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Friday 10th of July 2020
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Prophet Noah (a.s.)

3.14.1 Prophet Noah (a.s.)

Der erste große Prophet, den der Gütige Gott mit einem Himmlischen Buch und der „Schari’ah“

entsandte, war Noah (a.s.). Noah lud den Menschen jener Tage ein, nur den Einzigen Gott

anzubeten, nur dessen Wort zu befolgen und sich von Götzendienst und Vielgötterei loszusagen.

Wie uns der Koran berichtet, hat sich Prophet Noah (a.s.) unten Einsatz seiner ganzen Kraft

bemüht, die krassen Klassenunterschiede, Skrupellosigkeit und Tyrannei, von denen die

Gesellschaft seiner Zeit heimgesucht war, zu beseitigen. Anhand logischer Begründungen –

etwas, das dem damaligen Menschen noch fremd und völlig „neu“ war – lehrte er das Wort

Gottes.

Nach langer Zeit und unendlichen Mühen, die er um der Aufklärung der törichten, ignoranten als

auch widersetzlichen Gesellschaft unternahm, vermochte er endlich eine kleine Gemeinde

zusammenzubringen, die seiner himmlischen Botschaft Glauben schenkte. Die anderen trotzten

und standen Noah auch weiterhin feindselig gegenüber. Da schickte Gott einen heftigen Sturm,

der die Wasser hochpeitschte. Die Gottesleugner wurden hinweggerafft und die Erde von ihrem

Unheil reingewaschen.

Noah und seine kleine gläubige Schar, die Rettung gefunden hatten, waren der „Grundstein“ zu

einer neuen, den Einzigen Gott anbetenden Gesellschaft.

Diesen große Prophet war der erste, der der Menschheit eine Schari’ah – ein göttliches Gesetz –

brachte. Er war der erste Gesandte Gottes, der gegen Unrecht, Tyrannei und die Widersacher

Gottes ankämpfte.

Aufgrund seines unermüdlichen und wertvollen Bemühens um die Wahrheit und die Religion

Gottes würdigte ihn der Erhabene Gott mit Seinem Friedens- und Segensgruß, der

immerwährende Gültigkeit hat.

َلَىٰ نُوحٍ۬ فِى ٱلۡعَٰلَمِينَ { سَلَٰمٌ

Salam sei Noah in allen Welten...(37:79)

14 Religionsgesetz- bzw. recht

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3.14.2 Prophet Abraham (a.s.)

Lange Zeit war seit Noah vergangen. Und obgleich viele Propheten wie Hud, Salih und andere

gekommen waren, welche die Menschen zu dem Glauben an den Einzigen Gott und zu gutem,

rechten Verhalten aufgerufen hatten, breiteten sich wieder einmal Götzentum und Vielgötterei

aus..., in aller Welt...

In Seiner Weisheit und Huld betraute Gott nun Abraham (a.s.) mit der Prophetenschaft. Abraham

war ein echtes Beispiel wahrer Menschlichkeit. Aufrichtigen Herzens suchte er nach der

Wahrheit. Er erkannte, dass der Schöpfer der Welten der Eine, Einzige Gott ist, weshalb er sein

ganzes Leben lang einen erbitterten Kampf gegen Unrecht und Götzentum führte.

Wie der Heilige Koran berichtet und die Imame aus dem Hause des Propheten (a.s.) bekräftigen,

verbrachte Abraham seine Kindheit in einer Höhle, fernab von dem heidnischen und

gewaltartigen Treiben der Leute seiner Zeit. Nur seine Mutter, die ihm Speise und Trank brachte,

bekam er zu Gesicht.

