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Friday 22nd of September 2017
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DIE GLAUBENSLEHRE DES ISLAMS



Im Laufe der Geschichte des Islams stimmten die Muslime in aller Welt, trotz einiger Unterschiede und Verschiedenheiten in den wesentlichen Glaubensfragen, in vielen sekundären praktischen Fragen überein. Einerseits haben der Koran und der hohe Charakter des geehrten Propheten und andererseits die herzliche Zuneigung und Ergebenheit für beide, die Muslime vereinigt und sie zu einer Einheit mit eigener Identität, eigenem Schicksal, Ziel und Erbe gemacht. Die Gegner des Islams, die bestrebt sind, den Islam zu vernichten sowie auch die Probleme der jeweiligen Zeit, hatten für das Erwachen und die Intensivierung der Einheit und Bruderschaft unter den Muslimen eine große Bedeutung. Die Einladung des Korans und des Propheten zu Einheit und Bruderschaft wurde schon immer von den großen Gelehrten der verschiedenen islamischen Glaubensrichtungen  betont.

Alle Muslime glauben an den einen einzigen Gott, alle bisher gesandten Propheten und im Speziellen an die Mission des Propheten Mohammad (s.a.a.s), welcher der letzte  gottgesandte Prophet ist, an den Tag der Auferstehung und das Jüngste Gericht für alle Menschen. Dieses sind die wichtigsten Glaubensgrundsätze des Islams, an die alle Muslime glauben. Die Ansicht eines nichtmuslimischen Beobachters über die Einheit zwischen den Sunniten und Schiiten, wird in dem folgenden Satz zum Ausdruck gebracht:

Seit der Islamischen Revolution im Iran, wissen alle, dass die Schiiten Muslime sind und wie die Sunniten an einen einzigen Gott, den Koran, den Propheten Mohammad (s.a.a.s.), den Tag der Auferstehung und das Jüngste Gericht glauben, sowie gleiche Pflichten haben, wie die täglichen Gebete, das Fasten, die Pilgerfahrt nach Mekka, die Almosensteuer und den Jihad (den Kampf auf dem Wege Gottes). Diese Gemeinsamkeiten sind wichtiger als die Verschiedenheiten. Zum Beispiel gibt es heute aus theologischer Sicht kein Problem, wenn ein Schiite an einem sunnitischen Gemeinschaftsgebet teilnimmt oder umgekehrt, obwohl es viele Schwierigkeiten in der Vergangenheit gab und auch heute noch gibt.26

Nun wollen wir zunächst die Grundsätze des Islams untersuchen und danach einige Glaubensansichten der Schiiten betrachten.
DIE GLAUBENSGRUNDSÄTZE
1. DIE EINHEIT GOTTES / TAWĤID

Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammad ist sein Prophet  - La illaha illallah Mohammad rasulullah-. Jeder, der diese beiden Sätze sagt, wird als Muslim bezeichnet. Alle Muslime glauben daran, dass Gott einzig und allein ist; er hat keinen Partner, kein Kind und keine Frau. Er ist der Erste, der Letzte und der Immerwährende. Er ist allwissend, allmächtig und allgegenwärtig. Dem Koran zufolge ist Gott dem Menschen näher als des Menschen Halsschlagader. Er ist mit den Augen nicht sichtbar, und der menschliche Verstand kann ihn nicht begreifen. Imam Ali (a.s.) sagt zu Gott in einem seiner Gebete:

"O Gott ! Ich bitte Dich bei Deinen Namen Allah, der Barmherzige, der Gnädige. O Du, der Gewaltige, der über sich selbst stehende und Du der Ewige, es gibt keinen Gott außer Dir."
2. DIE GÖTTLICHE GERECHTIGKEIT

Neben der Einheit Gottes, legen die Schiiten bei den Eigenschaften Gottes besonderen Nachdruck auf die göttliche Gerechtigkeit. Natürlich glauben alle Muslime daran, dass Gott gerecht ist und keinem seiner Geschöpfe Unrecht zufügt. Diese Wahrheit wurde deutlich im Heiligen Koran erwähnt, wie z.B.

