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Sunday 26th of March 2017
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Wer ist Gott, und wie lässt Er sich nachweisen?

Wer ist Gott, und wie lässt Er sich nachweisen?
Eine kurze

Der Erhabene und Segensreiche Gott ist absolutes Sein und absolute Vollkommenheit, frei von jeglichem Fehl und jeder Unzulänglichkeit.

Nichts ist Ihm gleich oder ähnlich. Unvergleichlich ist Er und aller Dinge mächtig. Alles vermag Er und über alles, wo, wann und wie auch immer, ist Er im Bilde. Hörend und sehend ist Er. Was Er will bzw. beschließt, geschieht. Er lebt, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Er ist der Schöpfer allen Seins und der Quell alles Guten und Wohlen. Er liebt alle Geschöpfe und ist voller Güte für sie.

Das Wort „Gott“ ist wohl der Begriff, von dem alle eine Vorstellung haben. Sogar diejenigen, die Gott leugnen. Wenngleich es dem Menschen unmöglich ist, Tiefe und Wahrheit des Wesens des Erhabenen und Segensreichen Gottes zu erfassen, gibt es doch viele Wege, die zu Gewissheit über die Existenz Gottes führen. Diese zahlreichen Wege können kategorisiert werden in drei wesentliche:

1-     Der Weg:„Verstand“, (z. B. durch das Erkennen bzw. Nachweisen „dessen, das ist und dessen, das sein kann“.

2-     Der naturwissenschaftliche Weg (Erkennen der koordinierten Ordnung in der gesamten Schöpfung)

3-     Der Weg: „Herz“, „Tiefinneres“ (Gott-Erkennen mittels des im menschlichen Wesen veranlagten Wissens über Gott)

Der einfachste und beste Weg ist der des „Herzens“, womit das im menschlichen Wesen veranlagte Wissen über Gott gemeint ist. Das heißt, indem der Mensch in sich hineinschaut, wird er, ohne logischer Erklärungen seines Verstandes oder naturwissenschaftlicher Beobachtungen und Erfahrungen zu bedürfen, zu Gott, zu dem Gipfel seines Helfers und Beistands finden.

ausführliche Antwort

Um das Thema bzw. die Antwort verständlicher zu machen, wollen wir zunächst auf folgendes aufmerksam zu machen.

1-     Das Wort „Gott“ gehört zu den Begriffen, von dem wohl alle Menschen, selbst Atheisten, eine Vorstellung haben. Denn allen ist bekannt, dass Gott, das heißt jenes Wesen, das der Schöpfer der gesamten Kreatur und allen Seins ist, alles vermag, allmächtig ist, alles weiß, alles sieht, hört, existent etc.. Selbst die, welche die Existenz eines solchen Wesens leugnen, sind dennoch nicht frei von einem solchen inneren Wissen.

2-     Obgleich die Bedeutung des Begriffs „Gott“ zu den allgemein bekanntesten Bedeutungen zählt, ist es dem Menschen dennoch nicht möglich, die Wahrheit und Tiefe des Gott-Wesens zu kennen. Darum nicht, weil das Wesen Gottes unbegrenzt und unendlich und der Mensch, aufgrund der Grenzen, die seinem Wesen und seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten gesetzt sind, nicht in der Lage ist, die Wahrheit des göttlichen Wesens ergründen zu können.[1]„لا یحیطون به علما“, „sie vermögen nicht, vollständiges Wissen über Gott zu erlangen“. Und vielleicht ist es deswegen, dass der Heilige Koran Gott mittels der göttlichen Eigenschaften beschreibt, beispielsweise:absolut vollkommen, vollendet schön und prachtvoll, sich selbst genügend, allwissend, weise, alles hörend, sehend, majestätisch, souverän, allem erhaben, barmherzig, huldreich, Schöpfer, Eroberer etc. nennt und auf sie aufmerksam macht.[2]Abgesehen davon lernt der Mensch die Dinge (Umwelt) mittels seiner Sinne kennen. Doch das Wesen des Allmächtigen und Allem-Erhabenen Gottes ist nicht dinghaft und ihnen auch nicht ähnlich. Nichts ist Ihm gleich, [3]„لیس کمثله شی“

