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Friday 23rd of August 2019
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Imam Hassans (ع) Geburt

Imam Hassans (ع) Geburt

 

Imam Hassan (ع) wurde am 15. Ramadan drei Jahre nach der Hijra des Propheten Muhammads (ص) in Medina geboren. Er war der älteste Enkel des Gesandten Gottes. Als er geboren wurde, nahm ihn der heilige Prophet (ص) und sprach in sein rechtes Ohr, den Athan und in sein linkes Ohr, die Iqama [1]. Fatima az-Zahra war erst 12 Jahre alt, als sie ihr erstes Kind gebar. Der Prophet (ص) fragte Imam Ali (ع): „Wie heißt mein Neugeborenes?“ Imam Ali (ع) erwiderte: „Bestimme du seinen Namen.“ Prophet Muhammad (ص) sprach: „Möge Allah seinen Namen bestimmen.“ Nach ihrem kurzen Gespräch, bekam der Prophet eine Offenbarung von Allah. Der Allmächtige nannte ihn Hassan [2]. Alle Leute die zum Propheten kamen um ihn zu gratulieren, bekamen von ihm Süßigkeiten. Die damaligen Araber kannten diesen Namen nicht. Sein Beiname (kunya) war Abu Muhammad (ص). Am siebten Tag opferte Prophet Muhammad (ص) ein Schaf für seine ‘Aqiqa-Feier [3], anschließend rasierte man Imam Hassan (ع) die Kopfhaare und der Prophet (ص) gab ihm entsprechend dem Gewicht seiner Haare Silber. Sein rasierter Kopf wurde mit einer Art Parfüm (Khuluq) gefärbt.

 

Ereignisse während des Imamats von Imam Hassan (ع)

 

Als Imam Ali (ع) starb übernahm sein ältester Sohn Hassan seine Aufgaben. Imam Alis (ع) Söhne wurden vom Propheten (ص) in seinem Haus aufgenommen. Viele Menschen gaben Imam Hassan (ع) ihren Treueid. Er war - wie sein Vater (gemäß göttlicher Weisung) bestimmt hatte - mit dem Kalifat beauftragt und hatte insgesamt sechs Monate das Regierungsamt im islamischen Staat inne, mit Ausnahme der Gebiete Damaskus und Ägypten, über die Muawiya herrschte. Er wusste sehr gut, dass die Leute von Kufa nicht zuverlässig waren. Zwar hatten sie ihm scheinbar Treue geschworen, dass sie kämpfen würden, wenn der Imam sich für Krieg entschied und dass sie, wenn er sich zum Frieden entschlösse, ihm ebenso folgen würden. Heimlich aber sympathisierten sie mit Muawiya ibn Sufyan, dem Gouverneur von Syrien. Muawiya war Statthalter von Syrien seit der Zeit des zweiten Kalifen Umar ibn Khattab. Da Omar ihn achtete, nahm er eine bedeutende Stellung im islamischen Reich ein. Als Imam Ali (ع) starb feierten Muawiya und seine Anhänger den Tod des Imams. Als er und seine Freunde davon hörten, dass die vielen Leute Imam Hassan (ع) den Treueid geschworen hatten, schickte Muawiya Spione in den Irak um sich selber ein Bild von der Lage zu machen. Imam Hassan (ع) schrieb ihm einen Brief und wies ihn auf seine Verbrechen gegen die Muslime hin. Doch Muawiya hielt nichts von diesen Warnungen und führte seine Gewaltherrschaft fort. Schließlich entschloss sich Muawiya in den Irak einzumarschieren und Imam Hassan (ع) mit dem Schwert zu bekämpfen. Der Imam bat die Kufaner, (Einwohner von der Stadt Kufa/Irak) ihm im Kampf gegen Muawiya beiseite zu stehen. Seine Armee war sehr groß und stark, doch herrschte in ihr Zersplitterung, jede Gruppe hatte ihre eigenen Ideen; und das Wichtigste war, dass die Propaganda der Kharidjiten-Gruppe die Wahrheit unterhöhlte und sogar Zweifel und Zögern unter den Leuten bezüglich des heiligen Status der Prophetenfamilie geschafft hatte; dadurch blickten die Leute ohne Ehrerbietung auf die Prophetenfamilie und verweigerten ihr die Gefolgschaft. Viele starke Kämpfer wurden von Muawiya bestochen und wechselten die Fronten. Nur 4000 Männer erklärten sich bereit dem Imam zu helfen, doch das war zu wenig. Imam Hassan (ع) wusste sehr gut, dass es unmöglich war, mit einer so geringen Streitmacht gegen Muawiya zu kämpfen. Und um Schutz und Sicherheit für den Islam zu gewährleisten, blieb ihm keine andere Möglichkeit, als zu einer Verständigung zu kommen.