"dass Gott nicht gewohnt ist, den Menschen Unrecht zu tun." (3:182, 8:51, 22:10)

"Gott ist nicht gewohnt, den Menschen Unrecht zu tun." (41:46)

"Gott tut (bei der Vergeltung im Jenseits) nicht im Gewicht eines Stäubchens (den Menschen) Unrecht." (4:40)

"Gott begeht keinen Frevel gegen die Menschen. Diese begehen Frevel vielmehr gegen sich selbst." (10:44)

Außer der Bedeutung des Wesens Gottes, ist für die Betonung der göttlichen Gerechtigkeit durch die Schiiten auch folgendes wichtig: eine Gruppe der sunnitischen Theoretiker glauben daran, dass es keine objektiven und unabhängigen Prinzipien für die guten oder schlechten moralischen Handlungen gibt. Nach ihrer Ansicht gilt das als gut, was Gott tut oder befiehlt. Nach dieser Meinung ist alles, was Gott tut oder befiehlt, gut und gerecht. Sie glauben daran, dass wenn Gott von uns verlangt zu lügen, dann ist Lügen gut. Und wenn Gott Fromme und Gläubige in die Hölle schickt, dann ist das  gerecht. Natürlich glauben sie daran, dass uns Gott zur Wahrhaftigkeit einlädt und die Frommen nicht in die Hölle schickt. Und zwar aus dem Grund, dass es so Gottes Entscheidung ist und wenn er auch anders entscheidet, auch das gerecht ist.

Diese Gruppe sunnitischer Theoretiker nennt man "Aschae're". Sie glauben daran, dass die Menschen nicht frei sind und, dass alles, was sie tun, in Wirklichkeit Gott tut und sie keine Rolle dabei spielen. Sie sind nur das Mittel, mit Hilfe dessen Gott seine Handlungen ausführt.

Die Schiiten und einige andere Gruppen sunnitischer Theoretiker, wie z.B. die "Mo'tazeleh", glauben daran, dass gut oder schlecht und gerecht oder ungerecht, objektiv sind und  es vernünftige Prinzipien für das moralische Urteil gibt. Mit anderen Worten glauben sie an das wirklich Gute und Schlechte. Sie glauben daran, dass in Wirklichkeit ein Unterschied zwischen Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit besteht und Gott uns nicht unbegründet befiehlt gut zu sein und von uns auch nicht fordert, unseren Feinden Unrecht zuzufügen. Sie glauben im Gegensatz zu den "Aschae'reh" daran, dass die Menschen frei und für ihre Handlungen verantwortlich sind. Natürlich glauben die "Mo'tazeleh" an "Tafwiď", d.h., sie glauben daran, dass Gott den Menschen, trotz seiner  Herrschaft und Macht erlaube, selbst frei über ihre Handlungen zu entscheiden, aber ihre Freiheit und Macht beschränkt sei. Ihre Handlungen und Freiheiten stünden immer unter der Herrschaft und Macht Gottes. Dies wird deutlich in der bekannten Aussage von Imam Sadeq (a.s.):

 "Weder der Zwang noch die Freiheit, sondern zwischen diesen beiden."

Unter Beachtung der Bedeutung dieser Tatsache für jede gültige Ordnung, legen die Schiiten besonderen Nachdruck auf die göttliche Gerechtigkeit und stellen diese, neben der Einheit Gottes, dem Prophetentum und dem Tag der Auferstehung, an die alle Muslime und auch die Anhänger der anderen himmlischen Religionen glauben, als islamischen Glaubensgrundsatz vor. Die göttliche Gerechtigkeit ist nicht nur ein theoretischer Aspekt, sondern für die Schiiten ist sie ein Glaubensgrundsatz des Islams. Sie glauben daran, dass das Gerechtigkeitsprinzip in der Gesellschaft auch ausgeführt werden soll. Aus diesem Grunde gab es im Laufe der Geschichte des schiitischen Islams viele gerechtigkeitsuchende Bewegungen.
3. DAS PROPHETENTUM

Gott hat die Menschen weise und zielbewusst erschaffen, so steht es sinngemäß in Sure 51,Vers 56. Gott gab den Menschen die Vernunft und die Freiheit, damit sie selbst ihren Weg zu Glück und Vollkommenheit wählen. Er vervollkommnete die menschliche Vernunft mit Hilfe göttlicher Offenbarung. Aufgrund seiner Gerechtigkeit und Weisheit lässt er kein Volk ohne Führer. Er hat zu allen Völkern Propheten gesandt, die Menschen zu lehren und zu leiten. So steht es sinngemäß in Sure 10, Vers 47 und auch in Sure 16, Vers 36.

