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Friday 29th of May 2020
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Der Urteilende (al-Hākim)

Der Urteilende (al-Hākim)

 

 

Man ist sich strittig geblieben, inwieweit und ob der Intellekt über gut und böse urtei-len kann, und das auch innerhalb der Muslimgemeinde. Während die Aš

Das Bestehen der Aš<ārīten auf ihrer strengen Position, resultiert aus einer vorgefer-tigten Meinung über das Imāmtum, und ebenso auch das Bestehen der Schia auf der ihren. Die Theologen der Schia nämlich, folgten der Lehre ihrer Imāme und versuchten diejenigen, die die Existenz des Beweises (al-Huğğa) ablehnten mit denselben Argumenten zu widerlegen, mit denen auch die Bestreiter des Prophetentums wider-legt wurden.

 

Ergo war die Frage des Guten und des Bösen (al-Husn Wa al-Kubh) zunächst eine theologische und keine juristische Frage gewesen. Den schiitischen Theologen zufolge, war das Imāmtum ein Derivat des Prophetentums gewesen, auch wenn es passender gewesen wäre zu sagen, daß das Prophetentum eigentlich ein Derivat des Imāmtums ist. Denn ohne die rationale Notwendigkeit eines fortdauernden Imāmtums (einer fortdauernden Leitung) und Beweises über die Schöpfung, ginge auch der Beweis für das Prophetentum verloren. Dies galt ihnen, den Theologen, zusätzlich zu den tradierten Willenserklärungen über die Nachfolge des Propheten und der Imāme, als rationaler Beweis für die Existenz des Imāms zu jeder Zeit.

 

Die Aš<ārīten fanden ihren Ausweg in einer arbiträren sprachlichen Auslegung der dies bezüglichen Texte. Ein rationales Argument aber ließ sich nur überwinden, wenn man den Wert der rationalen und intellektuellen Erkenntnisse in dieser Frage ablehnen und auf die beliebig auslegbaren tradierten Texte reduzieren konnte. Die Aš<ārīten lehnten das Vermögen des Intellekts folglich zu keinem anderen Zwecke ab, als zu diesem Zwecke, obwohl auch sie sehr gut wußten, daß niemand ohne das Urteilsvermögen des Intellekts an Gott, Seine Offenbarungen und Seine Propheten glaubt.

 

Darum erschien dieses Vermögen bei ihnen zwar nicht in den Glaubensfragen, aber dafür in den untergeordneten juristischen Fragen um so mehr, was sich deutlich in ihren Rechtsanalogien und subjektiven Gutachten und Urteilen widerspiegelt, zum Trotz und wohl wissend, daß es sich in Wahrheit genau umgekehrt verhält.

 

Denn in Wahrheit liegen die Dinge so herum, daß die Person, nachdem sie Kraft des Intellekts zum Glauben an Gott und Seinen Gesandten gefunden hat, ebenfalls Kraft des Intellekts die Notwendigkeit sieht, dem Urteil Gottes und Seines Gesandten mit Hingabe Folge zu leisten. Denn es ist hier nicht so, daß der Intellekt eine Beteiligung am Urteil durch Analogie und subjektiver Meinung vorsieht, sondern, daß eine solche Beteiligung ausgeschlossen ist.

 

Damit liegen die Dinge bei ihnen, den Aš<ārīten in umgekehrter Weise, als wie sie im Koran stehen.

Die Usūlīs der Imāmīten indes, drängten auf das allgemeine Urteilsvermögen des In-tellekts in den Grundlagen des Glaubens um das Imāmtum beweisen zu können, wobei sie dieses Vermögen auf eine Weise einbrachten, die sie als unabhängiges Urteil der Ratio bezeichneten, wobei sie diese rationalen Zusammenhänge schließlich in Fragen der Jurisprudenz (al-Fikh) einbrachten um eine Art rationale Beweiskraft des Intellekts gegenüber dem Urteil des Gesetzes herzubringen. Nach Außen hin haben sie das Fürguthalten und die Analogie der Sunniten zwar weiter abgelehnt, um nicht mit der Anweisung der Imame in Konflikt zu geraten, aber nach Innen hin übersehen, oder ignoriert, daß die Analogie nichts anderes ist, das Urteil des Intellekts vom rationalen Zusammenhang, wie man unschwer sehen kann.