 

Der verstorbene Scheich Mufid schrieb im Kitab-ul-Irschad: "Imam Hassans (ع) Heer bestand aus ganz verschiedenen Gruppen, z.B. seine und seines Vaters engsten Anhänger, dann die Kharijiten, die Imam Hassan (ع) gar nicht unterstützen, sondern lediglich gegen Muawiya kämpfen wollten, sowie all jene, die der aufgehäufte Reichtum um den Verstand bringt und schließlich die Fanatiker, die nur ihrem Stammesoberhaupt folgten." Das ist der Grund, warum die Soldaten so rasch die Verteidigung des Imams aufgaben, dass sogar einige Stammesoberhäupter an Muawiya schrieben, ihm Gehorsam gelobten und versprachen, ihm Imam Hassan (ع) auszuliefern. Imam Hassan (ع) sah ein, dass viele seiner Anhänger einen schwachen Glauben hatten und auf die Versprechungen Muawiyas reinfielen. Um das Leben der wenigen gläubigen Muslime zu retten, musste Imam Hassan (ع) vorzeitig einen Friedensvertrag mit Muawiya unterzeichnen. Dieses Abkommen war allerdings nur eine Übergangslösung, damit sich die Lage wieder normalisiert. Es gab für den Imam keine andere Alternative. Imam Hassan (ع) sagte: "Ihr wisst nicht, was ich getan habe. Bei Allah, alles was ich getan habe, geschah zum Besten der Schiiten (aller Zeiten über denen die Sonne erscheint und wieder untergeht). Ich nahm dies an um der Muslime willen, um sie vor Blutvergießen zu bewahren" und "Bei Allah, hätte ich gegen Muawiya gekämpft, die Menschen hätten mich ergriffen und mich ihm ausgeliefert."

 