3-     Doch wenn auch die Wahrheit des Gott-Wesens nicht vollständig zu erkennen ist, gibt es doch zahlreiche Wege, mittels derer Gewissheit über die Existenz des Segensreichen und Erhabenen Gottes zu erreichen ist. Diese vielen Wegelassen sich folgenden drei Hauptwegen zuordnen:

a)     Weg des Verstandes, beispielsweise durch das Erkennen bzw. Nachweisen „dessen, das ist und dessen, das sein kann“

b)    Naturwissenschaftlicher Weg, das heißt: Naturwissenschaftliches Erkennen der göttlichen „Schöpfungs- bzw. Weltenordnung“[4]

c)     Weg des „Herzens“, des menschlichen Innersten, das heißt mittels des im menschlichen Wesen veranlagten Wissens über Gott[5]

4-     Der beste und einfachste Weg zu Gott-Erkennen ist der Weg des „Herzens“bzw. das tiefinnere Erkennen des Menschen. Das heißt, in der Tiefe des menschlichen Seinsist Gott-Erkennen, ist die Liebe zu Ihm und das Sehnen nach Ihm veranlagt. Im Herzen des Menschen ist immer ein Fünkchen Licht, ein drängendes Verlangen nach Gott vorhanden. Eine Anziehungskraft, die ihn, den Menschen, mit der himmlischen Welt und der Gottesnähe verbindet.[6]

5-     Doch wenn auch in der Tiefe des menschlichen Seins – und zwar aller Menschen –das Wissen über Gott und das Sehnen nach Ihm und „Touhid“ veranlagt und verankert ist, ist es doch so, dass abergläubische Vorstellungen, falsche Unterweisungen und Erziehungsmethoden, Missverständnisse, Vergesslichkeit und Hochmut - insbesondere in Zeiten materiellen Überflusses und Wohlergehens - dieses tiefinnere Erkennen trüben und gar verdecken. Doch sobald sich ein Sturm bitterer Ereignisse auftut und der Mensch hilflos und verzweifelt in einem Sog arger Bedrohungen unterzugehen droht,taucht das Fünkchen Licht im menschlichen Inneren wieder auf. Und dann ist es, dass irrige Gedanken und Vorstellungen schwinden, in dem glühenden Schmelzofen der Ereignisse alles Unreine geläutert und rein wird[7] und sich der Mensch, ganz wie von selbst, der himmlischen Welt zuwendet.

Darauf weisen etliche Aayaatdes Heiligen Koran hin, die an das nach Gott suchende und sich nach Ihm sehnende menschliche Innere (Fetrat) erinnern.[8]

Auch die Großen des Islam machten diejenigen, die an der Existenz Gottes zweifelten und sich Seiner im Unklaren waren, auf diese Tatsache aufmerksam. Folgendes veranschaulicht dies:

Jemand, der sich Gottes und Seiner Existenz keineswegs gewiss war, fragte Imam Ssaadeq (a):