 

Beide Seiten haben darum, um einen Weg zu gehen, den das Gesetz energisch ablehnt, kurzerhand den Gebrauch der Fachbegriffe nach Belieben verändert, was im Ergebnis zu einer Absage an das Imāmtum geführt hat.

Der Unterschied ist nur, daß die Sunniten diesen Weg direkt und ohne Umwege ge-gangen sind, während ihn die Schia (in diesem Sinne) auf Um- und Schleichwegen in Anlauf genommen hat. Doch nicht alle Imāmīten sind Usūlīs, auch wenn das auf die Mehrheit von ihnen zutrifft. Unter ihnen gibt es, außerdem noch die Akhbārīs, die den rationalen Nexus und die Prinzipen der Usūlīs, und man sollte nicht erstaunt sein, nicht zuletzt auch aus logischen Prinzipien heraus ablehnen. Selbst einige bedeutende Usūlīs, haben jüngst oder früher einen echten Nutzen der rationalen Erörterung der Fragen des Gesetzes bei der Ergründung des Gesetzes bezweifelt oder abgelehnt.

 

2 Die Koranische Untersuchung der beiden Zentren der rationalen Wahrnehmung

 

Bevor wir die wortlauttechnische Untersuchung zu den Elementen und den Zentren der rationalen Wahrnehmung durchführen, müssen wir fragen, ob der heilige Koran diese beiden Zentren erwähnt, oder nicht, und ob er eine Verbindung zwischen beiden zieht.

Tatsächlich erwähnt der Koran das Herz (al-Kalb) und den Intellekt (al-

 

Unserem Verständnis nach, erscheinen diese beiden Zentren, in ihrer Erwähnung, ein jedes für sich in seinem eigenen Sinne.

In dem Wort Gottes:

 

„Damit ihr versteht…”

 

…ganz gleich an welcher Stelle der Wortlaut erscheint, wird eine Begründung zum Verstehen gegeben, im Sinne, daß da ein Subjekt vorhanden ist, das den Willen (al-Irāda) und die Möglichkeit (al-Amr) zum Verstehen besitzt; wenn das Subjekt will, dann versteht es, wenn nicht, dann nicht.

 

Die Anrede richtet sich also nicht an den Intellet (al-

 

Die Beziehung der beiden Zentren erscheinen in den meisten Stellen des Korans, wenn die Tiefen des Menschenwesens durch den Willen (al-Irāda) und das Verlangen (al-Mašī’a) zum Ausdruck gebraucht werden und das Herz (al-Kalb) zum Zentrum dieser Seelentiefen erklärt wird.

 

Zum selben Zeitpunkt werden die Subjekte für ihr Unverständnis getadelt, wobei die Konsequenzen ganz auf dem Zentrum der Möglichkeit (dem Herzen) lasten, das als verantwortlich für das Verstehen oder Nichtverstehen gewertet wird. Wenn das Herz das Verstehen verweigert, dann besitzt der Verstand keine Macht zum Verstehen. Denn der Verstand untersteht dem Befehl des Herzens.

Wenn sich deshalb eine Gruppe Leute weigert rationale Argumente anzuerkennen, hat es keinen Zweck sie mit solchen Argumenten überzeugen zu wollen.

 

Deshalb teilt Gott auch mit, daß Er Einsicht in ihre Herzen hat und gebietet, daß man von ihnen ablassen soll. Betrachte nur einmal aufmerksam diese Formulierung:

 

„Jene sind es, die welche Gott weiß, was in ihren Herzen ist, so wende dich ab, von ihnen!”

 

Diese Unterrichtung Gottes ist verknüpft mit Seinem Wissen über das, was im Sub-jektzentrum, also im Herzen dieser Personen ist:

 

„Gott weiß, was in ihren Herzen ist, so wende dich ab, von ihnen!”

 

Der Prophet erfährt darum im Dialog mit ihnen nicht mehr, als Mühe und Anstrengung und Verhöhnung. Und zwar aus keinem anderen Grunde, als dem, daß ihre Intellekte durch einen äußeren Einfluß gefesselt sind; dem Gebot ihres Herzens.

Gott sagt:

 

„Bedenken sie etwa den Koran nicht? Oder sind über Herzen ihre Riegel?”

 

Das Bedenken ist eine rationale Handlung. Allerdings wird das Ausbleiben des Beden-kens, unübersehbar auf die Verriegelung und die Verschlossenheit der Herzen zu-rückgeführt.