Der erste der Propheten war Adam und der letzte ist Mohammad (s.a.a.s.), das Siegel der Propheten (33:40). Im Heiligen Koran werden  die Namen von insgesamt 25 Propheten genannt, aber es wird auch erwähnt, dass deren Anzahl viel höher ist (40:78). Gemäß der Überlieferungen (Ahadith) glauben die Muslime daran, dass 124 000 Propheten durch Gott den Menschen gesandt wurden. Die im Heiligen Koran erwähnten Propheten sind unter anderem Adam, Noah , Abraham, Ismael, Isaak, Jakob, Josef, Lot, Hiob, Moses, Aaron, Hesekiel, David, Salomon, Zacharias, Johannes, Jesus, Mohammad. Unter diesen Propheten hatten Noah, Abraham, Moses, Jesus und Mohammad eine universelle Mission und jeder von ihnen brachte eine neue Religion, in ihrer Zeit. Diese fünf Propheten nennt man "Ulo Al-'Aazm", d.h., die mit einer großen Bestimmung.

Im Koran werden, außer dem Koran selbst, die Namen von vier anderen himmlischen Büchern genannt, diese sind: Die Schrift von Abraham (Sahifeh) (87:19); die Psalmen von David (4:163 und 17:55); die Thora von Moses (2:87 und 3:3 u. 4, 6:91 u. 154); Das Evangelium von Jesus (5:46)

Jeder Muslim soll an alle genannten himmlischen Bücher (2:4 u. 285) und alle Propheten (4:152) glauben. Wie wir später sehen werden, glauben die Schiiten daran, dass alle Propheten vor und während ihrer Missionen unfehlbar und frei von Sünde waren.

Die Schiiten, sowie auch die anderen Muslime, glauben an die ewige Mission des Propheten des Islams, Hadrat-e Mohammad (s.a.a.s.) und lieben ihn von ganzem Herzen. Nach ihrer Meinung ist Hadrat-e Mohammad (s.a.a.s.) das vollkommene Beispiel im Vertrauen auf Gott, in der tiefen Kenntnis Gottes, in der Gottergebenheit, der treuen Gehorsamkeit in Gottes Willen, des edlen Charakters und in der Barmherzigkeit gegenüber allen Menschen. Die Wahl Mohammads als Prophet für die Mitteilung der letzten und vollkommensten Botschaft Gottes, ist nicht zufällig. Um eine göttliche Offenbarung zu erhalten, und mit Gott sprechen zu können, braucht es natürlich einer besonderen Fähigkeit und Kapazität. Und um die vollkommenste Offenbarung Gottes zu erhalten, braucht es noch vollkommenerer Fähigkeit und Kapazität. Die Persönlichkeit des Propheten und sein Verhalten spielten eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung des Islams. Die Menschen kannten ihn von seiner Kindheit an als eine zuverlässige, treue und fromme Person. Während seiner gesamten Prophetschaft lebte er gemäß der islamischen Prinzipien und Werte. Zu allen Zeiten, in schwierigen wie auch leichten Situationen, in Sicherheit oder bei Bedrohung, im Krieg oder Frieden, bei Sieg oder Niederlage, war der geehrte Prophet immer das beste Vorbild in Demut, Gerechtigkeit, Ruhe und Zuversicht. Der geehrte Prophet war so demütig und ergeben, dass er nie hochmütig oder egoistisch über sich selbst sprach und er sich nicht für besser als andere hielt, und nie prachtvoll lebte. Er verhielt sich immer gleich, egal ob er alleine und schwach war, oder aber die ganze arabische Halbinsel beherrschte und die Muslime ihm von Herzen gern folgten und jeden Tropfen Wasser seiner rituellen Waschungen für heilig hielten. Er lebte schlicht und einfach und verbrachte die meiste Zeit mit den Armen. Er besaß keinen Palast oder Gerichtshof und keine Leibgarde beschützte ihn. Wenn er mit seinen Freunden und Begleitern zusammensaß, konnte ein Neuankömmling an Kleidung oder Sitzstellung nicht erkennen, wer von ihnen der Prophet ist. Nur seine Worte und sein hoher geistiger Charakter unterschieden ihn von den anderen.