„O Sohn des Gesandten Gottes (saa), belehre mich und erklär mir, wer Gott ist? Meine diesbezüglichen Zweifel machen mich ganz irre.“ Der Imam (a) entgegnete: „O du Geschöpf Gottes, hast du schon einmal ein Schiff bestiegen?“ Als der Mann seine Frage bejahte, fuhr der Imam (a) fort: „Ist das Schiff an einer Stelle, wo keine Hilfe war und niemand dich retten konnte, gekentert?“ „Ja, so war es“, antwortete der Mann. Imam Ssaadeq (a) fragte ihn nun: „Hat dir dein Herz in jener Situation gesagt, dass jemand ist, der dir aus der großen Gefahr heraushelfen kann?“ Als der Mann dies bestätigte, erklärte der Imam (a): „Dieser Jemand ist Gott, Er ist jeder Hilfe fähig, auch dann und dort, wo (außer Ihm) kein Retter ist und niemand, der zu Hilfe eilt.Das heißt, dass jeder in der Tiefe seines Seins Kenntnis über die Existenz des Allmächtigen, Allwissenden Gottes, des ewig-lebendigen und gegenwärtigen, gütigen Schöpfers hat und sich zu Ihm hingezogen fühlt. Und auch wenn er sich aus irgendwelchenGründen Gottes nicht bewusst ist, wird er nicht leugnen können, dass es in seinem Leben Situationen gab, in denen er ohne jegliche Hilfe, derer er benötigte, dastand und ihm mit einem Male das Da-Sein Gottes bewusst wurde.“[9]

6-     Manch einem wird durch genaues Beobachten der Dinge und Erscheinungen in der Welt der Natur und durch Nachdenken über ihre Zusammenhänge und Besonderheiten die Existenz Gottes bewusst, und er erkennt Seine Besonderheiten wie Wissen, Weisheit, Macht und Können. Dieser Weg, der in Beobachtungen, Untersuchungen, Studien und Erfahrungen bezüglich der Dinge in der natürlichen Welt beruht, wird als naturwissenschaftlicher Weg bezeichnet. Auch diesem Weg schenkt der Heilige Koran besondere Aufmerksamkeit. Er spornt den Menschen in vielen seiner Aayaat an, über die Dinge und Erscheinungen der Welt, das heißt die Zeichen (Aayaat) Gottes in der Schöpfung nachzudenken. Islamische Wissenschaftler sehen in der Ordnung des Kosmos und dem koordinierten Zusammenspiel der Dinge in ihm einen Nachweis für die Existenz Gottes, bezeichnet als: „Borhaan e Nasm“ bzw. In der Schöpfungsordnung beruhendes Argument“. Somit kann dieses Argument bzw. dieser Nachweis als offenkundiges Beispiel dafür dienen, dass auch mittels des „naturwissenschaftlichen Weges“ Gottes Existenz erkannt werden kann.

„Erkennen der Zeichen bzw. Aayaat“ in Koran und Rewaayaat

Im gesamten Koran sind Koranverse zu finden, in denen von den vielfältigen Erscheinungen in der Natur (Kosmos) die Rede ist und die als „Aayat oder Zeichen Gottes und Seiner Existenz“ bezeichnet werden. Diese Koranverse rufen den Menschen dazu auf, über diese „Zeichen“nachzudenken. Dieses Nachdenken über die „Zeichen Gottes“ in der Schöpfung bzw. im Kosmos, das den naturwissenschaftlichen Weg in Richtung Gott betrifft, wirdauch „Kennenlernen der Zeichen (Aayaat)in der natürlichen Welt“ genannt.[10]

Etliche Koranverse (die ja ebenfalls Zeichen Gottes sind und daher ebenfalls „Aayaat“ genannt werden), laden den Menschen ein, über die Aayaat (Zeichen) in der Schöpfung Gottes und die präzise Ordnung und Koordination im Welten-Ensemble als auch im menschlichen Sein und Organismus nachzudenken. Allen, die ihren Verstand zu gebrauchen und folgerichtig zu denken wissen, sind sie Orientierung in Richtung des erhabenen und allmächtigen Ursprungs der Welten:

„Ganz gewiss sind in der Schöpfung der Himmel und Erde und in der Aufeinanderfolge von Tag und Nacht (überzeugende) Zeichen für die Verständigen.“[11]

Und „Auf Erden und in euch selber sind (überzeugende) Zeichen für jene, die festen Glaubens sind; wollt ihr denn nicht richtig hinsehen?“[12]

Auch ist eine Vielzahl der Aayaat des Heiligen Koran besonderen Erscheinungen im Universum gewidmet, die er als Aayaat bzw. Zeichen für die Existenz Gottes, Seine Allmacht und sein Allwissen bekanntgibt. Die Zahl dieser Koranverse ist so groß, dass selbst ein auszugsweises Zitieren all dieser viel Zeit beanspruchen würde.[13]