Eines Tages verließ er die Höhle und begleitete seine Mutter in die Stadt. Suchte Azar, seinen

Onkel, auf. Alles, was er erblickte, war ihm neu und versetzte ihn in Erstaunen. Er – mit seinem

reinen, unschuldigen Herzen – schaute vieles, das er zuvor nie gesehen hatte. Er wollte wissen,

wie es entstanden war und wer es erschaffen hatte. Sah voller Verwunderung, wie Azar und

andere Bewohnen der Stadt Götzen anfertigten. Er fragte, wer diese Figuren seien und was sie

bedeuteten. Was man ihm antwortete, insbesondere im Hinblick auf die „Heiligkeit“ und

„Göttlichkeit“ dieser geschnitzten und gemeißelten Götzen, befriedigte ihn nicht.

Er sah, wie einige die Venus – den Morgenstern – anbeteten, andere den Mond und wieder

andere die Sonne. Und da all die Gestirne nach einigen Stunden wieder „untergingen“, erschien

es Abraham als ein Unding, sie als Gottheiten zu betrachten.

Nach einiger Zeit gab er seinen Glauben an den Einzigen Gott und seinen Widerwillen gegen

Götzentum und Vielgötterei freimütig bekannt. Nichts beschäftigte ihn so sehr wie der Gedanke,

die Leute über ihre törichten Vorstellungen aufzuklären. Er tat, was in seinen Kräften stand und

bemühte sich unermüdlich darum, die Götzendiener von ihrem Irrglauben abzubringen und zum

Einzigen Gott aufzurufen.

Schließlich dann geschah das, worüber wir alle wissen. Er ging zum Götzentempel und hieb die

Götzen von ihren Sockeln. Das jedoch betrachteten die Leute seiner Gesellschaft als größtes

Verbrechen. Er wurde vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. Man warf ihn in die

Flammen. Gott jedoch beschützte ihn, und so stieg Abraham heil und gesund wieder aus dem

Feuer hervor.

Nach einiger Zeit verließ er Babylon, in dem er geboren worden war und zog nach Syrien und

Palästina. Er setzte in seiner Mission, die Menschen zum Glauben an den Einzigen Gott

einzuladen, fort.

Gegen Lebensende wurden ihm zwei Söhne geboren. Isaak, der Vater Jakobs (Israel) und Ismael,

der Vater des arabischen Madr-Stammes.

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Ismael war noch ein sehr kleines Kind, als Abraham ihn mit seiner Mutter – und zwar auf

göttliches Geheiß hin – nach Higaz brachte. In eine dürre, trockene unbewohnte Gegend inmitten

der Tahameh-Berge. Auf diese Weise aber vermochte er die vorbeiziehenden arabischen

Beduinenstämme mit „Tawhid“15 bekanntzumachen.

Er richtete die Ka’ba auf und lud zum Hag16 ein, welcher sich bis zum Beginn des Islam unter

den Arabern erhalten hatte und anschließend vom Propheten Muhammad (s.a.s.) wiederbelebt

und aufs neue erklärt und gelehrt wurde.

Abraham verkündete die Religion Gottes, die zugleich die „Din Fitrah“ ist. Das heißt jene

Religion, die in des Menschen Urwesen, das nach der Anbetung des Einen Gottes ruft und von

dem Einen Gott überzeugt ist, verlangt ist.

Wie der Koran berichtet, war auch Abraham (a.s.) im Besitze einer Himmlischen Schrift. Er war

der erste, der die Religion Gottes als „Islam“17 benannte und deren Befolger als Muslime18

bezeichnete.

Die großen „Tawhid-Religionen“19 – die jüdische, christliche und islamische – gehen auf

Abraham zurück. Denn Moses (a.s), Jesus (a.s) und Muhammad (s.a.a.s.), die Propheten der drei

genannten göttlichen Religionen, entstammen seinem Geschlecht und setzten seine Mission, das

heißt die Einladung zum Einen Gott, fort.

3.14.3 Prophet Moses (a.s.)

Moses – Mussa Ibn Imran, gehört ebenfalls zu den Großen Propheten. Er, ein Nachkomme

Jakobs (Israel), ward ebenfalls – versehen mit Schari’ah und einer Himmlischen Botschaft – zu

den Menschen gesandt.

