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Tuesday 1st of December 2020
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Das Bismillah macht die Handlungen vollkommen

Das Bismillah macht die Handlungen vollkommen

Dass eine Handlung vollkommen ist und zu ihrem wahren Ergebnis kommt, hängt von der Beziehung des Menschen zu Gott ab. Es ist deshalb wichtig, die Handlungen in seinen Namen zu stellen, damit die genannte Beziehung zwischen dem Menschen und Gott zustande kommt. Aus diesem Grund steht nicht nur der Koran als solcher im Namen Gottes, sondern auch die ersten Verse, die Gott dem heiligen Propheten (s.) offenbart hat stehen in seinem Namen. Damit stellt Gott sowohl die Tätigkeit des Propheten als solchen, als auch die Verbreitung der Religion in den seinen Namen. Denn der Beginn der Offenbarung des heiligen Korans geht bekanntlich mit der Ernennung Muhammads (s.a.a.s) zum Propheten einher. Die ersten Verse, die Gott dem heiligen Propheten (s.) offenbart hat lauten:

اقْرَأْ بِٱسْمِ رَبّ‍ِكَ الَّذِي خَلَقَ

Lies im Namen Deines Herrn, demjenigen der erschaffen hat![1]

Der Prophet Nuh (Noah) gibt seinen Gefolgsleuten, während sie sich auf die Arche begeben, folgenden Auftrag:

وَ قَالَ ٱرْكَبُوا فِيها بِسْمِ اللهِ مَجْرَاهَا وَ مُرْسَاهَا

Und er sagte: „Begebt euch auf die Arche! Im Namen Gottes ist ihre Fahrt und ihr Anlegen (Landen).“[2]

Der Prophet Sulaiman (Salomon), stellt, als er an die Königin von Saba einen Brief schreibt, sein Schreiben in den Namen Gottes:

إِنَّهُ مِنْ سُلَيْمانَ وَ إِنَّهُ بِسْمِ اللهِ الرَّحْمَـٰنِ الرَّحِيمِ

„Gewiss er ist von Sulaiman und er beginnt mit Bismillah-ir-Rahman-ir-Rahim“[3]

Alle Suren des heiligen Korans, außer der neunten, stehen im Namen Allahs, des Allerbarmers des Barmherzigen (Bismillah-ir-Rahman-ir-Rahim). Auch dies hat den Zweck, dass das Ziel des Korans, die Rechtleitung der Menschen, in vollem Ausmaß zur Geltung kommt.

Zusammenfassend kann man noch einmal sagen, dass es notwendig ist, bei seinen Handlungen an Gott festzuhalten und diese in seinem Namen zu beginnen. Denn bei Gott handelt es sich um den Allwissenden und Allmächtigen, dessen Macht über der Macht aller Supermächte steht. Dies hat sicherlich auch moralische sowie psychische und geistige Auswirkungen. Denn wenn sich der Mensch dieser Tatsache bewusst ist, dann wird er seine Handlungen mit viel mehr Selbstvertrauen beginnen. Er wird auch versuchen seine Handlungen nachhaltiger in die Tat umzusetzen.

So viel man zu diesem Vers auch sagen mag, es kommt sicherlich der Sache nicht gerecht. Von Imam Ali (a.s.) wird berichtet, dass er für Ibn Abbas vom Abend bis in die Morgenstunden bezüglich des Kommentars des Bismillah-ir-Rahman-ir-Rahim gesprochen hat, dabei kam er jedoch über das B (ب)[4] nicht hinaus.

Verschieden Themen zu diesem Vers

Das Bismillah-ir-Rahman-ir-Rahim ist teil der Surah Al-Fatihah

Unter den Gelehrten scheint es in diesem Zusammenhang nicht allzu große Differenzen zu geben, denn wie wir wissen ist uns der heilige Koran seit der Zeit des heiligen Propheten (s.) unverändert erhalten geblieben. Wir sehen, dass zu Beginn der Surah Al-Fatihah, als auch zu Beginn jeder anderen Surah, außer der neunten, Bismillah-ir-Rahman-ir-Rahim steht. Mu’awiyyah Ibn Ammar, ein Gefolgsmann von Imam Sadiq (a.s.) , berichtet, dass er eines Tages den Imam (a.s.) gefragt hat, ob er das Bismillah-ir-Rahman-ir-Rahim am Beginn der Surah Al-Fatihah rezitieren soll oder nicht? Der Imam (a.s.) bejahte seine Frage, worauf er weiter fragte, ob er, wenn er nach der Surah Al-Fatihah eine neue Surah beginne, wieder Bismillah-ir-Rahman-ir-Rahim rezitieren soll? Auch diese Frage wurde von dem Imam (a.s.) bejaht.[5]

