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Saturday 5th of December 2020
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Ausblick auf die Welt vor dem Erscheinen Mahdis (a)


Umgeben von Helligkeit sind wir uns ihres Wertes weniger bewusst. Erst dann wissen wir sie richtig zu schätzen, wenn Finsternis uns umgibt. Wenn das gesamte Firmament in Sonnenlicht getaucht ist, beachten wir sie, die Sonne, nur kaum. Doch ist sie hinter Wolken verborgen und sind uns ihre Helligkeit und Wärme eine Zeitlang entzogen, wird uns ihre Bedeutung offenbar.

Auch die Notwendigkeit des Erscheinens Imaam Mahdis (a) - der „strahlenden Sonne des Wilaayaat"[1] - erkennen wir dann in aller Deutlichkeit, wenn wir über das Chaos, von dem die Menschheit vor seinem Erscheinen heimgesucht sein wird, wissen und uns jene Zeit schwerster psychischer Drangsal und Verworrenheit "hautnah" vorstellen können.

Nachstehend ein kleiner Überblick darüber, wie es in besagtem Zeitraum auf Erden aussehen wird:

Blutige Kriege zwischen Völkern und Staaten erschüttern die Erde, die übersät sein wird mit Getöteten. Das ungerechtfertigte Töten und Morden nimmt solch ungeheure Ausmaße an, dass kein Haus, keine Familie mehr zu finden sein wird, die nicht einen oder gar mehrere ihrer Angehörigen verloren hätte.

Infolge von Kriegen verlieren Erwachsene und Jugendliche ihr Leben. Laut Überlieferung wird nur ein Drittel der Menschheit überleben.

Für Leben und Eigentum der Völker gibt es keine Sicherheit mehr, Wege und Straßen sind von Unsicherheit und Gefahren überschattet, und der Mensch ist von Angst, Schrecken und Panik gepackt.

Frühzeitiges und unerwartetes Sterben allüberall, und Kinder werden auf grausamste Weise von tyrannischen Herrschern zu Tode geschunden.

Auf öffentlichen Straßen und Gehwegen werden schwangere Frauen vergewaltigt. Todbringende Epidemien - möglicherweise aufgrund der auf den Straßen liegengebliebenen Toten oder der verwendeten A-B-C-Waffen - breiten sich aus.

Nahrungsmittelknappheit, Teuerung und Hungersnot lähmen das menschliche Leben, und das Erdreich ist nicht mehr in der Lage, Saat in seinem Schoße aufzunehmen und wachsen und gedeihen zu lassen.

Regen fällt aus oder aber überschwemmt, unzeitgemäß und als verheerendes Unwetter, das Land.

Infolge von Hunger und Not wird das Leben unsagbar schwer, so dass einige, um des Überlebens, um eines Stückchen Brotes willen, ihre Frauen und Töchter feilhalten.

In einer solch harten und leidvollen Situation übermannen Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung den Menschen. Der Tod erscheint ihm als bestes Gottesgeschenk an die Menschheit, und nichts sehnt er sich so sehr herbei wie das Ende seines Lebens.

Wer in jener Zeit an den Toten auf der Straße oder an Gräbern vorbeigeht, wünscht sich: Wäre ich doch einer von ihnen, könnte ich doch wie sie diesem schmählichen Leben entronnen sein...

Keine Macht, keine Institution oder Organisation wird dann sein, die dem Chaos, dem Töten, Morden, Vergewaltigen und Quälen Einhalt gebieten und Tyrannen und Gewaltherrschern das Handwerk legen würde. Kein hilfeverkündender Ruf wird zu hören sein, und alle, die sich zuvor als "Retter der Menschheit" ausgaben, entpuppen sich als Lügner, Betrüger und Verräter.

Allein ein göttliches Wunder, das Erscheinen des göttlichen Reformers ist es, das der Mensch dann noch erhofft und sehnlichst erwartet...

In jener Zeit, da der Mensch von Verzweiflung erfasst ist, wird - infolge göttlicher Huld und göttlichen Erbarmens - der verheißene Mahdi (a) nach langer Verborgenheit und sehnlicher Erwartung erscheinen: als Retter der Menschheit.

