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Monday 20th of November 2017
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Weiter Kritik an de Maiziere

Mit seinem Vorstoß zur Einführung islamischer Feiertage stößt Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) auf Ablehnung auch innerhalb der Union. „Unser christliches Erbe ist nicht verhandelbar“, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt der „Bild“-Zeitung (Samstag). „Islam-Feiertage in Deutschland einzuführen kommt für uns nicht in Frage.“

Auch der Innenexperte der Unionsfraktion, Stephan Mayer (CSU), äußerte sich kritisch: „Deutschland ist über Jahrhunderte durch die christliche Tradition geprägt und bestimmt worden“, so Mayer. Daran habe sich bis heute nichts geändert. „Im Übrigen gilt: Dass der Islam zu Deutschland gehört, lässt sich historisch durch nichts belegen und ist auch heute nirgendwo zu erkennen.“

Innenminister de Maiziere hatte bei einer Wahlkampfveranstaltung gesagt: „Ich bin bereit, darüber zu reden, ob wir auch mal einen muslimischen Feiertag einführen.“ Allerheiligen sei auch nur dort Feiertag, wo viele Katholiken lebten. Warum könne man also dort, wo es viele Muslime gebe, nicht auch über einen muslimischen Feiertag nachdenken. Allerdings betonte de Maiziere auch: „Generell sind unsere Feiertage christlich geprägt, und das soll auch so bleiben.“

Nach Ansicht von Felix Bernard, Leiter des Katholischen Büros Niedersachsen, liegt die Frage nach der Einführung gesetzlicher muslimischer Feiertage in Deutschland „noch nicht an“. Zunächst müsse man auf Länderebene mit den islamischen Religionsgemeinschaften zu tragfähigen Vereinbarungen über eine gesellschaftliche Teilhabe kommen, sagte Bernard am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Der evangelische Theologe Gerhard Duncker äußerte sich zurückhaltend. Es könne auf Kosten christlicher Feiertage gehen, wenn ein weiterer Feiertag eingeführt werde, so Duncker, der früher deutscher Seelsorger in der Türkei war, im Kölner domradio. Man könne Feiertage streichen, „aber man sollte darüber nachdenken, ob eigentlich alles in unserer Tradition zur Disposition steht“.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, sagte der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag), ein muslimischer Feiertag könne integrationsfördernd wirken. Bereits 2013 hatten sich sich der Zentralrat und später auch die Türkische Gemeinde für die Einführung eines muslimischen Feiertages in Deutschland ausgesprochen.

Die Anzahl der Feiertage variiert in Deutschland je nach Bundesland. Neun Feiertage gelten in allen Bundesländern einheitlich: Neujahrstag (1. Januar), Karfreitag, Ostermontag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Tag der Arbeit (1. Mai), Tag der deutschen Einheit (3. Oktober) sowie der erste und zweite Weihnachtsfeiertag (25. und 26. Dezember).


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