Das Leben des Propheten Moses war sehr bewegt. Als er geboren wurde, fristeten die Bani

Israel20 ihr Dasein in Ägypten, inmitten einer koptischen Gesellschaft. Erniedrigt, gedemütigt und

gefangen.

Es war zu einer Zeit, als Pharao befohlen hatte, den israelischen Knaben den Kopf abzuschlagen.

Gemäß dem, was ihr im Traum gesagt worden war, bettete darum die Mutter des kleinen Moses

diesen – ihr neugeborenes Kindlein – in eine kleine hölzerne Truhe, die sie den Wassern des Nils

überließ. Die Wellen des Flusses tragen das Kistchen, in der das Kind lag, hin zu den Ufern in der

Nähe des Pharaonischen Schlosses.

15 Ein-Gott-Glauben. Ein-Gott-Gewissheit

16 Pilgerfahrt zur Ka’ba

17 Islam: Ergebung in den Willen Gottes

18 Muslime: Ergebene in den Willen Gottes

19 Jene Religionen, die auf dem Ein-Gott-Bekennen fußen

20 Kinder Israel

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Pharao befahl, die Truhe an Land zu holen. Als sie geöffnet wurde, erblickte man den kleinen

Knaben. Auf Bitten seiner Gattin hin verzichtete Pharao darauf, ihn zu töten und willigte ein, ihn

an Kindesstatt anzunehmen, da er selbst keine Nachkommen hatte.

Der kleine Moses wurde einer Amme anvertraut. Diese Amme aber war seine leibliche Mutter.

Bis dass er zu einem Jüngling herangewachsen war, wuchs Moses (a.s.) im Schloss des Pharao

auf. Dann, nach einer Auseinandersetzung, in der jemand den Tod fand, floh Moses aus Furcht

von Pharaos Zorn aus Ägypten, zog nach Madiyan und begegnete dort dem Propheten Schu’ayb

(a.s.). Er vermählte sich mit einer der Töchter Schu’aybs und diente diesem mehrere Jahre lang

als Schafhirte.

Schließlich erwachte in ihm der Wunsch, das Land, in dem er geboren worden war,

wiederzusehen. So nahm er seine Frau bei der Hand und machte sich mit ihr und einer kleinen

Schafherde auf den Weg nach Ägypten. Unterwegs, als sie den Berg Sina erreichten – die Nacht

war bereits hereingebrochen – ließ Gott ihn wissen, dass er, Moses, nun göttlicher Gesandter sei

und zu Pharao gehen müsse, um ihn zum Glauben an den Einzigen Gott aufzurufen und die Bani

Israel aus koptischem Joch zu befreien. Sein Bruder Aaron sollte ihn als Vertrauter und

Stellvertreter unterstützen.

Moses tat, wie ihm geheißen. Doch Pharao, der ein Götzendiener war und sich inzwischen als

Gottheit hatte ausrufen lassen, ging auf Moses Worte nicht ein. Weder wandte er sich dem Ein-

Gott-Glauben zu, noch gab er den Bani Israel ihre Freiheit zurück. Und obwohl nun Moses (a.s.)

jahrelang Gottes Wort verkündete und – um seine Prophetenschaft unter Beweis zu stellen – mit

göttlicher Erlaubnis Wunder tat, erreichte er nichts als nur, dass Pharao und dessen Leute noch

roher, skrupelloser und hoffärtiger wurden.

Schließlich – auf göttliche Anweisung hin – gebot Moses den Bani Israel, sich zur Flucht aus

Ägypten bereit zu machen. Eines Abends, in nächtlicher Dunkelheit, flohen sie also – angeführt

von Moses – in Richtung Sinai.