 

Der Verstand ist hier vergleichbar mit einem Rechner, den die betreffende Person so oder so einstellen kann, daß er die Dinge nur einem ganz bestimmten Programm ge-mäß errechnet.

 

Wenn es nun zu einer solchen Verschließung der Herzen kommt, dann wandeln sich natürlich auch die Rechnungen des Intellekts, weil das Subjekt, also das Wesen der Person nunmehr verschlossen ist. Der Verstand arbeitet nunmehr nur noch nach einer einzigen und ganz bestimmten Einstellung, die aus der Verschlossenheit des Herzens herrührt. Ein Teil des Verstandes ist damit ausgeschaltet und es kommt dort zum Verlust des Bewußtseins.

 

Gott sagt:

 

„Fürwahr sie, sie die Unheilstifter. Und jedoch, sie merken es nicht.”

 

Der Schlüssel für diese Riegel aber, ist und bleibt in der Hand des Subjekts. Wenn das Subjekt will, dann öffnet es den Riegel. Wenn es jedoch einen Grad der Widerspens-tigkeit gegen Gott und ein Ausmaß der Verleugnung der Wirklichkeiten erreicht, an dem es sich wesentlich oder gänzlich verschließt, dann vermag es den Riegl nicht wieder zu öffnen. Denn in dieser schlimmen Phase geht der Schlüssel selbst verloren. Folglich erstreckt sich der Verschluß über eine Anzahl von Phasen zu denen auch die nachstehenden Phasen gehören. Im Qur’ān lesen wir:

 

„Unser Herr! Zerstöre ihre Reichtümer und triff ihre Herzen, so daß sie nicht glauben, ehe sie nicht die schmerzliche Strafe sehen.”

 

„Jene sind es, die Gott über ihre Herzen ein Siegel gesetzt hat.”

 

„Versiegelt hat Gott ihre Herzen.”

 

Die Zentren des Subjekts - die Herzen - durchlaufen entlang dieser Phasen zahlreiche Zustände, wie das Straucheln der Herzen, das Abweichen, oder der Überschwang, oder das Verheimlichen, oder die Überwältigung, oder die Krankheit, oder die Erhärtung, oder die Neigung, oder das Verabscheuen des Einheitsbekenntnisses, weil in letzterem das Erlöschen des Subjekts und der subjektiven Entscheidung liegen und schließlich die Blindheit der Herzen.

 

Jeder dieser Ausdrücke ist mit dem Herzen verknüpft und stellt eine Phase der Phasen dar, die dieses Zentrum durchwandert, bevor es sich endgültig verschließt und versiegelt wird. In diesem Sinne, ist auch das Wissen, als Kriterium des Erscheinens der rationalen Wahrnehmung, mit dem Herzen und nicht mit dem Intellekt verknüpft. Denn der Intellekt ist ohne den Befehl des Herzens nichts weiter als ein instabiles Re-cheninstrument.

 

Gott sagt:

 

„Gleich solchem versiegelt Gott die Herzen derer, die nicht wissen.”

 

Denn insofern das Subjekt einen Befehl an den Verstand erläßt, der seinem funda-mentalen Entschluß widerspricht, geht ihm das tatsächliche Wissen allmählich ver-borgen. Wenn der Verstand dann die Phase derer erreicht die nicht wissen, dann wird das Herzen des Subjekts versiegelt, nachdem die umgekehrte Wirkung auf das Zentrum erreicht und die oben genannten Phasen durchschritten wurden.

Aus diesem Grund ist das religiöse Verstehen, in dem Sinne, daß es wissenschaftliche Wahrnehmung ist, im gesamten Kontext des Korans ausschließlich mit dem Herzen verknüpft. Allein diese Bemerkung vernichtet den rationalen Nexus auf der Stelle. Denn der Platz und die Fundamente des Verständnisses sind die des Herzens und nicht die des Verstandes. Der Intellekt hat keine andere Pflicht, als die Informationen aufzubewahren und sie von einander zu trennen und zu prüfen. Der Verstand ist ergo ein Instrument ohne Willenskraft und ergo ohne jede Beziehung zum Verständnis und der Verständigkeit. Und so kommt es vor, daß jemand ein Wissen trägt, aber nicht verständig ist, so wie es der Gesandte Gottes sagte:

 

„So mancher Träger von Begreifen trägt es zu dem, der noch begreifender ist als er.”