Die koranische Methode befolgend, betonen auch unsere Imame (as), wie aufschlussreich es ist, die Zeichen (Aayaat) Gottes zu ergründen und zu erkennen. So sagte zum Beispiel Imam Ssaadeq (a) zu einem seiner Gefährten:

„O Mofadsal, der elementarste Beweis für die Existenz des Allmächtigen Schöpfers ist, das Er dieser Welt und allem in ihrForm und Gestalt und allem in Seiner Schöpfung präzise Ordnung und ein harmonisch koordiniertes Gefüge und Miteinander gab. Wenn du gut darüber nachdenkst, wird dir jeden Augenblick erneut deutlich bewusst, dass alles, dessen die Geschöpfe Gottes bedürfen, in der Welt vorhanden und bereitgestellt ist. Das Firmament, ein hohes, weitgewölbtes Dachund die Erde ausgebreitet wie ein großer Teppich. Die Sterne gleich glänzende Leuchten am Himmelszelt, und kostbare Schätze ruhen im Erdreich.Alles ist an seinem, ihm gebührenden Platzangeordnet. Und dem Menschen ist dies alles als (irdisches) Zuhause gegeben. Was er benötigt, ist vorhanden und ihm zur Verfügung gestellt. Eine Vielfalt an Pflanzen und Getier sind in diesem seinem Zuhause, damit er sie zu seinem Wohle nutzt. Das alles ist ein Beweis dafür, dass die Welt des Seins weise, genau bemessen, mit präziser Ordnung und erstaunlicher Koordination erschaffen ward, und dass ihr Schöpfer Einer ist, der allem im Weltenensemble Form und Gestalt, Ordnung und ein harmonisches Zusammenspiel gab.[14]

7-     Weg des Verstandes

Dieser Weg beweist das Sein, beweist die Existenz Gottes mittels logischer Grundsätze und Schlussfolgerungen, das heißt voll und ganz mithilfe des Verstandes.[15]

Philosophische Begründungen und Erklärungen, die die Existenz Gottes begründen, sind ein deutliches Beispiel für des Menschen Bemühen, Gott kennenzulernen. Mittels Verstand und Logik.Im Vergleich zu den beiden vorherigen Wegen charakterisieren diesen Weg unter anderem Besonderheiten, von denen wir einige nennen wollen:

1-     Viele dieser Argumente und Erklärungen sind aufgrund ihres komplizierten gedanklichen bzw. philosophischen Gehalts für diejenigen, die damit nicht vertraut sind, nur schwerlich nachvollziehbar.[16]

2-     Einer der Pluspunkte des Weges, über Logik und Verstand Gott nachzuweisen, beruht darin, dass er sich u.a. bei wissenschaftlichen Diskussionen über atheistische Einwände bewährt, da er die Schwachstellen der Argumente der Atheisten aufzeigt und zudem die Anfechtungen jener Logiker, die sich ausschließlich auf den Verstand und dessen Schlussfolgerungen stützen, zu widerlegen vermag.

3-     Zudem: Mittels Verstand und Logik Gott zu beweisen und zu Ihm zu finden,dient der Festigung und Stärkung des religiösen Glaubens, denn wann immer sich der menschliche Verstand der Wahrheit beugt, motiviert dies das Herz, das gleiche und zwar noch intensiver und inniger zu tun. Abgesehen davon wird, wenn Zweifel und Einwände infolge überzeugender logischer Begründungen schwinden, dies den Glauben vor Schwächen, Entgleisungen und Wankelmütigkeit bewahren.[17]

Angesichts der besonderen Effektivität des Verstandesweges einerseits und andererseits des natürlichen, im menschlichen Wesen veranlagten Strebens, alles begreifen und verstehen zu wollen und sich mit philosophischen Fragen und Themen auseinanderzusetzen, befassten sich muslimische Wissenschaftlerim Laufe der Zeit mit intensiven und tiefreichenden Studien, um Gott auch mittels logischer Argumente nachzuweisen. Dies führte teils zu neuen Erkenntnissen bzw. Begründungen für die Existenz Gottes und teils zur Weiterentwicklung und Vertiefung früherer, Gott nachweisender Argumente.