Er handelte so gerecht, dass er niemandem, auch nicht seinen Feinden, Unrecht zufügte. Er zeigte die Botschaft des Heiligen Koran praktisch in seinem Leben:

"O die ihr glaubt! Seid standhaft in Allahs Sache, bezeugend in Gerechtigkeit! Und die Feindseligkeit eines Volkes soll euch nicht verleiten, anders denn gerecht zu handeln. Seid gerecht, das ist näher der Gottesfurcht. Und fürchtet Allah; wahrlich, Allah ist kundig eures Tuns." (5:8)

Vor den Kriegen befahl der Prophet seinen Soldaten, dass sie den Kindern, Frauen und Alten und auch denjenigen, die sich ergeben, kein Leid und den Höfen, Ländereien und Gärten keinen Schaden zuzufügen, die Fliehenden nicht zu verfolgen und die Gefangenen gütig zu behandeln.

Kurz vor seinem Tod ging der Prophet zur Moschee und verlangte von den Leuten, dass jeder, dem er zu Dank verpflichtet ist, oder jeder, dem er Unrecht zugefügt hatte, zu ihm komme und sein Recht verlangen solle. Die Muslime wurden betrübt und weinten, denn sie erinnerten sich an all die Dienste, die der Prophet ihnen erwiesen hatte und an alle aufopfernden Bemühungen, die er nur für die Führung der Muslime auf sich nahm. Sie wussten, dass der Prophet niemals seine eigenen Wünsche in den Vordergrund stellte und nie seiner Ruhe und Bequemlichkeit den Vorzug gab. Deshalb begannen alle Muslime in der Moschee, ihm zu danken. Aber ein Mann unter ihnen stand auf und sagte, dass der Prophet ihm etwas schulde. Nach seinen Worten habe der Prophet vor einem der Kriege, als er die Reihen der muslimischen Soldaten ordnete, ihn, diesen Mann, mit seinem Stock gestossen. Nun verlangte er Vergeltung. Ohne weitere Fragen sagte der Prophet zu einem seiner Begleiter, er möge diesen Stock aus seinem Hause holen. Dann gab der Prophet dem Mann den Stock, damit er sich am Propheten räche. Der Mann sagte, dass der Stock die Haut seines Bauches gestossen habe. Daraufhin zog der Prophet seine Kleidung vom Bauch weg, damit der Mann sich genauso an ihm rächen könne. Die anwesenden Muslime sahen beunruhigt diesen wundersamen Vorfall. Aber plötzlich beugte sich der Mann auf  seine Knie und küsste den Bauch des Propheten. Möglicherweise wollte dieser Mann dem geehrten Propheten damit nur seine Liebe und seinen Respekt zeigen.
4. DAS IMAMAT

Wie zuvor schon erwähnt wurde, glauben die Schiiten an das Imamat, als der Fortsetzung des Prophetentums. Imam ist ein arabisches Wort und bedeutet "Führer". Diese Bedeutung sagt nichts aus über gute oder schlechte Führerschaft oder über welches Gebiet sie sich erstreckt. Sie kann sich z.B. auf ein Volk oder Land ausdehnen, oder aber nur auf eine kleine Gemeinschaft, wie z.B. in einer Moschee, beschränken. Aber bei den Schiiten hat 'Imam' eine besondere terminologische Bedeutung. Entsprechend diesem Terminus nennt man jemanden Imam, der durch Gott verpflichtet ist, die politische und religiöse Führung der islamischen Gesellschaft zu übernehmen. Mit anderen, genaueren Worten ist ein Imam jemand, der durch Gott zur Führung der islamischen Gesellschaft, zur Auslegung und Verteidigung des Islams und auch der religiösen Gesetze und zur Führung der Muslime bei allen Fragen des Lebens bestimmt und durch den geehrten Propheten oder den vorhergehenden Imam vorgestellt worden ist. Der Imam ist der Kalif (Stellvertreter) Gottes auf der Erde und Nachfolger des geehrten Propheten des Islams. Der Imam soll unfehlbar und frei von Sünden sein und ein umfassendes Wissen über die esoterische und exoterische Bedeutung des Korans besitzen.
Die sunnitische Ansicht