Darqutniy, ein sunnitischer Gelehrter, berichtet von Imam Ali (a.s.) , dass ihn eines Tages ein Mann danach fragte, was mit dem Begriff As-Sab’ul-Masani gemeint sei? Der Imam (a.s.) antwortete, dass damit die Surah Al-Fatihah gemeint sei. Der Mann fragte weiter, ob diese Surah sechs oder sieben Verse habe, worauf der Imam (a.s.) antwortete, dass das Bismillah-ir-Rahman-ir-Rahim auch ein Vers davon ist. Das bedeutet also, dass sie sieben Verse hat.[6]

Darüber hinaus ist es seit Anbeginn des Islam eine Tradition der Muslime, die Koranrezitation sowie jede Surah, außer der neunten, mit Bismillah-ir-Rahman-ir-Rahim zu beginnen. Auch vom heiligen Propheten (s.) gibt es ein Ausmaß von Überlieferungen, die das Ausmaß des Tawatur[7] erreichen, dass auch der heilige Prophet (s.) dies so gemacht hat.

Allah, der umfassendste Name Gottes

Im Satz Bismillah (بسم الله) stoßen wir erst auf das Wort Ism (اسم), d.h. Name. Die arabischen Sprachgelehrten leiten dieses Wort von der Wurzel Sumuww (سُمُوّ) ab. Dieses Wort bedeutet soviel wie Erhöhung oder Höhe. Diese Wurze wurde wahrscheinlich aus diesem Grund auf den Begriff Namen angewandt, weil jene Dinge, die mit einem Namen benannt werden aus den Tiefen des Unbekannten herausragen, in die Höhe ragen und die Höhe der Bekanntheit erlangen. Es kann aber auch sein, dass es daher rührt, dass die artikulierten bzw. ausgesprochenen Laute des Menschen erst dann, wenn sie einem Gegenstand als Name zugeordnet werden, Bedeutung erlangen.[8]

Nach diesem Wort stoßen wir auf den Begriff Allah (الله). Dieses Wort ist der umfassendste Name Gottes. Wenn wir die verschiedenen Namen Gottes, die im heiligen Koran genannt werden, genauer betrachten, dann sehen wir, dass jeder dieser Namen eine gewisse Eigenschaft, bzw. ein gewisses Attribut Gottes bezeichnet. Der einzige Name der alle Attribute Gottes und alle verschiedenen Bereiche seiner Vollkommenheit umfasst ist der Name Allah. Aus diesem Grund werden die anderen Namen meist dazu verwendet, die Attribute Gottes zu beschreiben bzw. zu bezeichnen. Z.B. sind die Begriffe Ghafur (غفور) und Rahim (رحيم) in dieser Weise zusammen mit dem Wort Allah verwendet worden. Hier heißt es:

فَإِنَّ اللهَ غَفُورٌ رَحِيمٌ

… so ist Gott sicherlich vergebend und barmherzig.[9]

Das gleiche finden wir bei dem Wort Sami’ (سميع). Dieses Wort stellt einen der Namen Gottes dar, dabei wird es zur Bezeichnung jenes Attributes Gottes verwendet, dass Gott alles hört. Auch das Wort Alim (عليم) ist eine Namen Gottes, es wird aber zur Bezeichnung, dass Gott alles weiß, verwendet. Hierzu finden wir im heiligen Koran folgendes:

فَإِنَّ اللهَ سَمِيعٌ عَلِيمٌ

… so ist Gott (all-) hörend und (all-) wissend.[10]

Basir (بصير) weist darauf hin, dass das Wissen Gottes alles Sehen umfasst:

وَ اللهُ بَصِيرٌ بِمَا تَعْمَلُونَ

Und Gott sieht, was ihr tut (w. ist sehend bezüglich dem, was ihr tut).