Als sie das Rote Meer erreicht hatten, sahen sie, dass sie von Pharao und dessen Heer verfolgt

wurden. Moses (a.s.) ließ – mit der Erlaubnis Gottes – ein Wunder geschehen und teilte das

Meer, so dass zu Füßen der Wasser ein Pfad entstand, auf dem die Bani Israel ihren Verfolgern

entfliehen konnten. Als Pharao und seine Truppen ihnen auf diesem Weg nacheilen wollten,

schlossen sich die Wasser des roten Meeres über ihnen zusammen und sie ertranken.

Nach diesem Geschehen sandte der Erhabene Gott Moses die Thora und die Schari’ah hinab.21

3.14.4 Prophet Jesus (a.s.)

Jesus (a.s.) ist der vierte der Großen Propheten. Auch er ward – versehen mit der Himmlischen

Schrift und der Schari’ah, den Menschen gesandt. Seine Geburt bzw. Entstehung erfolgte auf

ungewöhnliche Weise. Seine Mutter Maria, eine keusche, tugendhafte Jungfrau, war im Tempel –

Bayt ul Muqaddas – mit Gebet und Gotteslob beschäftigt, als der „Ruh ul Qudds“ – auf Gottes

21 Schari’ah Kalimi

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Geheiß – zu ihr hernieder kam und sie wissen ließ, das sie einen Sohn, Jesus Christus (a.s.),

gebären werde. Infolge göttlichen Hauches entstand Jesus in ihr.

Gleich nach seiner Geburt schon begann er wegen der Verleumdungen, die man gegen seine

Mutter vorbrachte, mit den Leuten zu reden. Er verteidigte Maria und sprach über seine

Prophetenschaft und Himmlische Botschaft.

Schon in seiner Kindheit lud er die Gesellschaft zu dem Einen Gott ein und ließ die Schari’ah, die

Moses gebracht hatte, mit einigen sehr wenigen Änderungen erneut aufleben.

Seine Jünger schickte er als „Öffentlichkeitsarbeiten“ in die nähere und weitere Umgebung.

Nachdem er einige Zeit seine göttliche Mission wahrgenommen hatte und seine Lehre bekannt

geworden war, ergriffen die Juden (sein Volk) – irrtümlich – einen anderen an seiner Stelle und

schlugen diesen ans Kreuz.

Folgender Hinweis ist an dieser Stelle angebracht und zwar: Im Heiligen Koran lässt der

Erhabene Gott wissen, das Er diesem Propheten ein Himmlisches Buch – Evangelium –

hinabgesandt hat. Dieses Evangelium jedoch ist ein anderes als jene Evangelien, die nach Jesus

Christus geschrieben wurden und über sein Leben, Verhalten, Vorgehen und seine Mission

berichten Wir erinnern in diesem Zusammenhang an jene vier, die von Matthäus, Markus, Lukas

und Johannes verfasst und seitens der Kirche offiziell anerkannt wurden.

3.14.5 Prophet Muhammad (s.a.a.s)

Über die Lebensgeschichte unseres verehrten Propheten Hadrat Muhammad Ibn Abdullah

(s.a.a.s.) wird eindeutiger als über alle ihm vorausgegangenen göttlichen Gesandten und

Propheten berichtet. Im Verlaufe der Zeit und geschichtlichen Turbulenz erfuhren deren Buch

und Schari’ah Abänderungen, von denen auch die Überlieferungen über ihr Leben, Wirken und

sogar ihre Persönlichkeit nicht ausgeschlossen blieben. Abgesehen von dem, was der Koran,

Prophet Muhammad (s.a.a.s.) und die Imame (a.s.) aus seinem Hause über sie berichten, gibt es

keine wirklich zuverlässigen bzw. ausführlichen Mitteilungen über sie.

Was jedoch Leben, Wirken, Besonderheiten und Lehre des verehrten Propheten des Islam

(s.a.a.s.) betrifft, erhalten wir aus der Geschichte klare Auskunft.

Wie eingangs schon gesagt: Prophet Muhammad (s.a.a.s.) ist der letzte in der Reihe der

Prophetenkette. Das heißt also, der letzte Gesandte, den der Gütige Gott zur Rechtleitung der

Menschheit schickte.