Ein Teil des Vertragsdokumentes lautete folgendermaßen: "Muawiya verpflichtete sich, nach dem Heiligen Quran und der Sunnah des Propheten zu handeln; keinen Nachfolger für sich zu ernennen; Ali und seine Anhänger, Mitstreiter und Freunde sollen niemals bedrängt und unterdrückt werden und gegen Ali sollen keine Schmähungen ausgestoßen werden" Muawiya durfte sich auch nicht Amir-ul-Muminin (Fürst der Gläubigen) nennen. Er hielt sich jedoch nicht an die von Imam Hassan (ع) gestellten Bedingungen, wenngleich er sich mit ihnen zuvor einverstanden erklärt hatte. Er wollte das Kalifat für sich alleine haben und jeden politischen Gegner beseitigen. Sein einziges Ziel war die Herrschaft über das islamische Gebiet zu erlangen. Nach Abschluss des Abkommens kam er nach Nakhliya, einem Ort in der Nähe von Kufa und sagte in einer seiner Ansprachen: "Bei Allah, ich habe nicht gegen euch gekämpft, damit ihr beten, fasten, die Pilgerfahrt (Hadsch) machen und Almosen (Zakat) zahlen könnt, denn all das beachtet ihr ja schon - ich aber habe mit euch einzig und allein um die Herrschaft gekämpft. Mein Plan war erfolgreich und nun erkläre ich feierlich, dass alle Abmachungen des Vertrages, den ich mit Hassan abgeschlossen habe, nichtig sind: Ich zertrample sie mit meinen Füßen. Ich werde sie nie erfüllen." Die Leute, die seine Rede zuhörten, blickten einander an, erkannten ihre Not und sagten: "Wir sind genarrt worden". Abdul Rahman bin Scharik schrie nach den Aussagen berühmter Überlieferungsschreiber auf und sagte: "Dies war eine gottlose Entehrung." Abu Ishaq Sabi sagte: "Ich schwöre bei Allah, Muawiya ist ein Trickser und Betrüger." Die Versammlung wurde aufgeregt, aber Muawiyas Streitkräfte hielten Ordnung. Nach Muawiyas Rede durfte Imam Hassan (ع) vor der Menge sprechen und er sprach: „Muawiya hat euch gesagt, dass ich ihn für das Kalifat geeignet halte und dass ich mich nicht selber für diese Stellung vorbereite. Wie hat er gelogen. Wir, die Familie des Propheten, sind nach den Worten Allahs und des Propheten die Bevorzugtesten, um über das Volk zu regieren, da der Allmächtige Gott unsere Reinheit in der Sure der Reinigung (gemeint ist Sura 33 Vers 33) gewährleistet hat. Aber seit dem Moment, da der Heilige Prophet zu Gott zurückgekehrt ist, sind wir die Angriffziele der Ungerechtigkeit und der Unterdrückung von Abtrünnigen geworden, unsere Rechte wurden fortwährend usurpiert, unser Vermögen und Eigentum wurde der Launen und der Gierde von Unterdrückern unterworfen und was der Heilige Prophet für unsere Mutter (Fatima) zurückgelassen hatte (das Land Fadak), wurde ihr ungerechterweise abgenommen. Ich schwöre beim Allmächtigen Gott, wären am Tag, da der Heilige Prophet verschied, die Leute zur Haustür meines Vaters gegangen, zum Führer der Glaubenstreuen und hätten dem Befehl Allahs und des Propheten über meines Vaters Recht zur Herrschaft gehorcht, die Himmel hätten ihre Segnungen gesandt und die Erde hätte ihre endlosen Wohltaten ihnen nicht vorenthalten. Der Stamm Israel folgte nicht Aaron, dem Nachfolger und Kalif von Moses, er Folgte statt dessen Safari. Die Islamische Gesellschaft schob auch meinen Vater beiseite und folgte anderen, obgleich sie selber wussten, dass Allahs Prophet zu meinem edlen Vater gesagt hatte: `In meiner Gemeinschaft bist Du zu mir was Aaron zu Moses war, außer dass Du nicht die Stellung des Prophetentums erhalten kannst.` Und diese gleiche muslimische Nation war Zeuge, als mein edler Vorfahr am Tage von Ghadir Khumm Ali, den Führer der Glaubenstreuen, in die Stellung des Kalifats einsetzte und sagte: `Jene von Euch, die nun anwesend sind und sehen, dass ich Ali für Euch hervorgehoben habe und ihn im Kalifat eingesetzt habe, müssen das jenen berichten, die hier nicht anwesend sind.` Es waren diese gleichen Leute, die den Propheten veranlassten, von Mekka aus den Händen der Unreinen zu fliehen und Unterschlupf in einer Höhle zu suchen. Hätten diese Leute ihm geholfen, er wäre niemals geflohen. Mein edler Vater bat die Leute um Beistand und sie antworteten nicht und sie hielten nicht die Treue, die sie ihm versprochen hatten und deswegen zog er sich zurück und wartete nicht auf eine günstige Zeit. Der Glorreiche Gott tadelte nicht Aaron, als ihm die Leute nicht folgten und er sich schweigend verhielt. Gleichfalls, als der große Prophet des Islam die ungläubigen Quraisch nicht länger ertragen konnte und Zuflucht in einer Höhle nahm, um sein Leben und das Erbe des Islam zu retten, tadelte ihn nicht der Herrgott, sondern schüttete seine Gnade über ihn aus. Ebenso, als die Leute ihre Rücken uns zuwandten und die Gemeinschaft vollständig respektlos und ungehorsam wurde, waren mein Vater und ich gezwungen, uns zurückzuziehen, um das Gesetz und die Fortdauer des Islam zu retten, und wir haben auf eine neue Gelegenheit gewartet. Dies ist eine Tradition, die vom Großen Herrn anerkannt wurde. Jede unwissende Person lernt vom Kenntnisreichen, ein Ereignis folgt dem anderen und mit jedem muss man für das Wohl der Religion handeln entsprechend der Tagessituation und muss so gegen die Religionslosen kämpfen." Am Schluss seiner Rede lenkte er die Aufmerksamkeit der Leute auf Muawiya und sagte ihm: "Muawiya, Du hast Dich nicht gut gegenüber meinem edlen Vater benommen. Wisse, ich bin Hassan, der Sohn Alis und Du bist Muawiya der Sohn Abu Sufyans. Meine Mutter war Fatima und Deine Mutter Hind. Mein Vorfahr ist der Prophet Allahs und Dein Vorfahr ist Otbick. Meine Vorfahrin ist Khadidscha und Deine Vorfahrin Fatilich. Möge der von uns beiden, dessen Name und Abstammung verachtenswerter ist, dessen Ursprung und Abstammung ehrloser ist, und dessen Vergangene Geschichte Gottloser ist, der ein größerer Ungläubiger und Heuchler ist, der Gnade Allahs entfremdet sein und möge er Allahs Fluch auf sich laden. Jeder sagte: Amen!“ Jene, die diese Worte niederschrieben, als die Rede diesen Punkt erreichte, sagten und schrieben, dass auch sie dieses von Gott erbitten. Ja, dies war ein Bittgesuch, da die muslimische Gemeinschaft stellte, da sie alle ihre Unbequemlichkeiten und Sorgen auf diese Gruppe von Unterdrückern um Muawiya zurückführten. Einige warfen Imam Hassan (ع) Schwäche vor und lehnten das Friedensabkommen ab. Sie ignorierten die hohe Stellung Imam Hassans (ع) und beschimpften ihn sogar. Auf tausenderlei Weise missbrauchten und beschuldigten sie ihn, aber er zeigte nur Sanftmut. Sie waren anmaßend und roh zu seinem Vater und seiner Familie; aber er ertrug es geduldig. Imam Hassan (ع) sagte: „Wenn ich es (das Friedensabkommen) nicht gemacht hätte, wäre kein Shia mehr am Leben. Jeder wäre getötet worden.“