Der Begriff Ar-Razzaq (الرَزّاق) weist darauf hin, dass Gott allen Wesen ihre Gaben spendet und der Begriff Zhu-l-Quwwah (ذو القوَّة) weist auf die Kraft bzw. die Macht Gottes in seinen Handlungen hin:

إِنَّ اللهَ هُوَ الرَّزَّاقُ ذُو الْقُوَّةِ الْمَتِينُ

Gewiss Allah ist es, der die Gaben beschert, der Inhaber von Macht, der Feste.

Der Begriff Al-Chaliq (الخالِق) deutet auf die Schöpfung hin und Al-Musawwir weist darauf hin, dass Gott es ist, der die Dinge formt und ihnen ihr Aussehen gibt:

هُوَ اللهُ الْخَالِقُ الْبارِئُ الْمُصَوّ‌ِرُ

Er ist Allah, der Schöpfer, der Urheber, der Aussehen verleihende (Gestalter, Bildner).[11]

Eine Reihe von verschiedenen Namen Gottes finden wir im folgenden Vers:

هُوَ اللهُ الَّذِي لاَ إِلـٰهَ إِلاّ هُوَ الْمَلِكُ الْقُدُّوسُ السَّلامُ الْمُؤْمِنُ الْمُهَيْمِنُ الْعَزِيزُ الْجَبَّارُ الْمُتَكَبّ‍ِرُ

Er ist Allah, derjenige, außer dem es keinen Gott gibt, er ist der König, der Hochheilige, der Heilvolle, der Sichernde, der Herrscher, der Überwältigende, der Bezwingende, der Stolze.[12]

Ein Beweis dessen, dass der Name Allah der umfassendste Name Gottes ist, ist die Tatsache, dass die Einzigartigkeit Gottes (At-Tauhid) nur mit dem Namen Allah ausgedrückt werden kann. Dies können wir anhand einiger Beispiele besser verdeutlichen:

لا إِلـٰهَ إِلاّ العَلِيم

Es gibt keinen Gott außer dem Allwissenden

لا إِلـٰهَ إِلاّ الخَالِق

Es gibt keinen Gott außer dem Schöpfer

لا إِلـٰهَ إِلاّ الرَّازِق

Es gibt keinen Gott außer dem Gaben Bescherenden

Diese Aussagen können niemals als Beweis der Einzigartigkeit Gottes gelten, denn sie wenden sich immer nur an einen bestimmten Namen bzw. ein bestimmtes Attribut Gottes. Aus diesem Grund kann der Grundsatz At-Tauhid (die Einzigartigkeit Gottes) nur mit dem Namen Allah ausgedrückt werden:

لا إِلـٰهَ إِلاّ اللهُ

Es gibt keinen Gott außer Allah

Aus diesem Grund kann man feststellen, dass der Name Allah auf keine besondere Eigenschaft bzw. auf kein besonderes Attribut Gottes hinweist. Dieser Name deutet auf das Wesen Gottes an sich hin, er stellt den Namen dieses Wesens dar. Allah ist also der Name, jenes Wesens, das man Gott nennt. Dabei ist klar, dass Gott jenes Wesen ist, das alle Arten von Vollkommenheiten in höchster Form in sich vereint. Aus diesem Grund kann man sagen, dass der Name Allah auf jenes Wesen hinweist, das die gesamte Vollkommenheit in sich vereint.

All diese Gründe sind sicherlich dafür verantwortlich, dass der Name Allah so stark mit dem Islam in Verbindung gebracht wird. Aus diesem Grund beobachten wir, dass Nichtmuslime, wenn sie auf Gott im Islam hinweisen, den Namen Allah verwenden.