Vor 1400 Jahren war von dem reinen, praktizierten Glauben an den Einen Gott so gut wie nichts

geblieben. Das, was der Mensch einst über den Allmächtigen und Allerhabenen Gott erfahren

und gewusst hatte, war ihm weitgehend abhanden gekommen. Und dass nur Er – Allah –

anzubeten und nur ihm allein zu dienen war..., ein solches Denken war in der damaligen

Gesellschaft in Vergessenheit geraten. Bis auf einige sehr wenige erinnerte sich niemand mehr

daran. Menschenwürdiges Verhalten und Leben, Gerechtigkeit und andere ethischen Werte

hatten ihre Bedeutung verloren. Besser gesagt, waren at akta gelegt worden.

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Das alte Gotteshaus, die Ka’ba in Mekka, diente inzwischen als Götzentempel, und heidnisches

Treiben hatte die Tawhid-Lehre Abrahams (a.s.) verdrängt. Kurz..., das Götzentum florierte weit

und breit. Die Araber jener Zeit führten ein Stammesleben. Und die Städte, die sie in Higaz,

Yemen und sonst wo besaßen, wurden im Rahmen ihrer Stammesordnung verwaltet. Die

arabische Bevölkerung fristete ein finsteres Dasein, unter menschenunwürdigen Bedingungen. Ihr

Denken war engstirnig und niedrig. Anstelle von Bildung und Kultur herrschten Sittenlosigkeit,

Unzucht und Rohheit. Sinneslust, Glückspiele und Trunkenheit standen an der Tagesordnung.

Ihre neugeborenen Töchter verscharrten sie bei lebendigem Leibe in der Erde, und ihr tägliches

Brot erwarben sie sich im Wesentlichen durch Raubzüge und Wegelagerei. Sie plünderten,

töteten und bestahlen sich gegenseitig. In Blutvergießen und roher Gewalt sahen sie sozusagen

ihren Lebensinhalt...

In ein solches Milieu entsandte der Barmherzige Gott Muhammad Ibn Abdullah (s.a.a.s.). Als

Propheten. Auf dass er die menschliche Gesellschaft reformiere und Rechtleite. Er offenbarte

Seinem Gesandten den Koran mit dem göttlichen Gesetz, mit Aufklärung über den Allmächtigen,

Einzigen Schöpfer und Dirigenten der Welten, über Gerechtigkeit..., ein Buch voller wertvoller,

menschheitsdienlicher Weisungen, Empfehlungen und Belehrungen. Er trug ihm auf, mit Hilfe

dieses Himmlischen Buches in den Menschen den Glauben an den Einzigen Gott wachzurufen

und sie an ihre Menschlichkeit, ihr Mensch-Sein, zu erinnern.

Prophet Muhammad wurde im Jahre 570 n. Chr. geboren. 53 Jahre vor der Higra in Mekka. In

einer der angesehensten und edelsten Familien jener Gesellschaft kam er zur Welt. Bevor er

geboren wurde, starb sein Vater. Und als er sechs Jahre alt war, seine Mutter. Zwei Jahre lang

lebte er nun in der Obhut seines Großvaters Abdul Mutalib..., bis zu dessen Tode. Danach wuchs

er im Hause seines Onkels Abu Talibs auf, der liebevoll für ihn sorgte und mit der

Vormundschaft für ihn beauftragt war. Abu Talib war der Vater Imam Alis (a.s.).

Kurz, Abu Talib sorgte wie ein Vater für Hadrat Muhammad (s.a.a.s.). An nichts ließ er es fehlen.

Bis zu seinem Tode, der einige Monate vor der Higra erfolgte, schützte und unterstützt er ihn

nach Kräften.