Einer der sichersten logischen Nachweise der göttlichen Existenz beruht in dem bekannten Argument von dem, was vorhanden ist und dem, was möglicherweise sein kann, auf das wir eingangs schon hinwiesen. Dieses Argument ist verschiedentlich genannt und erklärt worden, weshalb wir uns hier mit folgendem begnügen:

Man kann es, zusammengefasst, so erklären:

Zweifellos gibt es in der Welt Vorhandenes. Handelt es sich dabei um Vorhandenes, das tatsächlich und sicher vorhanden ist („waadschebolwodschud), ist das, was wir meinen und hier erläutern wollen(das heißt Gottes Existenz oder aber eben „waadschebolwodschud“)nachgewiesen.Handelt es sich aber um etwas, das sein kann, also möglicherweise sein kann („momkenolwodschud“, bedarf es angesichts dessen, dass es von einer Ursache abhängig ist – und auch, wenn es sich um eine lange Kette von Ursachen und Folgewirkungen handelt, dennoch einer Primärursache, deren Sein bzw. Existenznicht von anderem abhängig ist.Und diese Primärursache, die in der Kette von Ursachen und Folgewirkungen der Anfang und Ursprung von allem ist und zu dem alles zurückkehrt, ist „waadschebolwodschud“, (das heißt Gott).

Hinweis: Da Ihre eingangs zitierte Frage nicht konkret und klar gestellt ist und sowohl als Frage nach der Existenz Gottes als auch hinsichtlich Seiner Eigenschaften und Besonderheiten verstanden werden kann, haben wir uns bei der Beantwortung mehr mit dem Nachweis der Existenz Gottes befasst. Falls Sie über die Eigenschaften Gottes mehr erfahren möchten, setzen Sie sich bitte erneut mit uns in Verbindung.


[1]Sure 20, 110

[2]Tafssir „Nemuneh“, B. 14, S. 161

[3]Sure 42, 11

[4]Das dieser Weg als naturwissenschaftlicher Weg bezeichnet wird, besagt nicht, dass er unabhängig von jeglicher logischen Erklärung und Begründung wäre, sondern vielmehr, dass er naturwissenschaftliche Beobachtungen und Studien und zwar über die Dinge und Erscheinungen in der Welt der Natur voraussetzt.

[5]“Ma´aaref e islaami”, B. 1, S. 41

[6]Tafssir “Nemuneh”, B. 16, S. 341 u. 342

[7]Obiges, S. 418 – 422 u. 423

[8]Wie: Sure 29, 65; Sure 30, 30; Sure 10, 12 u. 22 u. 23;  Sure 17, 67; Sure 39, 8 u.49

[9]“Bihaarolanwaar”, B. 3, S. 41

[10]Zu erwähnen ist, dass in der Tafssir „Schenaakht e Aaye´i“, die dem Heiligen Koran entnommen ist, verschiedene Ansichten genannt werden: Einige Wissenschaftler verstehen es als Voraussetzung zu einer auf Verstand und Logik basierenden Begründung für die Existenz Gottes und Seine Weisheit und Sein Allwissen,  ähnlich dem, was im Zusammenhang mit dem Argument „Ordnung und Koordination“ gesagt wurde. Jedoch laut einer anderen Kommentation (Tafssir) wollen die Aayaat des Heiligen Koran, die den Menschen zu Nachdenken über die Erscheinungen in der Welt der Natur aufrufen, ihn lediglich an sein in seinem Innern veranlagtes Gott-Erkennen erinnern, sind also nur als ein Aufmerksam-Machen gemeint. Eine dritte Gruppe aber vertritt die Auffassung, dass sie bei Diskussionen mit Polytheisten dienlich sind, also mit denen, die Götzen und Götter in irgendeiner Weise am Weltengeschehenbeteiligt wissen und von Touhid, das heißt von Gott als dem einzigen Herrn und Regenten allen Seins keine richtige Vorstellung haben. (Nachzulesen in „Al Misaan“, AlaamehTabaatabaa´i, B. 18, S. 154; „Amusesche´aqaayed“, MesbaahYasdi, B. 2, S. 68 und „Tabayon e borhaan e esbaat e Khodaa“, DschawaadiAamoli, S. 43)

