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Thursday 27th of June 2019
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Der Unbekannte

Der Unbekannte

 

Sie keuchte unter der Last des Wasserschlauchs, den sie auf ihrer Schulter trug. Sie war auf dem Wege nach Hause. Ein Unbekannter kam auf sie zu, nahm den Wasserschlauch und hob ihn auf seine Schulter. Die kleinen Kinder der Frau starrten erwartungsvoll auf die Haustür und warteten auf ihre Mutter. Die Tür öffnete sich, und die Kinder sahen ihre Mutter in Begleitung eines Unbekannten, der anstelle ihrer Mutter den Wasserschlauch auf die Erde stellte und fragte: "Wie ich sehe, trägst du das Wasser selbst, weil du keinen Mann hast. Wie kommt es, daß du allein stehst?"

Sie antwortete: "Mein Mann war Soldat. Ali Ibn Abutalib hat ihn zu einer der Grenzen geschickt. Er wurde dort getötet. Nun stehe ich allein mit meinen kleinen Kindern." Der Unbekannte schwieg dazu, senkte den Kopf, verabschiedete sich und ging; doch an diesem Tag mußte er unentwegt an die Frau und ihre Kinder denken. In der Nacht konnte er nicht ruhig schlafen. Am anderen Morgen nahm er einen Korb, füllte ihn mit Fleisch, Mehl und Datteln, ging wieder zu dem Haus und klopfte an.

"Wer ist da?", kam die Frage vom Haus. Er antwortete: "Ich bin der Mann, der gestern den Wasserschlauch trug. Nun habe ich etwas Essen für die Kinder mitgebracht." Die Frau des Hauses sagte: "Gott möge mit dir zufrieden sein und zwischen Ali und uns selbst urteilen." Die Tür öffnete sich, und der Unbekannte trat ein.

"Ich möchte etwas Gutes tun. Wenn du mir erlaubst, übernehme ich das Brotbacken oder die Beaufsichtigung der Kinder", sagte er. "Sehr gut", freute sie sich, "ich kann aber besser Brot backen als Du. Paß auf die Kinder auf, bis ich mit dem Backen fertig bin." Die Frau machte sich an die Arbeit. Der Unbekannte nahm derweil etwas von dem mitgebrachten Fleisch, briet es, tat Datteln dazu und fütterte die Kinder. Mit jedem Bissen, den er den Kindern in den Mund legte, sagte er: "Mein Kind, vergib Ali Ibn Abutalib, wenn er euch vernachlässigt hat." Als der Teig zubereitet war, rief die Frau dem Unbekannten zu: "Mach das Feuer in der Backgrube an." Der Unbekannte machte das Feuer an. Als die Flammen hochschlugen, näherte er sein Gesicht den Flammen und sagte flüsternd: "Spüre nun das Feuer. Wer die Sache der Waisen und Witwen vernachlässigt, hat diese Strafe verdient." Währenddessen kam eine Nachbarin herein und erkannte den Mann. "Wehe dir. Kennst du den Mann nicht, den du zu Hilfe geholt hast? Er ist der Fürst der Gläubigen, Ali Ibn Abutalib, sagte die Nachbarin. Die Frau kam auf Imam Ali (a.s.) zu und sagte: "Welch eine Schande für mich. Ich bitte Dich um Entschuldigung."

"Nein, ich muß dich um Vergebung bitten, weil ich deine Sache vernachlässigt habe", sagte Imam Ali (a.s.).(23)

Der Schweiß der Arbeit

 

Imam Kazim (a.s.) arbeitete auf seinem Grundstück und bestellte den Boden. Wegen der großen Anstrengung strömte ihm der Schweiß über den ganzen Körper. Da kam Ali Ibn Hamza vorbei und fragte: "Warum überläßt du diese Arbeit nicht einem anderen?"

"Warum soll ich sie einem anderen überlassen? Viel bessere Menschen als ich haben solche Arbeiten verrichtet", entgegnete der Imam. "Wer zum Beispiel?", wurde er gefragt. Er antwortete: "Der Gesandte Gottes, der Fürst der Gläubigen, und alle meine Ahnen. Arbeit auf dem Felde ist die Tradition der Propheten, ihrer Nachfolger und ihrer würdigen Knechte."(24)

Imam Baqir (a.s.) und der Christ

 

Der Beiname des Imam Mohammad Ibn Ali Ibn-al-Hussain ist ‘Baqir’. Baqir bedeutet Spalter. Er wurde Baqir al-Ulum, d.h. der Spalter des Wissens, genannt, weil er das Gute vom Bösen abspaltete. Ein Christ änderte verspottend seinen Beinamen in ‘Baqar’, was Kuh heißt. "Du bist Baqar", sagte er dem Imam, das heißt, "Du bist eine Kuh." Ohne ein Anzeichen des Unmuts und des Zorns antwortete der Imam in aller Bescheidenheit: "Ich bin nicht Baqar sondern Baqir."

"Deine Mutter war eine Köchin", sagte der Christ.

Der Imam antwortete: "Das war ihr Beruf und ist keine Schande." Der Christ hörte nicht auf: "Deine Mutter war schwarz, unverschämt und ein Lästermaul."

Nun sagte Imam Baqir (a.s.): "Wenn meine Mutter die Eigenschaften, die du ihr zuschreibst, besaß, möge Gott ihr vergeben. Wenn du aber gelogen hast, möge er dir die Strafe für diese Sünde erlassen, obwohl du gelogen und meine Mutter verleumdet hast." Die Sanftmut eines Mannes, der jede Macht besaß, um sich zu revanchieren, wühlte den Christen innerlich dermaßen auf, daß er sich zum Islam hingezogen fühlte. Er wurde später Muslim.(25)

 

 

 

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