nannte ihn "Sseyyed"[6] und "Ssarwar"[7]. Aus seinem Geschlecht wird jemand hervorgehen, der mir (Prophet) hinsichtlich Aussehen und Gesinnung gleicht und allüberall in der Welt, die über und über von Tyrannei und Gewalttätigkeit heimgesucht sein wird, Gerechtigkeit verbreitet.“

Man fragte ihn, wann diese Zeit kommen wird, worauf er antwortete:

"Dann, wenn ihr - betrüblicherweise – die Religion abgelegt haben werdet wie die Gattin ihr Gewand…"[8]

 

e) Die Religion wird preisgegeben

Der Mensch ist verpflichtet, in Lebensgefahr seinen Besitz herzugeben, wenn er dadurch sein Leben retten kann, doch dieses einzusetzen, um seine bedrohte Religion schützen zu können.

Gegen Ende aller Zeiten aber wird die Religion zu einem schnöden Preis verschachert und werden jene, die morgens noch gläubig waren, abends bereits zu Ungläubigen geworden sein.

Diesbezüglich sagte der Gesandte Gottes (s):

"O weh, welch Unheil kommt auf die Araber zu. Intrigen und Komlotts, gleich Fetzen der nächtlichen Dunkelheit und Finsternisse. In der Früh noch ist der Mensch gläubig, doch gegen Sonnenuntergang bereits einer der Gottleugner.

Eine Gruppe wird sein, die ihre Religion zu einem geringen Preis verkaufen wird.

Wer in jenen Tagen an seiner Religion festhält und sich an ihr auch weiterhin orientiert ist (wegen des Leides, das ihm seiner Religiosität wegen zugefügt wird) wie der, der Feuerkugeln in der Hand hält oder aber dorniges Gestrüpp in seiner Hand zusammenpreßt."[9]


Drittes Kapitel

 

 



[1] "thawaab ul amaal", S. 301; "dschaami`ul akhbaar", S. 129; "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 190

[2] Hinweis des Autoren: Daran, dass „Dadschdschaal“ zu den Zeichen des Erscheinen Mahdis (a) gehört, zweifeln weder Sunniten noch Schiiten. Alle Muslime stimmen dem zu.

Aber: Ist mit Dadschdschaal“ eine bestimmte Person gemeint ist, die zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort in Erscheinung tritt? Oder aber ist es Hinweis auf eine rein materialistische weltanschauliche Richtung, die die Welt beherrscht, erklärt, regiert bzw. dirigiert?

Einige von Sunniten und Schiiten überlieferte Riwaayaat gibt es, die die erstgenannte Wahrscheinlichkeit bestätigen, da in ihnen der Ort des Aufbruchs Dadschdschaals genannt wird, ganz abgesehen davon, dass in sunnitischen Büchern seine Person spezifiziert wurde.

Einige heutige Gelehrte aber stimmen der zweitgenannten Wahrscheinlichkeit zu und sagen, dass mit Dadschaal eine Sichtweise gemeint ist. Eine rein materialistische Sichtweise, die Geistig-Geistliches bzw. Immaterielles ausschließt und aus deren Perspektive die Welt definiert, kommentiert und beherrscht wird.   

[3] "tafssir furaat", S. 44

[4] "bihaar ul anwaar", B. 2, S. 190.

[5] "thawaab ul amaal", S. 301; "dschaami`ul akhbaar", S. 129; "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 190

[6] Herr

[7] Gebieter

[8] Ibn Taawus, "malaahim", S. 144

[9] Ahmad, "masnad", B. 2, S. 390

  570
  0
  0
امتیاز شما به این مطلب ؟

latest article


 
user comment