[11] Sure 3, 190

[12]Sure 51, 20 u. 21; Sure 2, 164; Sure 45, 3-6, Sure 10, 100 u. 101; Sure 14, 10

[13]Aayaat, die das “Zeichen-Sein” besonderer Erscheinungen betonen, können in einige wesentliche Gruppen gegliedert werden. Jene Aayaat, die das menschliche Leben betreffen sind:

1-     Allgemeine Ordnung der Schöpfung des Menschen: Sure, 45, 4; Sure 30, 20. 2- Entstehung des menschlichen Keimlings (Embryos) im Mutterleib, Sure 3, 6; Sure 82, 6-8; Sure 64, 3; Sure Ghaafer, 64; Sure 59, 24; Sure 71, 13 – 14; 3- Bildung, Wissen: Sure 16, 78; Unterschiedlichkeit der Sprachen und Hautfarben: Sure 30, 22; Sure 35, 27 u. 28; 5- Ernährung: Sure Ghaafer, 64; Sure 17, 70; Sure 45: 5 u. 20; Sure 35, 3; Sure 30, 4; Sure 34, 24; Sure 10, 31; Sure 27, 64, Sure 67, 21; Sure 8, 26; Sure 2, 22 u. 172; Sure 14, 22, Sure 51, 58; 6- Schlaf: Sure 30, 23, Sure 27, 86; Sure 25, 47; Sure 78, 9; Sure 39, 42; 7- Bekleidung: Sure 7, 26; Sure 16, 14 u. 81; 8- Wohnen, Siedeln: Sure 16, 80; 9- Heirat, Ehe: Sure 30, 21; Sure 42, 11; Sure 35, 11; Sure 53, 45; Sure 75, 39; Sure 16, 72; Sure 92, 3; Sure 78, 8; Sure 7, 189

[14]Einsehen auch in: „Nahdsch ul balaaghah“, Khotbeh 186; „Al Touhid“, Schaikh Ssaduq, Kap. 2, B. 2; „Bihaar ul anwaar“, Alaameh Madschlessi, B. 3, S. 61, 82, 130, 152

[15]Diesen Weg als „Weg der Logik bzw. des Verstandes“ zu bezeichnen, besagt nicht, dass bei diesem Weg lediglich der Verstand hinzugezogen wird, sondern er wird deswegen so bezeichnet, weil er Verstand und Logik bzw. logisches Vorgehen voraussetzt.

[16] Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Weg des Verstandes und der Logik kein Weg für die Allgemeinheit sei, dass er nur für einige wenige Personen gelte, Nein, so ist es nicht, denn er steht jedem, der die nötigen Voraussetzungen zu diesem Weg mitbringt, offen.

[17] Der Verstandesweg ist besonders für diejenigen sinnvoll, die den Erhabenen Gott nicht mit ihrem Herzen, mit ihrem „inneren Auge“ schauen und erleben können. Wie es Moulaanaa so trefflich sagt:

 

„چشم اگر داری تو کورانه میا             ورنداری چشم، دست آور عصا

آن عصای حزم و استدلال را              چون نداری دید، می کن پیشوا“

 

Hast du Augen, so sieh richtig hin,

hast du keine, nimm den Gehstock,

er kann dir, da dir das Augenlicht fehlt,

den richtigen Weg zeigen.

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