 

3 - Die Verknüpfung des Begreifens (al-Fikh) mit dem Zentrum Herz (al-Kalb) nicht Verstand (al-

 

Diese Verknüpfung ist evident, solange das Verständnis und der Erwerb desselben, eine rationale Operation und die intellektuelle Wahrnehmung mit den Wesenstiefen des herrschenden Subjekts verknüpft sind.

Deshalb kann eine Person durchaus detaillierte Kenntnis von allen Wissenschaften besitzen, aber im selben Moment nicht das Geringste begreifen, da sein Intetellekt Urteile fällt, die im Widerspruch mit diesem selbst stehen. Das ist so, weil das Wissen (al-

 

Das Begreifen (al-Fakāha) besteht nämlich fundamental in einem Verfahren, bei dem gewußte Dinge (bzw. Wissensgegenstände), die der Externe entnommen wurden, mit den, im Verstand (al-Akl) disponierten primären Kenntnissen auf eine solche Weise verknüpft werden, daß sie in dem verknüpften Teil auf eine universelle Weise mit dem Subjekt und dem Zentrum, das heißt, mit dem Herzen (al-Kalb) verknüpft sind.

 

Die primären Kenntnisse nämlich, können durch das Subjekt absolut nicht ausge-tauscht und nicht verändert werden. Sie können jedoch in der Verwendung verweigert werden. Die Freiheit des Menschen liegt dabei, in nichts anderem verborgen, als in diesem Verfahren. Dabei stellt sich nur die Frage, ob die internen Informationen (bzw. Wissensgegenstände) sich mit den primären Kenntnissen decken, oder ob, sie sie verschleiern.

 

Rechnen zum Beispiel verläuft genau nach diesem Bestreben. Wenn die Person in Aktion tritt und die Informationen miteinander mit den primären Kenntnissen des Verstandes (al-Akl) verknüpft, dann wird sie die Sache (Schritt für Schritt) verstehen (Ta

 

Aus diesem Grunde findet sich im Koran auch kein einziger Hinweis auf eine Beziehung zwischen Wissen (

 

„Ihrer sind Herzen, durch die sie nicht begreifen.”

 

Das ist eine primäre Identifikation von ihnen. Sie haben Herzen (Kulūb), sind also nicht ohne Herzen, wenngleich sie durch diese nicht begreifen (Lā Yafkahūna). Das bedeutet in einem Atemzug, daß das Begreifen zu den Aktivitäten des Herzens zählt. Denn das Bā (be-) der Mittlung (im Sinne von mittels) ist mit dem femininen Pronomen verbunden, welches auf die Herzen zurückgreift. An anderer Stelle heißt es:

 

„Und über ihre Herzen ward ein Siegel gelegt, so begreifen sie nicht.”

 

Die Versiegelung der Herzen in dieser Phase führt zu Verlust des Begreifens (al-Fakāha) und das trotz, daß die Möglichkeit gegeben ist, daß sie die benötigten Informationen fassen. So besitzt die Person möglicherweise Wissen (

 

„Hast du den gesehen, der sich seine Begierde zu seinem Gotte nahm und den Gott wissentlich irreführte und über sein Gehör und sein Herz hat Er ein Siegel gelegt und Er machte über seinen Blick einen Vorhang.”

 

Dabei ist zu bemerken, daß die Begierde nichts anderes ist, als ein Vorurteil, weshalb der Person auch das Wissen nichts nützt, sondern Gott sie diesem Wissen zum trotz in die Irre führt und ein Siegel über ihr Gehör und ihr Herz legt.

Auf dieselbe und andere Weise, werden im Koran immer das Begreifen (al-Fakāha) und die Herzen (al-Kulūb) in Zusammenhang gebracht, wie nachstehende Stellen belegen sollen:

 

„Solches weil sie gläubig, alsdann ungläubig wurden. So ward über ihre Herzen ein Siegel gelegt. So sind sie ein Volk, die nicht begreifen.”

 

„Und Wir machten über ihren Herzen Hüllen, als daß sie ihn begreifen.”

 

„Wendete Gott ihre Herzen, dadurch, daß sie ein Volk sind, die nicht begreifen.”

 

Diese und andere Verse zeigen, daß die Ursachen dafür, daß sie durch ihre Herzen nicht begreifen, das Vorhandensein von einem Siegel, oder einer Hülle sind, wenngleich die Ursache dieser Hülle, oder dieses Siegel ihre eigene schlechte Wahl, also die schlechte Entscheidung ihres Herzens war, wie uns der Kontext immer und immer wieder zeigt.