Ar-Rahman und Ar-Rahim, die allgemeine und eingeschränkte Barmherzigkeit Gottes

Die Begriffe Ar-Rahman und Ar-Rahim stammen beide von der Wurzel Ar-Rahmah (الرَّحْمَة) in der Bedeutung der Barmherzigkeit. Ein Großteil von Korankommentatoren ist der Ansicht, dass das Attribut Ar-Rahman die allgemeine, allumfassende Barmherzigkeit Gottes bezeichnet. Diese Barmherzigkeit wird allen Menschen im diesseitigen Leben zuteil, gleich ob sie gläubig sind oder nicht, gleich ob sie rechtschaffen sind oder nicht. Der unendliche Strom der göttlichen Segnungen und Gaben ist so umfangreich, dass er ohne Einschränkungen alle Menschen umfasst. Dadurch kommen sie in den Besitz der verschiedensten Gaben und Segnungen. Diese Art der Barmherzigkeit Gottes umschließt die gesamte Schöpfung.

Gemäß der Ansicht dieser Korankommentatoren stellt der Begriff Ar-Rahim die eingeschränkte Art der Barmherzigkeit Gottes dar. Diese Art der Barmherzigkeit ist seinen gehorsamen und rechtschaffenen Diener vorbehalten. Diese Diener setzen in ihrem leben rechtschaffene Handlungen und erreichen dadurch die Würde, im diesseitigen als auch jenseitigen Leben in den Rahmen der eingeschränkten Barmherzigkeit Gottes einbezogen zu werden. Dies bleibt den Ungläubigen Menschen vorenthalten.

Der genannte Unterschied zwischen Ar-Rahman und Ar-Rahim lässt sich in gewisser Weise auch aus dem Koran erkennen. Denn dort findet der Ausdruck Ar-Rahman immer in uneingeschränkter Form Verwendung. Das lässt darauf schließen, dass es sich hierbei um einen allgemeinen Begriff handelt. Der Begriff Ar-Rahim aber findet im Koran oft eine eingeschränkte Verwendung, wie im folgenden Vers:

وَ كَانَ بِالْمُؤْمِنِينَ رَحِيماً

Und er ist den Gläubigen gegenüber Rahim (Barmherzig)[13]

In einer Überlieferung sagt Imam Sadiq (a.s.) :

وَ اللهُ إِلـٰهُ كُلّ‌ِ شَيْ ءٍ الرَّحْمَـٰنُ بِجَمِيعِ خَلْقِهِ وَ الرَّحِيمُ بِالْمُؤْمِنِينَ خَاصَّةً

Und Allah ist der Gott aller Dinge, Ar-Rahman gegenüber seiner gesamten Schöpfung und Ar-Rahim nur gegenüber den Gläubigen.[14]



[1] Surah Al-Alaq, Vers 1

[2] Surah Hud, Vers 41

[3] Surah An-Naml, Vers 30

[4] Den ersten Buchstaben des Bismillah-ir-Rahman-ir-Rahim

[5] Al-Kulaini Ar-Razi, Muhammad Ibn Ya’qub, Al-Kafi, B. 3, S. 312

[6] Al-Itqan, B. 1, S. 136

[7] Tawatur ist ein Begriff der arabischen Hadiswissenschaft (jene Wissenschaft, die sich mit Überlieferungen des heiligen Propheten [s.a.a.s.] beschäftigt). Eine Überlieferung wird, wenn sie das Ausmaß des Tawatur erreicht als Mutawatir bezeichnet. Dabei handelt es sich um Überlieferungen, die in einem Ausmaß überliefert und weiter gegeben wurden, dass bezüglich ihrer Richtigkeit kein Zweifel mehr besteht, denn es wäre gemäß diesem Ausmaß unmöglich, dass sich all diese Leute zusammengetan hätten, eine Lüge zu erfinden und zu verbreiten.

[8] Es gibt natürlich auch andere Wortformen als nur die Namen aber einer der Gründe, warum ein artikulierter Laut Bedeutung erlangt, ist dass er einem Gegenstand als Name zugeordnet wurde.

[9] Al-Baqarah, Vers 226

[10] Al-Baqarah, Vers 227

[11] Al-Haschr, Vers 24

[12] Al-Haschr, Vers 23

[13] Al-Ahzab, Vers 43

[14] Al-Kulaini Ar-Razi, Muhammad Ibn Ya’qub; Al-Kafi, B. 1, S. 164

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