In aller Welt wird dann der himmlische Ruf ertönen: "Ihr Weltler, das Ende der Gewaltherrschaft der Tyrannen ist gekommen, die Herrschaft göttlicher Gerechtigkeit beginnt, Mahdi ist erschienen..."

Dieser himmlische Ruf belebt die erschöpfte Menschheit, erfüllt sie mit hoffnungsfrohem Geist und verkündet den Drangsalierten und Geknechteten Befreiung.

Kurz, wer über die Situation der Menscheit in jener kommenden Zeit weiß und sie richtig erfasst, wird die Notwendigkeit des Erscheinens des göttlichen Reformers verstehen und Wert und Bedeutung der gerechtigkeitbringenden Herrschaft Mahdis (a) erkennen.

Und nun, zunächst, in fünf Kapiteln und gemäß entsprechender Riwaayaat, zur chaotischen Situation vor dem Erscheinen Imaam Mahdis (a):


Erstes Kapitel

 

 

 

Regierung, Herrschaft

 

Religiöse oder aber ideologische Regelungen werden in der Gesellschaft praktiziert, wenn sie von der betreffenden Regierung anerkannt und unterstützt werden. Daher ist es nicht zu verwundern, dass jene, die ihre diesbezüglichen Vorstellungen und Ziele verwirklichen möchten, danach streben, die Regie in die Hand zu nehmen, um ihre Hoffnungen und Zielsetzungen realisieren zu können.

Auch der Islam - als vollständigste aller göttlichen Religionen - bemüht sich somit um die Bildung einer islamischen Regierung und weiß in deren Gründung und Wahrung eine seiner höchsten Zielsetzungen.

Der verehrte Prophet des Islam, Muhammad (s), setzte sich mit seinem ganzen Sein für die Gründung einer islamischen Regierung ein und legte einst, in Medina, den Grundstein zu ihr.

Doch nach seinem Dahinscheiden war (und ist), wenngleich sich die Reinen Imaame (a) und geistlichen Gelehrten darum bemühten, von gottgebotenem Regieren nur in wenigen, an den Fingern abzuzählenden Fällen noch etwas zu spüren. Bis zum Erscheinen des verheißenen Mahdi (a) werden die meisten Regierungen Unrecht-Regime sein.

Riwaayaat, die uns von dem Propheten (s) und den Imaamen (a) überliefert wurden, vermitteln uns ein Bild von der Art der Regierungen, die vor dem Erscheinen Imaam Mahdis (a) das Sagen haben. Auf einige ihrer Merkmale wollen wir nun hinweisen:

 

a) Despotischer Regierungsstil

Zu dem, unter dem die menschliche Gesellschaft vor dem Erscheinen Imaam Mahdis (a) zu leiden hat,  gehören Ungerechtigkeiten und rohe Gewalt seitens der Regierungen. Der Gesandte Gottes (s) sagte diesbezüglich:

"Die Erde wird voller Unrecht und Tyrannei sein. So sehr, dass Angst und Krieg zu jedem Haus Zugang finden."[2]

Imaam Ali (a) informierte: "Die Erde wird angefüllt sein mit Unrecht und Tyrannei. Kein Haus wird mehr sein, in dem nicht Angst und Kummer herrschten."[3]

Imaam Baaqir (a) tat kund: Imaam Qaa`im[4] wird in einer Zeit voller Angst und Sorge erscheinen."[5]

Diese Angst und Sorge wird in der Regel von despotischen, eigensüchtigen Herrschern verursacht, denn vor dem Erscheinen Imaam Mahdis (a)  werden sie es sein, die auf Erden den Ton angeben.