 

Imam Hassans (ع) Tod

 

Imam Hassan (ع) verließ Kufa und ließ sich für eine Zeitspanne von 10 Jahren in seiner Geburtsstadt Medina nieder. Hier verbreitete er die wahren Lehren des Islams und unterrichtete einige Schüler. Um das Kalifat dauerhaft zu sichern, wollte Muawiya Imam Hassan (ع) umbringen. Es gelang ihm Imam Hassans (ع) Frau (Dschu´da bint al-Asch´ath ibn Qais) für seinen kriminellen Plan zu gewinnen. Sie vermischte Imam Hassans (ع) Essen mit Gift. Imam Hassan (ع) starb am 28. Safar 50 Jahre nach der Hijra (670 n. Chr.), im Alter von 47 Jahren an den Folgen dieser Vergiftung. Als er seine (letzte) Reise angetreten hatte, wusch Imam Husayn ihn, hüllte ihn in sein Leichentuch und trug ihn auf seiner Bahre. Marwan und jene der Banu Umayya, die bei ihm waren, hatten keine Zweifel, dass sie ihn (Imam Hassan (ع)) beim Gesandten Allahs bestatten würden. Sie versammelten und bewaffneten sich. Als Hussain ibn Ali sich mit ihm dem Grab seines Großvaters, des Gesandten Allahs, näherte, auf dass er seinen Bund mit ihm erneuere, kam man mit ihrer Gruppe auf sie zu. Aischa begleitete sie auf einem Maultier und sagte: ‘Was gibt es zwischen euch und mir, dass ihr jemanden in mein Haus eintreten lassen wollt, den ich nicht will?’ Marwan begann zu rezitieren: ‘Kampf ist besser als Sanftmut,’ (dann fuhr er fort): ‘Soll ‘Uthman in den Randbezirken Medinas bestattet werden, und Hassan soll neben dem Propheten begraben werden?! Das wird niemals geschehen, solange ich ein Schwert trage.“ Imam Husayn sagte: ‘Bei Allah, wenn Hassan mich nicht dazu verpflichtet hätte, Blutvergießen zu vermeiden, und nicht einmal einen Schröpfkopf voll Blut zu vergießen, würdet ihr wissen, wie die Schwerter Allahs von euch ihren Tribut fordern würden. Ihr habt die Vereinbarung zwischen uns gebrochen und ihr habt das ungültig gemacht, was wir uns selbst an Bedingungen auferlegt haben.’ Die Umayaden wollten auf keinen Fall, dass Imam Hassan (ع) neben dem Propheten begraben wird. Imam Husayn ließ sich auf keine Konfrontation ein und war gezwungen seinen älteren Bruder auf dem Friedhof al-Baqi zu begraben. Sein Grab wurde 1926 von der saudischen Dynastie (Aal-e-Saud) geschändet.

 

[1] Während der Gebetsruf [adhan] ein Ruf nach außen ist, ist der kurz vor dem Gebet folgende Gebetsaufruf [iqama] ein Ruf an die versammelte Gebetsgemeinde und hat eine ähnliche Form.

[2] Tawfeeq Abu-Alam, Ahlul Bayt/Imam Hasan, 1st ed., 1970, p.264. Al-Majalis al-Saniyyah (Bright Assemblies), vol.2, Sayyid Muhsin al-Ameen al-Amili, Life of Imam Hasan [a]; Ibid, p.120.

[3] Aqiqa nennt man die Zeremonie, bei der der Kopf eines Neugeborenen am siebenten Tage nach seiner Geburt rasiert und ein Schaf für das Kind geopfert wird.

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