 

Es ist klar, daß in einem solchen Falle, da über dem Herzen ein Siegel liegt, oder wenn das Herz von einer Hülle umgeben ist, der Verstand keinen echten Nutzen mehr dabei haben kann, wenn es darum geht die Wahrheiten zu begreifen. In ein solches verhülltes oder versiegelt Herz, können die Wirklichkeiten nicht mehr eindringen und das Subjekt, wird auch vom Verstand nicht mehr verlangen, diese Wirklichkeiten und Wahrheiten schauen und begreifen zu wollen. Das Subjekt verlangt dann lediglich, daß der Verstand die Informationen zum Vorteil desselben anordnet. Ein solches Subjekt ist nicht befreit und sein Verstand ist dadurch modifiziert Gefangener dieses Subjekts zu sein.

 

Aus diesem Grunde nennt der Koran sie auch nicht

 

 

4 Die subjektive Tendenz der rationalen Wahrnehmung

 

Die Wissenschaftler haben die rationale Wahrnehmung in zwei Phasen unterteilt: die Vorstellung (at-Tasawwur) und die Zustimmung (at-Tasdīk). Ebenso gingen die Philo-sophen von einer solchen Teilung der Wahrnehmung aus, und nach ihnen, die Theo-logen (al-Mutakallimūn). Dieser Teilung gebrauchten sie auch dazu die Reihenfolge ihrer Kategorien (Makūlāt) für die Beweiskraft der Ratio (Huğğiya al-

 

Ich bezweifle zwar eine solche Teilung von Grund auf, da eine Vorstellung ohne Zu-stimmung eine vervollständigte Vorstellung sein kann. Das veranlaßt uns dazu die Teilung ganz umzuwerfen und das Verfahren der rationalen Wahrnehmung als ein einziges Verfahren zu behandeln, welches entweder in einer Wirklichkeit beruht, oder aber einer Einbildung, wobei das Verhältnis der Einbildung und der Wirklichkeit in diesem Verfahren, je nach Stärke und Kraft des Intellekts bei der Wahrnehmung (je nach …) nahezu grenzenlos verschieden sind.

 

An dieser Stelle möchte ich jedoch auf den subjektiven Charakter der Wahrnehmung bei allen mit Intellekt begabten aufmerksam machen. Ausgenommen ist dabei nur der, der seiner Seele die Befreiung von der Subjektivtät der Wahrnehmung auferlegt hat. Und das sind keine anderen, als die Propheten und Gesandten.

 

Die Unterteilung der Philosophien in subjektivistische und objektivistische Philoso-phien ist darum eine ungültige Aufteilung. Das einzige Wahrnehmungsverfahren, das eine gewisse Objektivität besitzt, ist die wissenschaftliche Forschung, die auf den ma-thematischen Operationen und logischen Syllogismen basiert. Die subjektivistischen Ideologien, die diesen Mangel in sich selbst erkannten, versahen ihre Bezeichnungen deshalb gerne mit dem Attribut „wissenschaftlich” um dadurch ihren wahren Charak-ter zu verbergen. Ein Schritt, der sie erst recht des Betruges überführte. Denn in jeder rationalen Wahrnehmung, gibt es komplexe Urteile, die nicht auf einem mathemati-schen Syllogismus, oder einem übergeordneten göttlichen Urteil basieren, sondern in der einen oder anderen Weise subjektiv sind.

 

Das subjektive Brandmal der Wahrnehmung ist ein unveränderliches Brandmal, wel-ches, die Bewahrten (al-Ma

… die streben danach, ihnen (den Bewahrten) in dieser Eigenschaft und ihrem Wege zur objektiven Wahrnehmung zu folgen, da sie ihre Subjekte ganz von der Herrschaft über den Intellekt befreit haben um, mit Hilfe des juristischen Urteils, ein objektives Urteil über den Gegenstand als solchen zu fällen. Das juristische Urteil nämlich, eröffnet ihnen (den Bewahrten) Türen zu einer unendlichen Erkenntnis über die Dinge.