Imaam Baaqir sagt in diesem Zusammenhang:

"Mahdi (a) wird erscheinen, wenn die Herrschaft auf Erden in der Hand der Tyrannen liegt."[6]

Auch Ibn Umar überlieferte, dass sich der angesehene und mit Kindern und Besitz gesegnete Mann (gegen Ende der Zeiten) angesichts des von den Herrschenden verursachten Leides und Unrechts den Tod herbeiwünschen wird.[7]

Anzumerken ist, dass die Gemeinde des Propheten (s) nicht nur unter den Agressionen und Angriffen fremder Mächte leiden, sondern ebenfalls Unterdrückung und Joch eigener despotischer und selbstsüchtiger Regierungen ausgesetzt sein wird. Drangsal und Knebelung werden so heftig sein, dass ihr die Erde, bei all ihrer Weite, zu eng erscheint und sie sich in einem gewaltigen Kerker wähnt.

  Ähnlich wie in der heutigen islamischen Welt, in der - mit Ausnahme Irans, wo infolge göttlicher Huld und des Zutuns Imaam Mahdis (a) ein gerechter Faqih[8] die Führung innehat - die Regierenden in keinem guten Verhältnis zu Islam und Muslimen stehen und sich diesen entfremdet haben...

Der Gesandte Gottes (s) sprach:

"Gegen Ende der Zeiten werden die Herrschenden in der islamischen Welt unvorstellbar großes Unheil über meine Gemeinde bringen. In einem Ausmaße, dass ihr das weite Erdenrund zu eng, d.h. erdrückend erscheint und die Welt übervoll von Unrecht und Tyrannei sein wird, so dass die Gläubigen nirgendwo mehr Zuflucht vor den Tyrannen finden können."[9]

In einigen Riwaayaat wird auf eigensüchtige Machtgewaltige, unter deren Regiment die Muslime leiden, hingewiesen und darauf, dass im Zuge dieser Gewaltherrschaft der verheißene Welt-Reformer erscheinen wird.

In diesen Riwaayaat ist u.a. die Rede von drei Regierungsformen, die sich nach dem Propheten des Islam (s) einstellen werden, nämlich:

„Kalifat“, „Emaarat“[10] und „Moluk“[11],- gefolgt von tyrannischen Machtgewaltigen (die gar noch ärger sind als die vorausgegangenen).

Der verehrte Prophet (s) tat kund:

"Nach mir werden die Kalifen regieren, nach den Kalifen Emire und nach diesen Könige. Nach den Königen aber treten (gar noch ärgere) Tyrannen und Despoten die Macht an, woraufhin Mahdi (a) erscheinen wird."[12]



[1][1] Wilaayat: hier in der Bedeutung von Führung, Betreuung und Regie 

[2] Ibn e Abi Schaibah, "Mussanaf", B. 15, S. 89, "kans ul ummaal", B. 14, S. 584

[3] "kans ul ummaal", B. 14, S. 584, "ihqaaq ul haq", B. 13, S. 317

[4] Imaam i- Qaa`im: Mahdi, der Sich-Erhebende

[5] Schadschari, "amaali", B. 2. S. 156,

vergl.: Nu`maani, "ghaibah", S. 253; Tussi, "ghaibah", S. 274, "i`laam ul waraa", S. 428; "mukhtassar bassaa`ir ud daradschaat", S. 212; "isbaat ul hudaah, B. 3, S. 540; "holiat ul abraar", B. 3, S. 626; "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 23; "bischaarat ul islaam", S. 82; "aqd ud durar", S. 64; "al qawl ul mukhtassar", S. 26; Mutaqqi Hindi, "burhaan", S. 74; Ssafaarini, "lawaa`ih", B. 3, S. 8 

[6] Ibn Taawus, "malaahim", S. 77

[7] "aqd ud durar", S. 333

[8] Faqih: hochstehender islamischer Gelehrter

[9] Haakim, "mustadrak", B. 4, S. 465; "aqd ud durar", S. 43, "ihqaaq ul haq", B. 19, S. 664

[10] Herrschaft der Emire

[11] Könige

[12] "al mu`dscham ul kabir", B. 22, S. 375; "al isti`aab", B. 1, S. 221; "ferdouss ul akhbaar", B. 5, S. 456; "kaschf ol ghummah", B. 3, S. 264; "isbaat ul hudaah", B. 3, S. 596; 

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