Die Einwohner Mekkas waren wie die übrige arabische Gesellschaft im Wesentlichen mit der

Aufzucht von Schafen und Kamelen beschäftigt. Hin und wieder unternahmen sie Handelsreisen

in die umliegenden Länder, insbesondere nach Syrien. Sie waren ungebildet und maßen auch der

geistigen Erziehung und Bildung ihrer Kinder keinen Wert bei.

Hadrat Muhammad (s.a.a.s.) war – wie seine Landsleute – des Lesens und Schreibens ebenfalls

nicht kundig. Doch zeichnete er sich von seiner frühesten Kindheit an durch hervorragende

Eigenschaften aus. Niemals betete er Götzen an, sprach nie die Unwahrheit und belog

niemanden. Hässlichkeiten, Oberflächlichkeiten und Niedrigkeiten mied er. Was er redete und

tat, beruhte auf Wahrheit, Vernunft und Überlegung.

Sein Verhalten war so erfreulich und wohltuend, das er schon als Kind die Sympathie seiner

Mitmenschen gewann. Sie nannten ihn seiner Aufrichtigkeit und Vertrauenswürdigkeit wegen

„Muhammad Amin“ und vertrauten ihm, wenn sie auf Reisen gingen, ihr Hab und Gut an.

Wussten sie doch, dass sie von ihm alles unversehrt zurückerhielten..., wann immer sie wollten.

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Seine Verlässlichkeit und Redlichkeit waren in allen Munde, so das Hadigah Kubra, eine edle,

angesehene und gleichwohl wohlhabende Frau der arabischen Gesellschaft, ihn in ihr

Handelsuntennehmen holte, auf das er die Geschäfte führe.

Zu jener Zeit war Hadrat Muhammad (s.a.a.s) nahezu zwanzig Jahre alt. Durch sein kluges,

freundliches und ehrliches Vorgehen gelang es ihm, ihr Unternehmen voranzubringen. Hadigah

schätzte ihn wegen seiner vorzüglichen Eigenschaften und Qualitäten und unterbreitete ihm

schließlich den Vorschlag, sich mit ihr zu vermählen. Auch nach der Eheschließung leitete

Hadrat Muhammad (s.a.a.s.) noch viele Jahre ihre Handelsfirma.

Bis zum Alter von vierzig Jahren war sein Kontakt zur Bevölkerung ein völlig normaler,

üblicher. Man mochte und schätzte ihn weit und breit und betrachtete ihn als jemanden aus den

eigenen Reihen. Nur dass er von einer sehr viel höheren, edleren Gesinnung geprägt war und aller

Vertrauen besaß.

Als die Ka’ba restauriert werden sollte, kam es unter den mekkanischen Stämmen zu heftigen

Auseinandersetzungen. Deswegen, weil sich ein jeder von ihnen berechtigt sah, den Schwarzen

Stein, den „Hagar ul Aswad“, in die Ka’bamauer einfügen zu dürfen. Eine ehrenvolle und somit

begehrte Aufgabe. Um schwereren Fehden vorzubeugen, beschlossen sie schließlich, Muhammad

Amin das Problem lösen zu lassen. Er ordnete an, einen Aba22 auszubreiten und den Stein darauf

zu legen. Dann ließ er die Großen eines jeden Stammes den Aba mit dem Stein hochheben – ein

jeder ergriff einen Randzipfel des Abas – worauf hin er selbst den Stein an der betreffenden

Stelle einsetzte. Auf diese Weise fand der Konflikt ohne Blutvergießen ein glückliches Ende.

Bis zu seiner Ernennung zum Propheten kümmerte er sich um die heidnischen Bräuche und das

götzenverherrlichende Denken in seiner Gesellschaft nicht sonderlich, wenngleich er sich selbst

vor derlei Gedanken und Sitten distanzierte. Und die arabische Bevölkerung ihrerseits ließ ihn –

der nicht wie sie Götzen anbetete, sondern nur dem Einen, Einzigen Gott diente – gewähren.

Ebenso wie sie Juden und Christen, die unter ihnen lebten, in Ruhe ließen.

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