Die Sunniten verwenden das Wort Imam als Synonym von Kalif. In der arabsichen Sprache bedeutet Kalif  "Nachfolger". Der Titel 'Kalif' wurde für all diejenigen benutzt, die nach dem Tod des Propheten an die Macht kamen und über die islamische Gesellschaft herrschten. Entsprechend dieses Terminus ist die Herrschaft über die islamische Gesellschaft für einen Kalifen am wichtigsten. Er kann durch die Leute gewählt, oder durch den vorhergehenden Kalifen bestimmt oder von einer Gruppe gewählt werden, oder sogar auch durch militärische Gewalt an die Macht kommen. Es ist nicht notwendig, dass der Kalif unfehlbar und ohne Sünde, oder er den anderen in Wissen oder Glauben überlegen ist.

Die "Zwölfer-Schiiten", die den größten Teil der Schiiten in der Welt ausmachen, glauben daran, dass es nach dem Propheten Mohammad (s.a.a.s.) zwölf Imame gibt.27 Diese sind:

 

Name
   

Beiname
   

Jahr des

Märtyrertodes

 
   

 
   

(n.d. Mondkalender)

1. Imam Ali Ibn-Abu Taleb28
   

Al-Morteďa                                       
   

40

2. Imam Ĥasan Ibn- Ali
   

Al-Mojtaba                                             
   

50

3. Imam Ĥoseyn Ibn-Ali
   

Seyyed Al-Schohada
   

61

4. Imam Ali Ibn-Ĥoseyn
   

Zeyn Al-'Aabedin
   

95

5. Imam Mohammad Ibn-Ali
   

Al-Baqer                                                 
   

114

6. Imam Ja'far Ibn-Mohammad
   

Al-Şadeq
   

148

7.  Imam Musa Ibn Ja'far
   

Al-Kazem
   

183

8.  Imam Ali Ibn-Musa
   

Al-Reďa
   

203

9.  Imam Mohammad Ibn-Ali
   

Al-Jawad
   

220

10.  Imam Ali Ibn-Mohammad
   

Al-Hadi
   

254

11.  Imam Ĥasan Ibn-Ali
   

Al-'Askari
   

260

12. Imam Mohammad Ibn-Ĥasan
   

Al-Mahdi
   

Geboren  255

 

Den Glauben an einen Retter gibt es bei den meisten (wenn auch nicht allen) Religionen. Im Islam wird der Glaube an den Retter ausführlich behandelt, diesen Retter nennen die Muslime Al-Mahdi. Imam Mahdi (a.s.) wird sich mit der Erlaubnis Gottes erheben und die Gerechtigkeit auf die Erde bringen, nachdem dort Ungerechtigkeit und Unterdrückung herrschten.

Die Botschaft der Rettung oder des guten Endes für die Welt, wird in vielen Koranversen und Ahadith erwähnt:

 "Wir haben doch in den Psalmen im Anschluss an die Mahnung geschrieben, dass meine rechtschaffenen Diener das Land erben werden." (21:105)

"Während wir vorhatten (wollten), denen, die im Land unterdrückt waren, Gnade zu erweisen und sie zu Vorbildern (für kommende Geschlechter) und zu Erben (derer, die sie unterdrückt hatten) zu machen." (28:5)

Im Folgenden werden wir einige Überlieferungen von der Botschaft des Retters, die in den wichtigen sunnitischen und schiitischen Quellen erwähnt wurden, zitieren:

1. Der geehrte Prophet sagte:

"Wenn nur ein Tag vom Bestehen der Welt bliebe, würde Gott diesen Tag so lange dauern lassen,  um einen aus meiner Familie, der meinen Namen trägt, über die Welt herrschen zu lassen:"29

2. Der Prophet sagte auch:

" Al-Mahdi ist einer meiner Ahl-e Beyt. Gott wird seinen Auftrag in einer Nacht vorbereiten."30

3. Weiterhin wurde vom Propheten zitiert:

"Al-Mahdi gehört zu meiner Familie und er ist ein Nachkomme von Fatemeh (s.a.)."31