 

Darum unterstreicht der Imām Ğa

 

Das Verfahren der Wahrnehmung ist mit dem gebietenden Subjekt, das heißt dem Herzen (al-Kalb) verbunden, noch bevor und mehr, als es mit dem Intellekt verbunden ist. Und der erhabene Gott erbringt Seinen Beweis durch ihn, in der Hinsicht der Ergebenheit (at-Taslīm) und des Gehorsams gegenüber Seinem Befehl.

 

Die philosophische Aufteilung selbst jedoch, macht von einer Seite auf dieses gebie-tende Zentrum und auf das Dasein zweier Elemente aufmerksam, die wir als Subjekt und Intellekt (al-

 

Das Erscheinen des objektiven Brandmals in der empirischen Wissenschaftsforschung erscheint nicht aufgrund einer besonderen Zuverlässigkeit in der Wissenschaftsfor-schung, sondern, sondern aufgrund des Entschwindens subjektiver Interessen (im Sinne der Klassen-, Loby-, oder Konfessionsvorteile) in der wissenschaftlichen For-schung. Aus diesem Grunde gibt es auch keine solchen Dissense bei der Interpretation wissenschaftlicher Texte aus der Astrologie, der Astronomie und der Medizin, wenngleich es sich (auch hier) um sprachliche Texte handelt, während solche Dissense in den ideologischen Texten in permanent auftreten, weil hier subjektive Interessen nicht entschwinde, die sich in der Forschung widerspiegeln.

 

Es sind die primären Grundlagen im Intellekt, die das Fundament seiner Funktion dar-stellen. In diesem Sinne ähneln diese sehr stark dem festen Programm auf einem Rechner, der ohne dieses feste Programm, oder ohne diese Hardware, einmal abge-sehen von blinder Arbeit, keine sinnvolle Arbeit verrichten kann.

 

Interessant ist, daß dieses Wort, gemeint ist Hard in Arabisch (Hard), English (Hard) und Deutsch (Hart) dieselbe Bedeutung und dieselbe Wirklichkeit wiedergibt.

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Vgl. Miftāh al-Wusūl Ilā

Vgl. Miftāh al-Wusūl Ilā

Vgl. Miftāh al-Wusūl Ilā

Vgl. Muhammad ibn Idrīs al-Hillī, as-Sarā΄ir: 575: 3.

Vgl. Muhammad ibn Idrīs al-Hillī, as-Sarā΄ir: 575: 3.

Gemeint ist die Schia nach dem Eintreten der vollständigen Verborgenheit (al-Ġaiba at-Tāmma) im Jahre 329 islamischer Zeitrechnung und nicht die zwölf Imāme und auch nicht die Überlieferer ihrer Aussagen unter ihren Gefährten und deren frühe Theologen. Gemeint sind die Usūlīs (die Prinzipialisten und Rationalisten) der Schia.

Synonymie ist die Gleichheit oder zumindest Ähnlichkeit der Bedeutung verschiedener sprachlicher Ausdrücke (sprachlicher Zeichen, lexikalischer Zeichen; insbesondere Wörter). Zwei Wörter sind synonym, wenn sie die gleiche (ähnliche) Bedeutung haben. Statt von Synonymie kann auch von Bedeutungsgleichheit (Bedeutungsähnlichkeit), Sinnverwandtschaft oder (seltener) Verwendungsgleichheit (Verwendungsähnlichkeit) gesprochen werden. (Etymologie: aus dem Griechischen συνώνυμος (synónymos) wörtlich: gleichnamig, z.T. auch zusätzlich mit gleichbedeutend übersetzt).

Vgl. Kor: 4 (an-Nisā΄), 63.

Vgl. Kor: 4 (an-Nisā΄), 63.

Vgl. Kor: 47 (Muhammad), 24.

Vgl. Kor: 2 (al-Bakara), 12.

Vgl. Kor: 10 (Yūnus), 88.

Vgl. Kor: 16 (an-Nahl), 108.

Vgl. Kor: 2 (al-Bakara), 7.

Vgl. Kor: 30 (ar-Rūm), 59.

Vgl. al-Kulaynī, al-Kāfī, Bd. 1, S. …

Vgl. Kor: 7 (al-A

Vgl. Kor: 9 (at-Tawba), 87.

Vgl. Kor: 45 (al-Ğātiya), 23.

Vgl. Kor: 63 (al-Munāfikūn), 3.

Vgl. Kor: 6 (al-An<ām), 25.

Vgl. Kor: 9 (at-Tawba), 127.

Vgl. Kor: 2 (al-Bakara), 24.

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