4. Von Jaber Ibn-Abdullah Al-Anşari ist zitiert, dass er vom Propheten hörte:

"Eine Gruppe meiner Anhänger wird bis zum Tag der Auferstehung  um die Wahrheit kämpfen, dann wird Jesus der Sohn der Maria auf die Erde kommen und der Führer dieser meiner Anhänger wird ihn bitten, dass er das Gemeinschaftsgebet leitet. Aber Jesus wird es ablehnen und sagen: Nein, wahrlich, unter euch bestimmte Gott Führer für die Menschen, um so euer Volk zu ehren."32

Al-Mahdi (a.s.) wird eine universelle Mission haben, die in der arabischen Welt beginnt. Sein Name ist gleich dem des geehrten Propheten Mohammad (s.a.a.s) und er gehört zu den Nachkommen von Hadrat-e Fatemeh (s.a.). Gemäß den Überlieferungen des Propheten und den Aussagen der Ahl-e Beyt, ist er der Sohn des 11. Imam, Imam Ĥasan Al-'Askari (a.s.). Er wurde  255 n.d. Mondkalender geboren und im Jahre 260 n.d. Mondkalender, nach dem Märtyrertod von Imam Ĥasan Al-'Askari, begann die Zeit seiner Verborgenheit. Er lebt noch immer und Gott schützt ihn durch die Verborgenheit, bis alle Bedingungen für sein Wiedererscheinen erfüllt sind. Viele sunnitische Gelehrte erwähnen dies ebenso in ihren  Schriften, aber einige sunnitische Gelehrte glauben daran, dass Al-Mahdi noch nicht geboren wurde. Der geehrte schiitische Forscher Seyyed Moĥsen Al-Amin, erwähnt in seinem Buch 'Ayan Al-Schi'a die Namen von 13 sunnitischen Gelehrten, die daran glauben, dass Al-Mahdi das Kind des Imam Ĥasan Al-'Askari ist und schon geboren wurde. Diese Gelehrten sind z.B. Mohammad Ibn-Yousef Al-Ganji Al-Schafe'i in seinem Buch 'Al-Bayan fi Akhbar  Şaĥeb Al-Zaman' und auch in 'Kefayat Al-Ţaleb fi Manaqeb Ali Ibn-Abi Ţaleb'; Nur Al-Din ali Ibn-Mohammad Al-Maliki in seinemBuch ' Al-Fuşul Al-Mohimmah fi Ma'refat Al-Aimmah ' und auch Ibn Al-Jozi in seinem bekannten Buch 'Taźkerat Al-Khawaş      
5. DER TAG DER AUFERSTEHUNG

Die Welt wird am Tage der Auferstehung, dem Tag des Jüngsten Gerichtes enden und alle Menschen werden auferstehen und vor Gottes Gericht treten, wo all ihre Taten geprüft werden. Gott belohnt die Frommen und Guten und bestraft die Sünder und Heiden (22:6-9 und 1-2; 3:185; 6:62). Er wird alle Menschen gerecht behandeln, aber trotzdem handelt er bei der Ausführung der Gerechtigkeit barmherzig (6:12).
Anmerkung:

Obwohl alle Muslime in den in diesem Kapitel genannten Grundsätzen, d.h. Einheit Gottes, Prophetentum und Tag der Auferstehung, übereinstimmen, gibt es aber einige Unterschiede in den Glaubensgrundsätzen und den praktischen Handlungen. Die Schiiten bezeichnen die oben genannten Glaubensgrundsätze als Wurzeln der Religion (Usul Al-Din) und die erforderlichen Gebete und Handlungen als Zweige der Religion (Furu' Al-Din). Denn diese Glaubensgrundsätze sind die Basis der Religion und die wichtigsten Kriterien für einen Muslim. Die sunnititschen Muslime zählen normalerweise  das Bekenntnis des Islams, d.h. die Bezeugung der Einheit Gottes  und der Prophetschaft Mohammads, zusammen mit den vier erforderlichen Handlungen, d.h. den täglichen Gebeten, dem Fasten, der Pilgerfahrt und der Almosensteuer, zu den fünf Pfeilern des Islams. Sie stellen die anderen Gebote wie Gebieten was recht ist und Verbieten was verwerflich ist, nicht auf eine Stufe mit diesen, obwohl sie sie für erforderlich halten.

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